Goldene Hochzeit Den Humor bis heute nicht verloren

Heute vor 50 Jahren haben Imma und Joachim Wendt in Hannover geheiratet.
Heute vor 50 Jahren haben Imma und Joachim Wendt in Hannover geheiratet. © Foto: Emmenlauer
Von Renate Emmenlauer 16.08.2018

Viele Wünsche zu ihrer Goldenen Hochzeit haben Imma und Joachim Wendt nicht. Einzig: „Wir wünschen uns, dass wir uns weiter so gut verstehen und uns ungeachtet der gesundheitlichen Einschränkungen auch künftig selbst versorgen können.“ Letzteres ist für das Ehepaar ein wertvolles Stück Lebensqualität. Ebenso wichtig erachten Imma und Joachim Wendt, „dass wir zusammen lachen und vor allem über alles reden können. Uns geht der Gesprächsstoff nie aus – von der Politik über das Weltgeschehen bis hin zu familiären Dingen.“ Sich als Paar austauschen zu können ist für Imma Wendt, die aufgrund ihrer allergischen Erkrankung wenig aus dem Haus kann, wie auch für ihren gesundheitlich angeschlagenen Mann ein ganz besonderes Gut. Vieles haben sie in dem halben Jahrhundert als Paar erlebt, sowohl Höhen als auch Tiefen.

Für die Öpfinger, die am 16. August 1968 in Hannover am Vormittag standesamtlich und nachmittags als evangelische Christen kirchlich den Bund der Ehe geschlossen haben, gilt heute wie damals das Eheversprechen „in guten wie in schlechten Tagen“. Kennen gelernt haben sie sich am Arbeitsplatz. Joachim Wendt, der im letzten Kriegsjahr mit Mutter und Schwester aus der Heimat Lichtenhagen im Kreis Schlochau in Pommern von der russischen Armee vertrieben worden war und mit seiner Familie in Elberberg bei Kassel eine neue Heimat gefunden hatte, arbeitete als Student der Betriebswirtschaft in den Semesterferien bei einem Traktorenhersteller im 50 Kilometer entfernten Eschwege.

Weil er gerne die Frankfurter Allgemeine Zeitung las und diese im Sekretariat auslag, ging er ins Büro, „wo eine ungeheuer attraktive Mitarbeiterin beschäftigt war. Meine Imma“, schwärmt er noch heute. Sein Herz pochte deshalb nicht wegen der FAZ, wenn er diese täglich dort holte. „Irgendwann hat er mich gefragt, ob ich mit ihm ausgehen will und stand mit einem Strauß roter Nelken vor meiner Tür“, erinnert sich Imma Wendt mit leuchtenden Augen. Nach einer gescheiterten Beziehung wollte die damals 28-Jährige eigentlich keinen Partner. „Aber er war ein fescher Mann, ein guter Tänzer und sehr unterhaltsam. Da konnte ich nicht widerstehen.“ Ein Jahr später wurde geheiratet.

Joachim Wendt bekam nach dem Studium einen Posten bei Magirus in Ulm, deshalb zog das Paar erst nach Pfuhl, dann nach Öpfingen, wo sie vor  45 Jahren ein schmuckes Eigenheim bauten. Während Joachim Wendt in leitender Position beruflich viel unterwegs war, arbeitete seine Frau als selbständige Übersetzerin von daheim aus, versorgte die beiden Kinder – mittlerweile gibt es zwei Enkelkinder – sowie Haus und Garten. Imma Wendt gehörte dem Liederkranz an, den Landfrauen, der CDU – dort auch der Frauenunion – und war zudem im Kirchengemeinderat aktiv.

Bundesverdienstkreuz erhalten

Joachim Wendt, der sich schon als junger Bursche dem Ehrenamt verschrieben hat, wurde aufgrund seines Jahrzehnte andauernden Engagements für den Bund der Vertriebenen (BdV) vor zwei Jahren als „Brückenbauer“ mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Seine ehrenamtliche Arbeit füllt zahlreiche Seiten. „Wir haben ein umtriebiges und erfülltes Leben gehabt. Und wir genießen jetzt unser ruhigeres Leben. Wir haben ja uns“, sind sich Imma und Joachim Wendt einig und schauen einander tief in die Augen.

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