Schelklingen / Andreas Hacker Weil das Erdgrab immer weniger gefragt wird, soll es in Schelklingen bald auch alternative Bestattungsformen geben.

Auch in Schelklingen warten die Bürger auf neue Bestattungsformen, sagte Bürgermeister Ulrich Ruckh am Mittwochabend im Gemeinderat bei der Vorstellung eines Konzepts, das die Garten- und Landschaftsarchitektin Toni Münch-Spengler aus Blaustein für den Friedhof erarbeitet hat. Es listet die Problemstellen auf und benennt Möglichkeiten für eine auf Jahrzehnte ausgerichtete Neuordnung, wobei die ersten Schritte mit Urnengrabfeldern und möglicherweise auch Rasengräbern schon in diesem Jahr im Bereich des alten Teils erfolgen sollen. Der Gemeinderat hat der vorgestellten Planung zugestimmt, konkrete Vorhaben sollen von der Verwaltung vorbereitet und dann im Technikausschuss beschlossen werden.

Friedhofsgelände in schlechtem Zustand

Grundlage für die Planung, die der Verwaltungs- und Kulturausschuss im November in Auftrag gegeben hatte, ist eine Bestandsaufnahme, bei der Toni Münch-Spengler in ihrem Vortrag im Gremium zunächst die Problemstellen des Friedhofs beschrieben hat: Schäden an der Friedhofsmauer, die in vielen Abschnitten auch viel zu niedrig sei und den Besuchern deshalb keinerlei Schutz und Ruhe biete. „Man ist umgeben von Gewerbe, Müll und Lärm“, sagte sie mit Blick auf den Bereich beim Kriegerdenkmal. Am Haupteingang blätterten Putz und Farbe ab, der Containerplatz störe, das vorhandene Mobiliar sei alt, viele Splittflächen seien Hindernis für Menschen im Rollstuhl und mit Rollator, Platteneinfassungen der Gräber erwiesen sich als Stolperfallen, es gebe ein wildes Durcheinander von Einzel- und Doppelgräbern und der neue Teil des Friedhofs sei nur mit einem Maschendrahtzaun abgegrenzt, aber nicht abgeschlossen.

Dem stellt die Planerin die Besonderheiten des Schelklinger Friedhofs gegenüber, den sie unterm Strich als besonders schön bewertet: ideale Lage mitten in der Stadt, alles eben und fußläufig erreichbar, mit altem Baubestand, Ehrengräbern und der Kapelle St. Afra als besonderem Kleinod. Dazu gebe es große Platzreserven, auch dies sei eine Besonderheit.

Alternative Bestattungsmethoden gesucht

Ausgehend von der Tatsache, dass das typische Erdgrab immer weniger gefragt wird, entwickelt die Planerin die Umgestaltung im alten wie im neuen Teil mit Feldern, in denen alternative Bestattungsformen zusammengefasst werden sollen: Rasengräber zum Beispiel unter den Birken im Bereich zwischen Kapelle und Leichenhalle und Urnengrabfelder laut Vorschlag nahe der Kapelle, wo schon jetzt nur noch vereinzelt Gräber sind. Dabei soll es individuelle Urnengräber und Urnengemeinschaftsgrabfelder geben, sowohl mit einzelnen Stelen als auch mit gemeinschaftlicher Namensstele. Es sollen mehr Bänke aufgestellt werden, einzelne Grabfelder sollen mit Plattenwegen besser erreichbar werden, im neuen Teil soll eine hohe Hecke gepflanzt werden.

Im Gemeinderat gab es Zustimmung zu der Planung:  Längst überfällig, sagte Thomas Tolksdorf (SPD), ein großer Wurf, lobte Paul Glökler (CDU). Anmerkungen im Detail kamen von Achim Stelzer-Roncoletta (SPD): „Nicht alles in Kästlesform, auch mal was Rundes zulassen.“ Heiner Baumeister (CDU) und Hans Merkle (Freie) zweifelten am Bedarf für mehr als 1000 Gräber, die langfristig bis zum Jahr 2040 entstehen sollen, und Dieter Schmucker will, das mehr Freiflächen entstehen. Im Beschluss beauftragt der Rat die Verwaltung, die Friedhofsordnung und die Bestattungsgebühren zu überarbeiten und mit der Planung für die ersten Schritte zu beginnen. 50.000 Euro stehen dafür im Haushalt für dieses Jahr bereit; angesichts des „Diktats der knappen Kassen“ (Paul Glökler) soll es eine Konzentration auf den alten Teil des Friedhofs geben.

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