Den besten Döner

ELISA SÖLL 07.11.2014
Mit seinem Album "Blessed" gewann der Soweto Gospel Choir 2007 den Grammy als "Bestes traditionelles Weltmusikalbum". Am 21. November gastieren die Sänger in der Ulmer Pauluskirche.

Sie sind eines der Gründungsmitglieder des Chores. Was war die Idee hinter dem Soweto Gospel Choir, als Sie ihn gegründet haben?

SHIMMY JIYANE: Vor allem wollten wir das Lebensgefühl Südafrikas feiern, mit der großen Vielfalt all seiner Kulturen und Glaubensrichtungen und der großen Stärke, die aus diesem Land kommt. Das lässt sich mit der Musik gut zeigen.

Hatten Sie damals eine Vorstellung, wie erfolgreich Sie sein könnten?

JIYANE: Nein, nein, wir hätten wirklich niemals mit einem solchen Erfolg gerechnet. Aber jetzt genießen wir jeden einzelnen Moment davon. Es ist ein so schönes Gefühl, zu spüren wie die Menschen auf der ganzen Welt unsere Musik lieben. Es war aber nie unser Ziel so erfolgreich zu werden, wir machen einfach Musik weil wir Spaß daran haben.

Der Grammy-Gewinn muss doch trotzdem ein unglaubliches Gefühl gewesen sein?

JIYANE: Ja, das war mein persönliches Highlight mit unserem Chor. Das war wirklich unfassbar, wir kannten davor ja nur Südafrika - unsere Heimat -, und plötzlich waren wir berühmt und begannen um die Welt zu reisen.

Was glauben Sie, was macht Ihren Chor so besonders, dass Sie die Menschen auf der ganzen Welt für sich begeistern können?

JIYANE: Ich glaube, das liegt an unserer riesigen Energie und Lebensfreude, die wir mit auf die Bühne bringen, einmal auf der Bühne sind wir nicht mehr zu stoppen. Da gehört auch das Tanzen dazu, wir haben zu jedem Song eine Choreografie, das ist schon etwas Besonderes.

Wollen Sie damit eine besondere Botschaft an die Zuhörer weitergeben?

JIYANE: Uns ist es wichtig, nicht zu vergessen, woher wir kommen. Wir sehen uns als Botschafter Südafrikas und des Gedankens von "Love, Peace and Happiness".

Der Soweto Gospel Choir hat die Nkosi Johnson Aids Stiftung gegründet. Um was handelt es sich dabei?

JIYANE: Wir sammeln immer nach unseren Konzerten Geld für die Stiftung. Da darf jeder geben, so viel er mag und kann. Egal, ob das zwei oder fünf Euro sind. Mit diesem Geld unterstützen wir die Aidswaisen in Soweto und kaufen ihnen Essen, Medizin und Klamotten, oder was ihnen sonst gerade fehlt. Wir sehen das als Gabe an unsere Heimat an, die wir trotz unseres Erfolges nicht vergessen.

Die aktuelle Tour ist Nelson Mandela gewidmet. Was verbindet den Chor mit Mandela?

JIYANE: Wir verdanken ihm eigentlich unseren Erfolg, weil wir durch den Auftritt bei seinem Benefizkonzert 2003 überhaupt erst öffentlich wahrgenommen wurden. Das erste Mal getroffen haben wir ihn dann aber erst 2007 nach unserem Grammy-Gewinn. Wir wollten ihm persönlich danken und haben ihn dann getroffen. Auch Nelson war damals sehr aufgeregt, uns zu treffen.

Sie waren ja wirklich schon auf der ganzen Welt unterwegs. Sind Sie zum ersten Mal in Ulm?

JIYANE: Wir reisen so viel, das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr. Aber Deutschland ist ja fast schon meine zweite Heimat, das ist jetzt schon mein siebter Besuch und ich freue mich wirklich sehr darauf.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn Sie nach Deutschland kommen?

JIYANE: Ganz klar: das Essen! Ihr habt den besten Döner der Welt, den werde ich mir auf keinen Fall entgehen lassen.

Der Chor

Geschichte Der Soweto Gospel Choir wurde 2002 im Johannesburger Vorort Soweto gegründet. Durch den Auftritt beim Benefizkonzert "46664" unter der Schirmherrschaft Nelson Mandelas erlangte der Chor 2003 erste Aufmerksamkeit. Der Durchbruch folgte 2007 mit dem Gewinn des Grammy für das "beste traditionelle Weltmusikalbum". Shimmy Jiyane ist einer der Leiter des Chores.

SWP