Laufen Das Projekt „Morgenluft“ geht in die nächste Runde

Beim Workshop zum Projekt „Morgenluft“ wurden verbesserungswürdige Stellen auf der Karte markiert.
Beim Workshop zum Projekt „Morgenluft“ wurden verbesserungswürdige Stellen auf der Karte markiert. © Foto: Julia Deresko
Ehingen / Julia Deresko 18.07.2018
Nach der Auswertung von Fragebögen steht ein Fußverkehrs-Check der Schulewege in Ehingen an.

Der Ehinger Stadtplan trug am Ende des Abends jede Menge roter und grüner Punkte. Die roten Markierungen standen für Bereiche, die Fußgängern und Radfahrern Probleme bereiten, die grünen für diejenigen, die gut funktionieren. Das Ganze war das vorläufige Ergebnis einer weiteren Runde des Projekts „Morgenluft“, das Anfang des Jahres gestartet wurde und im Arbeitskreis Bildung für Nachhaltige Entwicklung der Lokalen Agenda Ehingen angesiedelt ist.

Ziel des Projekts ist es, mehr Schüler dafür zu gewinnen, den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu meistern. Nach dem Auftakt im Januar ging es mit Schulleitern, Elternvertretern, Stadt und Polizei am Montag in der Oberschaffnei in die nächste Runde. Auch die Öffentlichkeit war geladen, jedoch waren nur einzelne Interessierte gekommen.

Erwartungen übertroffen

Diesmal stand die erste Auswertung der Fragebögen im Vordergrund, die an Eltern und Schüler verteilt worden waren. Damit sollte in Erfahrung gebracht werden, wie der Weg des Kindes aussieht, und wo welche Probleme wahrgenommen werden. Die Resonanz auf die Befragung war groß: „Es sind circa 50 Prozent zurückgekommen“, sagte Alexander Rothenbacher, der die Idee zum Projekt hatte und dieses leitet. Von den 2856 verschickten Fragebögen kamen 1289 ausgefüllt zurück. „Das hat unsere Erwartungen weit übertroffen“, sagte Rothenbacher.

Als nächstes wird im Herbst ein Fußverkehrs-Check stattfinden. Dabei wird das Ehinger Projekt nun auch vom Land gefördert. „Von 60 Bewerbern haben acht Kommunen den Zuschlag erhalten“, sagte Anja Mildenberger von der Stadt. Zur Förderung gehört auch, dass ein externes Planungsbüro das Projekt begleitet.

Johannes Lensch vom Planungsbüro Planersocietät stellte Konzepte für Fußgänger und Radfahrer, darunter in Städten wie Wien, New York und Kopenhagen vor. In zwei Gruppen aufgeteilt machten sich die Teilnehmer schließlich daran, den Ehinger Stadtplan zu markieren. Dabei wurden die Bereiche gekennzeichnet, die in den Fragebögen als Problemstellen oder gute Beispiele genannt worden sind, und auch die Beteiligten haben ihre Anregungen mit eingebracht.

Gedränge an der Wendeplatte

Alexander Bochtler schilderte die Situation vor der Realschule. An der Wendeplatte komme alles zusammen – die Anlieferung für den Supermarkt und DHL, die Schüler, Eltern und Anwohner. „Ich habe zu meiner Verteidigung nichts vorzuweisen“, antwortete Ordnungsamtsleiter Ludwig Griener. „Werner Bolach und ich wären da für Ideen dankbar.“

Ähnlich problematisch gehe es im Bereich der Längenfeldschule zu. Vor der Bäckerei Knöpfle, wo sowohl Schüler als auch Kinder des Kindergartens Büchele gebracht und abgeholt werden und der Einkaufsverkehr hinzu komme, herrsche Chaos pur. In der Albstraße werde die Unterführung gemieden, weil diese dunkel ist und als ein „Angstraum“ bezeichnet wurde, sagte Rothenbacher, der einen Teil der Bögen ausgewertet hatte. Mehrfach kam zur Sprache, dass Autofahrer an Zebrastreifen nicht halten, etwa vor dem Norma in der Lindenstraße. Als positives Beispiel wurden unter anderem die beiden schnell schaltenden Fußgängerampeln am Bahnhof wie in der Lindenstraße auf Höhe des Rathauses genannt. Insgesamt wurden 42 Punkte herausgearbeitet.

Mit Unterstützung des Planungsbüros sollen nun Routen mit Problemstellen und positiven Beispielen erarbeitet werden, die bei Begehungen im Herbst in Augenschein genommen werden sollen.

Info

Am Mittwoch, 26. September, 7.30 Uhr, findet eine Begehung der mit Schülern statt, am Mittwoch, 17. Oktober, 12 Uhr, mit allen Interessierten.

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