Hobby Das Imkern als Lebensinhalt

Obermarchtal / Renate Emmenlauer 21.06.2018

Wenn Albert Dolpp von der Imkerei erzählt, sprudelte er nur so über vor Begeisterung für sein Hobby. Der 74-Jährige frönt der Arbeit mit den Bienen schon seit mehr als einem halben Jahrhundert. „Wer mal davon infiziert wird, bleibt dabei. Ich habe die Liebe zu den Bienen wohl schon als Kind von meinem Vater Josef geerbt“, erzählt der Senior. Bereits im zehnten Jahr sind seine Frau Erna und er beim Marchtaler Kunst- und Handwerkermarkt vertreten.

Der gut besuchte Markt am Sonntag, 1. Juli, gilt als Magnet zum Heimatfest Peter & Paul des Musikvereins Obermarchtal. Das Ehepaar Dolpp hat Honigschnaps, Kerzen und den geschätzten Honig dabei. Sogar aus Hamburg reisen Kunden an, um sich damit einzudecken, erzählt Albert Dolpp. „Verdient ist nicht viel, höchstens ein kleines Zubrot. Aber mir ist wichtig, anderen Hobbyimkern aufzuzeigen, wie die Imkerei ertragreicher geführt werden kann und wie man verhindern kann, dass die Bienenvölker wegfliegen.“ Albert Dolpp stellt dazu einen Schaukasten mit Bienen auf und erläutert das Dadant-System, mit dem er seine Imkerei schon mehr als 40 Jahre betreibt. „Das ist die einfachste Art, ertragreich zu imkern, obwohl es nur wenige Imker anwenden. Der Erfolg über die Jahrzehnte gibt mir recht“, zieht er zufrieden Bilanz.

Der gebürtige Reutlingendorfer weiß viel über jenen Charles Dadant, in dessen System der Imker mit nur einem hohen Brutraum und flachen Honigräumen arbeitet, wie Dolpp beschreibt. Er besitzt 14 Bienenvölker mit insgesamt rund 600 000 Bienen und erläutert aus seiner Sicht die Vorteile des Dadant-Systems: Das Brutnest der Bienen wird weniger gestört und ist nicht durch Rähmchenleisten und Zwischenraum geteilt, zudem sind bei der Schwarmkontrolle weniger Waben zu prüfen. Die Erweiterung des Brutraums geschieht wabenweise, so dass eine genauere Anpassung an das Volk möglich ist.

Alle Kästen selbst gezimmert

Die Kästen für die Bienenstöcke hat Albert Dolpp übrigens alle selbst gezimmert. Werden andere Imker immer wieder von ihren Bienen gestochen, schwirrt um ihn ein ganzer Schwarm herum, ohne dass er Schutzkleidung trägt. „Das ist eine sehr sanftmütige Züchtung. Die stechen eigentlich nie“, sagt er. Dass die Imkerei nicht nur ein entspanntes Freizeitvergnügen ist, sondern auch viel Geld dahinter steckt, verhehlt der Imker nicht. „Allein meine Radialhonigschleuder hat 4000 Euro gekostet.“

Nicht zu vergessen die viele Arbeit. „Die ersten Arbeiten beginnt an Lichtmess. Und gerade jetzt im Frühsommer gibt es viel zu tun. Aber meine Frau Erna ist meine beste Gehilfin. Und sie ist meine persönliche Bienenkönigin“, lobt Albert Dolpp. Zumal der Obermarchtaler nach einem früheren Arbeitsunfall als Beschäftigter in einem Handwerksbetrieb den rechten Unterarm verloren hat. „Meine Erna ist auch meine rechte Hand.“

Bienen sind für Albert Dolpp ein Stück Leben. Weshalb er sehr bedauert, dass immer mehr dieser kleinen nützlichen Insekten den Umweltgiften in der Natur zum Opfer fallen.

Kunst- und Handwerkermarkt

Veranstaltung Beim elften Marchtaler Kunst- und Handwerkermarkt am Sonntag, 1. Juli, von 10.30 bis 18 Uhr sind rund 40 Aussteller dabei. Der Markt findet bei jeder Witterung statt. Der Eintritt ist frei. Vor Ort ist erneut der Kinderbuchautor Friedrich Gnand aus Dettenhausen, der um 15 Uhr im Museum vorliest. Drei Alpakas können hautnah erlebt werden. Es gibt eine Marktrallye für Kinder.

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