Bürgermeister Dankbar für 16 Jahre

Anton Buck am Gewerbegebiet mit Obermarchtal im Rücken: In 16 Jahren ist Vieles erreicht worden, sagt der scheidende Bürgermeister und freut sich auf den Ruhestand.
Anton Buck am Gewerbegebiet mit Obermarchtal im Rücken: In 16 Jahren ist Vieles erreicht worden, sagt der scheidende Bürgermeister und freut sich auf den Ruhestand. © Foto: Emmenlauer
Andreas Hacker 13.06.2018

Ein Tag noch, dann beginnt für Anton Buck etwas Neues, wie er sagt. Morgen, am 14. Juni um 24 Uhr, endet für den scheidenden Bürgermeister von Obermarchtal dessen dann 16-jährige Amtszeit. „Es gibt noch etwas Anderes im Leben“, sagt der heute 64-Jährige nach 49 Jahren im Beruf und freut sich auf „ein Stück Freiheit“, was für ihn zuvorderst mehr Zeit für die Familie mit Ehefrau Elisabeth, vier erwachsenen Kindern und bald dem zweiten Enkel bedeutet.

Zwischen seinem Start mit der Wahl im März 2002 und einem Traumergebnis von mehr als 71 Prozent der Stimmen bei zwei Mitbewerbern und einer Wahlbeteiligung von mehr als 87 Prozent und dem doch sehr ruhigen Auslaufen jetzt liegen turbulente Zeiten, in denen Gemeinderat und Bürgermeister auch mal heftig aneinander geraten waren und Buck sich bei seiner Wiederwahl im April 2010 nur denkbar knapp gegen einen Herausforderer aus der eigenen Gemeinde hatte behaupten können.

Doch das ist Geschichte und von den damaligen Versprechen von Neuanfang und aufeinander Zugehen sind tatsächlich viele gehalten worden. Das macht es leichter, den Blick jetzt auf Erreichtes zu richten, wozu Anton Buck gern an den Rand des Gewerbegebiets geht, von wo aus er Obermarchtal gut im Blick hat. „Für eine Gemeinde mit 1300 Einwohnern sind wir doch außergewöhnlich gut aufgestellt“, sagt Buck und fügt hinzu: „Das haben wir gemeinsam geschafft, mit dem Gemeinderat, den Planern, den Ratgebern, den Bürgern und den beteiligten Firmen.“ Inhaltlich wichtig sind ihm dabei neben den großen Themen wie Gewerbegebiet, Ortsentwicklung und Tourismus auch die vielen Details, die unterm Strich eine aus Bucks Sicht gute Entwicklung beschreiben. Weg vom Öl zum Beispiel: Die Turnhalle wird mit Holzhackschnitzel beheizt und Kindergarten und Rathaus mit Pellets. Und an allen drei Biogasanlagen im Gemeindegebiet hängen kleinere Nahwärmenetze dran. Oder dass es  mit dem „Storchennest“ gelungen ist, im ländlichen Raum Tagesbetreuung für kleine Kinder zu organisieren.

„Wir haben gemacht, was leistbar war“, sagt Buck und verweist darauf, dass er zwar die Verwaltungsgemeinschaft im Hintergrund hat, vor Ort im Rathaus aber gerade mal 1,8 Arbeitskräfte. Und dass ohne Zuschüsse vieles nicht umsetzbar gewesen wäre, auch nicht der Aufzug am Dorfgemeinschaftshaus, „der diesen wunderschönen Saal jetzt auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich gemacht hat“.

Den Bürgern verpflichtet

Buck spricht viel im Plural und erklärt auch warum: Er fühlt sich den Bürgern verpflichtet. Diese hätten ein gutes Gespür für das Wohl der Gemeinde und sie seien die ganze Zeit respektvoll mit ihm umgegangen. Der Arbeit der Vereine zollt er höchste Achtung. „Die arbeiten eigenverantwortlich“; die Narren-Molke ist ihm dafür ein gutes Beispiel. Überhaupt Gemeinschaftsaktionen – die beeindrucken ihn. Wie sich etwa Reutlingendorf als Teilort entwickelt hat, vom innerörtlichen Bauen über die Gestaltung des Straßenraums und des Dorfplatzes bis hin zur anstehenden Verlegung des Kinderspielplatzes, das ist für ihn vorbildhaft.

Wenn er an morgen Abend denkt und an seine Verabschiedung am 24. Juni in einer Sondersitzung des Gemeinderats in der Turn- und Festhalle, dann spricht Anton Buck zunächst von Dank, dass er nach 28 Jahren als Kämmerer in Altheim bei Riedlingen, wo er bis heute wohnt, noch diese 16 Jahre in Obermarchtal hat gestalten können. Er hat bis zuletzt darauf hingearbeitet, seinem Nachfolger Martin Krämer, mit dem er gestern an der Grundschule war, ein geordnetes Haus zu übergeben.

Gleichzeitig macht er deutlich, dass er jetzt froh ist, angesichts der stark gestiegenen Aufgabefülle die Arbeit in jüngere Hände übergeben zu können. Und dass er sich auf das Neue freut, auf  die Arbeit im Garten daheim.