Schelklingen Dank Christine Hauke ist Bücherei echter Aktivposten

Büchereileiterin Christine Hauke vor der Schelklinger Stadtbücherei, für die sie sich so richtig ins Zeug legt.
Büchereileiterin Christine Hauke vor der Schelklinger Stadtbücherei, für die sie sich so richtig ins Zeug legt. © Foto: Bernhard Raidt
Schelklingen / Bernhard Raidt 22.05.2018
Christine Hauke ist eine echte Macherin in Sachen Kultur. Gemeinsam mit ihrem Team setzt die Leiterin der Schelklinger Stadtbücherei entscheidende kulturelle Akzente in der Achstadt.

Christine Hauke ist eine echte Macherin in Sachen Kultur. Gemeinsam mit ihrem Team setzt die Leiterin der Schelklinger Stadtbücherei entscheidende kulturelle Akzente in der Achstadt. Denn eigentlich ist die Bücherei in Schelklingen weitaus mehr als nur eine Bibliothek – sie ist ein enorm wichtiger Aktivposten in der zunehmend leerer werdenden Innenstadt. Und sie ist ein bedeutender Treffpunkt, eine Bildungseinrichtung mit Unterhaltungsangebot. „Ein typischer Gang in die Innenstadt sieht so aus, dass die Leute zum Eisessen gehen, ein paar Erledigungen machen und dann noch zu uns kommen – oder umgekehrt“, sagt Christine Hauke. Dann stöbern die Besucher im vielfältigen Medienangebot der Bücherei, zu dem auch Hörbücher, DVDs und mehr gehören.

„Sie ist unbezahlbar“

Die Bedeutung der Bücherei ist auch daran zu sehen, dass das finanziell klamme Schelklingen jährlich mehr als 100.000 Euro in den Betrieb der Bücherei steckt – ohne dass dies im Gemeinderat je zur Diskussion gestanden hätte. „An der Bücherei wird mit uns nicht gerüttelt“, sagt denn auch Heinz Zeiher von der CDU, die die größte Fraktion im Schelklinger Gemeinderat stellt. Vertreter anderer Parteien urteilen ähnlich. Übrigens fällt bei der Beschreibung der Bücherei immer auch der Name Christine Hauke – „sie ist unbezahlbar“, sagt Zeiher.

Hauke hat die Bücherei quasi von Beginn an aufgebaut. Als 1996 das Alte Rathaus fertig renoviert war, begann die Neu-Ulmerin ihre Arbeit als neue Büchereileiterin. „Die damaligen Verantwortlichen ließen mir innerhalb des Etats freie Hand bei der Anschaffung der Medien“, sagt die 50-Jährige. Ein Glücksfall, von dem jeder Bibliothekar träume, sagt Hauke. Ein Gewinn aber auch für die Schelklinger – denn die neue Leiterin wählte zielsicher solche Medien aus, die der Stadtbücherei einen anhaltend großen Erfolg sicherten.

Im rund 500 Jahre alten Fachwerkgebäude mitten in der Innenstadt haben Hauke und ihr Team – Gertrud Riexinger, Sarah Gaus und Bea Kienle – nach und nach mit enorm viel Engagement und tollen Ideen eine Art kulturelle Insel aufgebaut. Da werden aus Teppichrollen Palmenstämme für das Kinderlesezimmer gebaut, zu vielen Anlässen präsentieren sie die passenden Medien – und nicht zuletzt machen sie viele Aktionen. Das reicht von Vorlese- und Kreativnachmittagen für kleine und größere Kinder über Kinderkino gemeinsam mit der evangelischen Gemeinde und dem Ferien-Lese-Club unter dem Motto „Schock deinen Lehrer, lies ein Buch“ bis zu Veranstaltungen wie denen mit Geschichten-Erzählerin Dorothea Reuter oder spannenden Lesungen.

Nicht zuletzt arbeitet die Stadtbücherei eng mit den Schulen zusammen. Büchereileiterin Hauke wuchtet selbst regelmäßig Medienkisten von Klassenzimmer zu Klassenzimmer, damit sich die Schüler dort Neues besorgen können. Für die Älteren und Pflegebedürftigen, etwa im nahen Bürgerheim St. Ulrich, hat Hauke extra Medien angeschafft – beispielsweise Puzzles und anderes, das Demenzerkrankte aktiviert. „Es gibt viele, viele Ideen“, sagt Hauke. Wirklich erstaunlich, was da in der Bücherei mit gerade mal 1,5 Stellen geleistet wird - Hauke selbst arbeitet auf 63-Prozent-Basis. Doch sie will sich nicht beklagen. „Ich bin dankbar, dass uns die Stadt so unterstützt“, sagt sie. Die Bücherei sei eben schon etwas, woran ihr Herz hänge, sagt Hauke. Nur so, mit Herz und Leidenschaft, lässt sich dieses Engagement auch machen.

Dass Smartphones und Computer die Lesebereitschaft Jüngerer mindern, kann Hauke übrigens nicht bestätigen. „Es wird nicht weniger gelesen“, sagt sie. Zudem warnt sie davor, alles schlechtzureden – die elektronischen Bücher (eBooks), die es auch in Stadtbücherei Schelklingen gibt, seien für viele Leser äußerst interessant. Hauke erinnert sich außerdem daran, dass in einem Seminar ein mehrere hundert Jahre alter Text zitiert wurde – der vor den großen Gefahren warnte, die durch das Lesen von Romanen (!) bei jungen Leuten entstehen könnten. „Das klang genau so wie heute die Warnung vor Smartphones“, sagt die Büchereileitern.

500

Jahre ist das Fachwerkgebäude der Stadtbücherei ungefähr alt. In dem Gebäude haben Hauke und ihr Team mit sehr viel Engagement eine Art kulturelle Insel aufgebaut.

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