Das gemeinsame Lied am Schluss stand für das Anliegen des Abends: „Land on the Store“ sangen Herbert und Berti von der krankheitshalber zum Duo geschrumpften Akustik-Band „Walk The Line“ und die vier Schwestern der syrischen Familie Wakkas am Ende des Begegnungsabends im Dorfgemeinschaftshaus in Obermarchtal – ein Lied, das die Band aus Ehingen von einem Workshop im irischen Donegal mitgebracht hatte und in dem es darum geht, dass die Freundschaft auch nach einem Abschied erhalten bleibt. Und weil es ein Anliegen ist, dass solches auch für dieses Miteinander gelten soll, das an diesem Abend weit mehr als 100 Gäste begeistert hat, wurde im letzten Vers des Liedes „havalen“ verwendet, das kurdische Wort für Freunde. „Als Freunde traten Künstler und Publikum nach diesem Begegnungsabend die Heimreise an“, fasst Friedrich Hog zusammen, der als Mitglied im Helferkreis für Flüchtlinge in Obermarchtal und bei den Country Friends Kötz gleich mehrfach an der Organisation beteiligt war.

Ein Stück aus Aleppo

Seit zweieinhalb Jahren nun sind die vier Schwestern Enji, Sidra, Rama und Seham in Obermarchtal und mit ihrer Musik als „Sister Wakkas“ bekannt geworden. An der Jugendmusikschule Raum Munderkingen geht ihre musikalische Ausbildung weiter, und in perfektem Deutsch haben sie beim Begegnungsabend durch ihr Programm geführt: kurdische Folklore mit Geige, akustischer Gitarre, Tambur und Querflöte, dazu Klassiker wie „Hit the Road Jack“ von Ray Charles oder „Hotel California“ von den Eagles. Ein Stück aus Aleppo animiert ihre Eltern und weitere Gäste zum Tanz.

Vier in Obermarchtal lebende syrische Frauen hatten syrisches Essen gekocht und bekamen viel Lob. Und gemeinsam, wie sie das Dorfgemeinschaftshaus zum Konzertsaal umgebauten hatten, räumten Mitglieder des Helferkreises und Schutzsuchende aus Syrien auch wieder auf.