Wie läuft es bei den Gruppen freiwilliger Helfer in der Stadt Ehingen und der Region, die Dienste für die Corona-Risikogruppen und isolierte Personen anbieten? Nach einer Woche können die Helfer schon eine erste Bilanz ziehen.

Einkaufshelden

Bei den Einkaufshelden der Jungen Union (JU) nimmt die Arbeit nur langsam zu. Seit vergangener Woche sind etwa zehn ältere Menschen hinzugekommen, die das Angebot annehmen, einen Einkauf für sie zu erledigen. „Die Tendenz steigt, auch wegen des neuen Kontaktverbots“, sagt Henry Frömmichen, der die Anrufe der Hilfesuchenden entgegennimmt (Tel. 0157 77 90 13 02).

Der Ablauf beim Hilfsdienst der JU ist individuell. Manchmal holen die Einkaufshelden beispielsweise einen Korb ab, das Geld liegt teilweise schon darin bereit, sagt Henry Frömmichen. Anschließend wird der Korb mit der Ware, dem Rückgeld und Beleg wieder an der Haustür abgeliefert. Mittlerweile gebe es etwa 50 „Einkaufshelden“, die ihrerseits auch vielfältige Unterstützung erfahren. So habe bereits eine Ehinger Apotheke Desinfektionsmittel an die Helfer gespendet, wovon sich jeder Einkäufer etwas abfüllen könne.

Team Ehingen-Urspring

Die Basketballer kooperieren mit Rewe Widmann. Online hat der Supermarkt eine Plattform freigeschaltet, über die sich Menschen aus Ehingen ab einem Mindestbestellwert von 20 Euro Waren bestellen können. Geliefert werden diese dann am Folgetag zwischen 14 und 20 Uhr. Das Ausfahren der Ware übernimmt einer der 20 Helfer des Basketball-Teams. In den vergangenen Tagen seien es vier bis sieben Bestellungen pro Tag gewesen, außerdem seien alle Altersgruppen dabei gewesen, sagt Urspring-Spieler Merlin Opitz. Anfragen direkt an die Helfer seien bisher noch keine eingegangen. Das möchten die Basketballer aber ändern, sagt Merlin Opitz (Tel. 0152 07 41 16 91).

Spedition Denkinger

Das Unternehmen bietet ebenfalls Hilfe bei Besorgungen und Erledigungen für Risikogruppen an. Seit einer Woche läuft die Aktion – täglich seien es fünf bis sechs Anrufe und Nachrichten, sagt Sophia Brunner, die Bestellungen entgegennimmt und die Einkäufe erledigt (Tel.: 0173 96 83 82).

Lokale Agenda

Die Lokale Agenda 21 in Ehingen stößt mit ihrem Hilfsangebot für Ältere auf positive Resonanz. Es hätten sich schon viele Helfer gemeldet und auch Menschen, die Hilfe brauchen, sagt Ursula von Helldorff – zudem Leute, die das Angebot weiter verbreiten. Vermittelt wird die Unterstützung meist über Telefonate. Von Helldorff sucht dann Helfer in ihrer Liste, die in der Nähe wohnen und übermittelt den Kontakt.

Freikirche Arche

Die Arche bietet vielseitige Unterstützung an: Kurzbotschaften über Youtube, Hilfe beim Einkaufen oder Telefonseelsorge bei Pastor Bauschatz (Tel. 07356 1291). Das Angebot sei allerdings so neu, dass bisher nicht viel Resonanz von außerhalb kam, sagt Thomas Schneider von der Arche Ehingen.

Facebook

Die Gruppe „Nachbarschaftshilfe in Ehingen und Umgebung“ wächst, Anfragen seien aber die Ausnahme, sagt Claudia Holder. „Viele ältere Menschen nutzen eben kein Facebook.“ Trotzdem lobt die Initiatorin die Hilfsbereitschaft der Ehinger.

Schelklingen

Auch die Schelklinger scheinen beim Einkaufen noch gut versorgt zu sein – „wahrscheinlich durch Kinder und Bekannte“. Bei der Urspringschule habe es daher noch keine Anfragen gegeben, sagt Schulleiter Reiner Wetzler. Nur ein paar „halbe Anfragen“ seien da – nach dem Motto: wenn doch einmal was wäre, würde man auf die Helfer zukommen. Die Resonanz sei durchweg positiv und es gebe viele Unterstützer, die nur auf Anfragen warten (Tel. 07394 246 55). In Schelklingen gibt es zudem eine digitale Plattform, über die sowohl Hilfegesuche als auch Hilfsangebote nach Anmeldung möglich sind: nebenan.de.

Deutsches Rotes Kreuz

Insgesamt werde das Hilfsangebot bislang eher verhalten genutzt, sagt Jürger Fiderer vom DRK-Kreisverband Ulm (Tel. 0731 144 48 88). Wie berichtet, beliefert dieser Menschen in Quarantäne, die sonst niemanden haben, mit fertigten Paketen mit Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Ähnlich gering ist die Nachfrage bei den Ortsvereinen in der Fläche: Die Rotkreuz-Helfer aus Munderkingen, die ein Einkaufsangebot für die Gemeinden in ihrem Einzugsbereich gestartet haben, waren bislang gar nicht gefragt (Kontakt über den Kreisverband); das DRK in Oberstadion wurde einmal kontaktiert (Tel. 07357 921 40).

Es komme aber gar nicht auf die Quantität an, betont der Bürgermeister und Vereinsvorsitzende Kevin Wiest: „Wenn man nur einem Menschen helfen kann, hat sich das Angebot schon gelohnt.“ Im ersten Fall sei ein Mann versorgt worden, der jüngst aus dem Krankenhaus entlassen wurde.

Obermarchtal

In Obermarchtal stehen zwischenzeitlich insgesamt zwölf Helfer für den über das Rathaus organisierten Einkaufsdienst für Ältere und Erkrankte bereit (Tel. 07375 205). Bislang sei es aber zu keinem Einsatz gekommen, sagt Bürgermeister Martin Krämer auf Nachfrage. „Wir stehen ja aber auch erst am Anfang“, erklärt er.

Firmen bedanken sich bei Einsatzkräften und medizinischem Personal


Autohaus Ehingen Eine Aktion für alle Berufsgruppen Gesundheit und Soziales. Das Angebot des Autohauses: Das Privatfahrzeug von Angestellten im Medizin- und Pflegebereich wird bei ihnen zu Hause abgeholt, in der Werkstatt durchgecheckt – und wenn nötig, bekommt es einen kostenlosen Ölwechsel. Seit dem Start der Aktion am Mittwoch seien es bisher jeden Tag zwei bis drei Autos gewesen, die die Mitarbeiter kostenlos in der Werkstatt gecheckt haben, sagt Verkaufsleiter Bernd Haller. Der Grund für seine Idee: „Wir wollen den Leuten, die täglich für uns im Einsatz sind, etwas zurückgeben.“ Telefon: (07391) 70500 oder Email: info@ehingen-autohaus.de.

Avia Tankstelle Ehingen In der Blaubeurer Straße 25 in Ehingen können sich Rettungs- und Einsatzkräfte als Dankeschön für ihre Hilfe einen kostenlosen Kaffee holen. „Schön dass es euch gibt, danke“, steht im Facebook-Post der Tankstelle. Darunter das Foto vor der Tankstelle: DRK Rettungskräfte vor dem Einsatzwagen – mit Kaffeebechern.