„Mein Bruder ist erst neu dabei, aber er wollte gerne mitmachen“, erklärt Luka und stopft mit den Händen eine Vogelfuttermischung in einen Blumentopf. Neben ihm steht sein Bruder Niko und ist konzentriert bei der Arbeit. Acht Hände greifen fast gleichzeitig in die Schüssel mit der Vogelfuttermasse. Später werden die Futterstationen in den Bäumen an der Schule aufgehängt und die Kinder werden beobachten, ob die Leckerei angenommen wird.

Am Donnerstag durfte man den Kindern der Aktion „Grünfinder“ an der Längenfeldschule bei der Arbeit zuschauen und konnte jede Menge dazulernen. Die Kinder erzählten, wie manche Bäume heißen oder wie man Vogelfutter selber machen kann. „Wir haben auch davon probiert“, erzählten sie. Da die Grundmischung aus Quark, Weizenkleie und geschmolzener Margarine besteht, schmeckte das Vogelfutter wie ein Müsli, bevor es mit den speziellen Vogelfutter-Kernen angereichert wurde.

Impulse vom Wenzelstein

Der „Grünfinder“ ist ein Projekt der Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller, die sich am Donnerstag an der Längenfeldschule vorstellte. Die Kinderstiftung verfügt über ein Stiftungskapital über 9,6 Millionen Euro und unterstützt Projekte in Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis. Rund ein Prozent des Stiftungskapitals kommt vom Caritasverband. Mehr als 2700 benachteiligte Kinder wurden 2017 gefördert. Die Längenfeldschule wurde deshalb als Präsentationsort gewählt, weil hier aus dem Projekt „Wir machen mit am Wenzelstein“ entscheidende Impulse ausgingen. „Schon hier wurden unsere Ansätze gut umgesetzt“, sagte der Wirtschaftsprüfer Dr. Jörg Waiblinger als Vertreter der Stifter. Die Voraussetzungen, an der Schule, das Projekt „Grünfinder“ umzusetzen, waren auch deshalb gegeben, weil die Ehingerin Manuela Puseljic eine kompetente Ansprechpartnerin ist und sich in dem Wohnumfeld gut auskennt.

Seit September läuft nun der Grünfinder an der Längenfeldschule. Die Kinder sollen ihre Umgebung kennen lernen, miteinander agieren und sich in der Natur bewegen. „Wir fördern inklusive und nachhaltige Angebote, die die Lebens- und Entwicklungschancen von benachteiligten Kindern fördern“, sagte Mathias Abel, Geschäftsführer des Caritas-Verbands für die Region Günzburg und Neu-Ulm. Darunter fallen unter anderem Kunstprojekte, Ferienbetreuung, tiergestützte Hundetherapie, oder Chorprojekte und Freizeiten.

Starke und schwache zusammen

Der Grünfinder überzeugte die Stifter deshalb, weil hier Kinder verschiedenen Alters und Herkunft unabhängig von der Konfession miteinander etwas machen. „Uns war es wichtig, dass wir starke und schwache Kinder in der Gruppe haben“, erklärt  Grünfinder-Projektleiterin Anna Bantleon. Wichtig war auch, dass das Projekt im Ganztagsbetrieb integriert ist und Eltern nicht organisieren müssen.

„Wir haben festgestellt, dass die Natur ein sehr guter Vermittler ist“, weiß auch Schulleiter Max Weber. 113 Kinder nehmen derzeit an Grünfinder-Projekten teil. Jedes Kind wird mit 405 Euro bezuschusst. Die Kinder erhalten Grünfinder-Rucksäcke mit Zubehör wie einem Tagebuch und einer Lupe. Die Projektleiter werden extra ausgebildet. 113 Kinder nahmen bisher an dem Projekt Grünfinder teil, das für jedes Kind ein halbes Jahr lang möglich ist.

Andere Projekte sind die Nikolausbesuche. 33 Kindertagesstätten nahmen daran teil und 1667 Kinder wurden unterstützt. Die Kinderstiftung unterstützt aber nicht nur Projekte, sondern bewilligt auch Einzelfallhilfen. Diese können beispielsweise in der Familiensprechstunde angesprochen werden. Seit zwei Monaten gibt es die Sprechstunde auch in Ehingen.