Ernährung CDU-Staatssekretärin besucht Grundschule

Ehingen / Christina Kirsch 15.06.2018
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besucht Grundschule im Alten Konvikt und trifft auf dem Ernsthof auf Landwirte.

Herr Baumann, Herr Baumann, raten Sie mal, wie ich heiße“, sprudelte es aus einer Drittklässlerin beim Schulbesuch heraus. Bevor das Stadtoberhaupt überhaupt antworten konnte, verriet Amelie schon ihren Nachnamen. „Ich heiße Baumann!“, antwortete das Mädchen sich selbst. Sie hatte sich offensichtlich schon tagelang darauf gefreut, diesen Überraschungs-Gag landen zu dürfen.

Amüsant begann somit der Besuch von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch in der Grundschule im Alten Konvikt. Die CDU-Politikern informierte sich über die Umsetzung des Ernährungsführerscheins für Grundschüler. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz stellt allen Grundschulen in Baden-Württemberg das Medienpaket „Ernährungsführerschein – ein Baustein zur Ernährungsbildung für die Grundschule“ des Bundeszentrums für Ernährung kostenlos zur Verfügung. 3000 Lehrer beteiligen sich an der Aktion. Im Alten Konvikt ist man seit jeher an guter Ernährung und Umweltthemen interessiert.

Zunächst gab es einen Schulrundgang im Schulgarten, wo Laura, Mika und Noah aus der 2a die Hochbeete erklärten. Dort wachsen Blattsalat, Kürbis und Kräuter. Unter der Regie von Lehrer Ervin Mujagic pflegen die Kinder das Beet. „Im innerstädtischen Bereich haben viele Familien keinen Garten und keine Möglichkeit, etwas anzupflanzen“, sagte Schulleiter Andreas Tietzel.„Es ist wichtig, dass Kinder sehen, wie etwas wächst“, sagte die Staatssekretärin. Auch mit Frustration müssen die Zweitklässler bei ihrem Hochbeet umzugehen lernen, denn die Schnecken hatten sich schon über die jungen Salatpflänzchen hergemacht.

In der Klasse 3a waren die Kinder schon fleißig damit beschäftigt, Gurken zu schälen, Karotten zu schneiden und Paprika in mundgerechte Streifen zu teilen. „Wir machen Knabbergemüse und Brotgesichter“, erklärten die Kinder voller Stolz. Die Drittklässler bringen für ihr gesundes Buffet alles von daheim mit, was sie brauchen. Messer, Schneidebrett, Küchenschürze und Sparschäler hatten sie parat. „Wenn man das von zu Hause mitbringt, macht man das auch mal zu Hause“, sagte die Sachkundelehrerin Johanna Ullrich. Unter ihrer Anleitung dekorierten die Kinder Teller mit Gemüse, füllten Kräuterquark in Schüsseln und schafften es sogar, bei der Arbeit nicht zu naschen.

Die Delegation war begeistert und ließ sich zum Buffet mit Brotgesichtern einladen. „Es ist wichtig, den Kindern bereits frühzeitig die Vorteile ausgewogener und gesunder Ernährung zu vermitteln“, sagte Oberbürgermeister Alexander Baumann. Jedes Kind, das den Ernährungsführerschein bekommt, hat eine kleine Prüfung abgelegt und weiß, was eine Ernährungspyramide ist. Väter und Mütter würden vermutlich staunen, wie selbstverständlich ihre Kinder ihren Platz wieder aufräumen, Schalen in der Biomülltüte verstauen und warten, bis alle zum gemeinsamen Essen fertig sind.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hagel unterstützt die Aktion. „Bewusste Ernährung ist ein lebenslanger Begleiter und beginnt bereits im Kindesalter“, sagte er. Es sei spitze, wenn sich die Kinder bereits in der Grundschule mit der Frage auseinandersetzen, wo das Essen herkommt und was es heißt, Lebensmittel zu erzeugen.

Im Anschluss an den Schulbesuch informierte sich die Staatssekretärin im Ernsthof über die Anliegen der Landwirtschaft. Vertreter des Biogasfachverbands und des Kreisbauernverbands kritisierten, dass die Umsetzung der Düngeverordnung Probleme bereite. Die sei ein nicht zu unterschätzender bürokratischer Aufwand, bedauerte Reinhold Stetter. Die Nährstoffbilanzierung sei praxisfern und die Obergrenze von 170 Kilogramm je Hektar Gesamtstickstoff wünscht sich die Landwirtschaft flexibler. „Warum wird der organische Dünger immer negativ bewertet?“, fragte er die Staatssekretärin.

Auch im Güterkraftverkehrsgesetz fordert die Landwirtschaft Ausnahmen von den verschärften Auflagen. Denn nach dem Gesetzentwurf sei ein Ausleihen von Geräten bei Landwirtschaftskollegen nicht mehr möglich, sagte Michael Kahle vom Maschinenring Biberach.

Ein Führerschein für die Ernährung

Projekt Mit dem Ernährungsführerschein kommt die Küche ins Klassenzimmer. Die Kinder lernen die Zubereitung kleiner Gerichte, wichtige Küchentechniken, Hygieneregeln und legen zum Abschluss eine Prüfung ab. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg unterstützt Schulen und Kindertageseinrichtungen bereits seit über 30 Jahren mit der Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (BeKi) bei Fragen rund ums Essen und Trinken: www.beki-bw.de

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