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Europawahl
Allmendingen / SWP  Uhr
Schuldenkrise, EU-Mitgliedschaft der Türkei und Schweizer Volksentscheid - darüber sprach CDU-Europakandidat Norbert Lins in Allmendingen.

 Die Europawahl im Mai im Fokus hatte Norbert Lins ; der neue CDU-Wahlkreiskandidat fürs Europaparlament hat sich am Dienstag in der Allmendinger "Schlossmühle" vorgestellt, berichtet Paul Glück. Lins, 36, geboren in Horgenzell westlich von Ravensburg, wohnhaft in Pfullendorf, will in die Fußstapfen von Elisabeth Jeggle treten, die seit 15 Jahren die Region Württemberg-Hohenzollern in Brüssel und Straßburg vertritt und nun altershalber ausscheiden will.

Wie seine Vorgänger Jeggle, Honor Funk und Isidor Früh hat Lins seine Wurzeln im landwirtschaftlichen Umfeld. Er hat eine abgeschlossene Ausbildung zum gehobenen Verwaltungsdienst, einen Master im Europamanagement und ist derzeit Referent im baden-württembergischen Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Auch auf der europäischen Plattform ist er kein Neuling: Fünf Jahre war er Leiter des Büros eines Europaabgeordneten in Brüssel.

In seinem Referat habe er Allgemeinplätze vermieden und gezielt die wichtigsten Brennpunkte in der Europäischen Union angesprochen, zuvorderst die Bewältigung der Staatsschuldenkrise. "Wir sind auf dem Weg, dieses zentrale Problem zu lösen, einen guten Schritt vorangekommen, aber keineswegs am Ziel", meinte er.

Das Abstimmungsergebnis aus der Schweiz zur Beschränkung der Einwanderer nannte Lins "schwierig" aus Sicht der EU, zu der die Schweiz ja ein privilegiertes Verhältnis unterhalte. Die Eidgenossen seien jetzt am Zuge, ihren Standpunkt klar zu definieren. Hierfür hätten sie drei Jahre Zeit. Er warnte allerdings, den Schweizern als Lehrmeister entgegenzutreten und zeigte sich zuversichtlich, dass "ein pragmatischer Ausweg" gefunden werde.

Unter den 15 Zuhörern entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Die Vergemeinschaftung der Schulden kam zur Sprache, ebenso die angestrebte EU-Mitgliedschaft der Türkei. Lins zeigte die europäischen und strategischen Interessen Europas und des Westens an der Türkei auf. Einer Vollmitgliedschaft stand er äußerst skeptisch gegenüber; diese wäre für beide Seiten eine Überforderung, sagte er.

Auch das Problemfeld Genmais und die Streichung von Wirkstoffgruppen im Rahmen des Pflanzenschutzes wurden angesprochen. Bemängelt wurde die Enthaltung der deutschen Regierung bei der entscheidenden Abstimmung, die nun wahrscheinlich zur Freigabe des Genmaisanbaues führt.