Zum traditionellen Jahreskonzert am Palmsamstag haben sich die fast 350 Besucher beim Musikverein Edelweiß zweieinhalb Stunden bestens unterhalten gefühlt. Zum Auftakt zollte der Vorsitzende, Wilfried Maier, dem Vororchester für die Note "hervorragend" beim Wertungsspiel in Beiningen ein dickes Kompliment, ebenso der Jugendkapelle für "sehr gut" und Selina Barone für ihr mit "sehr gut" bewertetes Trompetensolo. Für den Nachwuchs gab es einen Sonderapplaus, und er eröffnete das Konzert mit munteren Klängen. Das Vororchester interpretierte mit Peter Munding eine beschwingte "Dance Celebration" und rhythmische Impressionen über einen freien Tag. Die Jüngsten spielten akzentuiert und hinterließen einen guten Eindruck.

Die Jugendkapelle setzte sich unter Leitung von Dagmar Moll eindrucksvoll in Szene und zeigte die Fortschritte der musikalischen Ausbildung. Ein klangvolles Orchester widmete sich dem romantischen "Concerto d'Amor", das kontrastreich die Musikstile Barock, Pop und Jazz vereinigte und zeichnete mit der Komposition "Belvedere" nach Noten das Bild einer schönen Landschaft. Laura Schönle beeindruckte dabei als Saxophonsolistin. Mit den drei bekanntesten Melodien aus dem Musical "Tarzan" von Phil Collins ging es auf eine Reise in den afrikanischen Busch. Trommeln und raffiniert symbolisierte Urwaldgeräusche prägten dieses Musikerlebnis. Als Extra gab es ein Wiederhören mit dem bei allen Kindern beliebten "Wickie".

Mit "The Hounds of Spring", einer Geschichte über jugendlichen Überschwang und zarte Liebe, übernahm das große Blasorchester und bekräftigte auch mit der konzertanten Komposition "Loch Ness" sein Höchststufenniveau unter dem souverän leitenden Dirigenten Peter Munding. Beschrieben wird nicht das sagenhafte Ungeheuer von Loch Ness, sondern der Einfluss des Wetters auf den 230 Meter tiefen See. Sturm peitscht den Regen übers Wasser, was die Instrumente eindrucksvoll in Szene setzten. Schlussendlich taucht die Sonne den See in gleißendes Licht.

Eine furiose Komposition von Marion Bürki berichtete von Rast und Hektik, und die Instrumentalisten zeichneten das kontrastreiche Thema voller Dynamik und zugleich sensibel nach, wobei die Register im höchsten Maße durch unterschiedliche Tonlagen und Tempi gefordert waren. Sechs irische, schottische und amerikanische Volkslieder erklangen - ein variationenreiches Klangerlebnis. Ein Hauch Wilder Westen vermittelte Lebensfreude und Esprit. Angetan von so viel Wohlklang wünschte das Publikum eine Zugabe und hörte die Polka "Für die Ewigkeit", die zur Hochzeit von Dirigent Munding mit seiner Katharina eigens komponiert worden war. Weil immer noch weitergeklatscht wurde, erklang der flott interpretierte Deutschmeister-Regimentsmarsch als Zugabe. Für die Dirigenten gab es Präsente, ebenso für die Moderatorinnen Alina und Julia Walter, Luisa Fessler und Veronika Huber und die erfolgreiche Trompeterin Selina Barone.

Ehrungen in Rottenacker

Mit Ehrennadeln in Gold samt Diamant, Urkunden und Krügen dankte der Musikverein Karl Müllerschön für 60 Jahre, Roland Walter für 50, Irmgard Mayer und Karl Moser für 40 und Friedrich Dommer und Michael Schmucker für 30 Jahre als fördernde Mitglieder. Seit drei Jahrzehnten musizieren Ralf Munding, Alexander Schelkle und Oliver Walter, für sie hatte Rupert Vogel vom Blasmusik-Kreisverband die goldene Ehrennadel. Er lobte die Leistungen des Musikvereins Rottenacker und die beispielhafte Jugendarbeit. Die Ehrennadel in Silber erhielten für 20 Jahre Markus Bosch, Markus Gemmi, Simon Schacher, Martin Striebel, Michael Striebel, Fabian Walter und Simon Walter. Seit 10 Jahren sind Tim Linkh, Dario Göbel, Melanie Hecht, Fabian Hecht, Simon Munding und Jonas Striebel im Blasorchester.