Kultur Ausstellung: Bunte Kunst im Park

Oberdischingen / Renate Emmenlauer 05.08.2018
Mit der „Kunst im Park“ hat der SV Oberdischingen sein 90-jähriges Bestehen durch ein ganz besonderes Glanzlicht geschmückt.

Es war ein Erlebnis, am Wochenende durch den Oberdischinger Schlosspark zu flanieren. Vor der Sonne vom wohltuenden Schatten der riesigen Baumkronen geschützt, gab es viel zu sehen. „Kunst im Park“ lautete der Titel. In dem idyllischen und weitläufigen Areal boten Künstler mit 27 Kunstinstallationen entwaffnend persönliche Noten. Zusammen war ein großes Gesamtkunstwerk entstanden, das den Sportverein Oberdischingen in seiner bunten Vielfalt dokumentiert.

Ein bestrickter Baum

So hatten die Viertklässler der Josef-Karlmann-Brechenmacherschule auf einem riesigen Transparent ihre Spuren aus wilden Turnübungen hinterlassen. Ein Windspiel mit Kegeln imitierte die Klänge der Turnerinnen, Kinder hatten einen Zaun bemalt und lebensgroße Sportposen auf Leinen zeigten Turnkinder in Aktion. Als besonderer Blickpunkt erwies sich die Strickinstallation „bestrickend schön“, die einen stattlichen Baum zierte. Das gestrickte Kunstwerk war von zahlreichen Akteuren unter Mitwirkung von Bewohnern des Altenheims St. Hildegard gestaltet worden. Ein „Tanz der Kleider“, „Tennisschläger für Riesen“, „Elf Mann und ein Ball“ unter dem Motto „Freistoß“ waren zu sehen. Verschiedene Abteilungen und Turngruppen des Sportvereins, die „Ahnengalerie“ mit den Vorsitzenden des Vereins, ein „Tennismatch mit 26 Schlägern und 60 Bällen“ ist mit Unterstützung der Vorschulkinder und Erzieherinnen des Kindergartens St. Martin kreiert worden. Auch ein Flechtwerk mit Seilen vom Seilspringen („Skipping“), Malereien, Skulpturen und viele weitere originelle Kreationen füllten den Schlossgarten.

Bei der gut besuchten Eröffnung am Freitagabend als Auftakt zur Oberdischinger Dorfhockete und zum runden Vereinsjubiläum freute sich Sportlerchef Nils Koch: „Diese Ausstellung zeigt all das, was unseren aktiven, vielseitigen und liebenswerten Sportverein in den vergangenen 90 Jahren ausgemacht hat.“ Der Vorsitzende bedankte sich bei den Mitinitiatorinnen Monika Wick und Marianne Wurst, ebenso bei den mehr als 100 kleinen und großen Künstlern, die mit ihren zündenden Ideen zu einem wunderbaren Gesamtkunstwerk beigetragen haben und nicht zuletzt bei den Sponsoren. „Das ist eine beispielhafte Aktion von Bürgern für Bürger, die weit über die Grenzen des SV Oberdi­schingen hinausreicht“, lobte Koch. „Diese Ausstellung ist das Ergebnis dessen, was Menschen, wenn sie zusammenschaffen, alles auf die Beine stellen können.“ Gleichermaßen begeistert zeigte sich Bürgermeister Fritz Nägele, der den SV Oberdischingen als unverzichtbaren Verein im Ort bezeichnete. Zumal der Sportverein auch Lebensqualität biete und Integration im besten Sinne praktiziere – ob bei Neubürgern, der Außenwohngruppe der Heggbacher Einrichtungen oder auch bei Flüchtlingen. Nägele lobte, dass die vorbildliche Dorfgemeinschaft mit der „Kunst im Park“ einmal mehr ihren Zusammenhalt bewiesen habe.

Viele Künstler kannten sich nicht

Details zur Ausstellung lieferte danach Marianne Wurst. „Die mehr als 100 Künstler – vom vier Jahre jungen Kind bis zu einer 99-jährigen Bewohnerin des Altenheims – haben sich oft vorher nicht gekannt. Sie haben seit Monaten auf diesen Moment der Eröffnung hingearbeitet“, betonte sie. „Alle, die sich hier eingebracht haben, sind Teil dieses bemerkenswerten Ganzen geworden.“ So verschieden jedes der 27 Kunstprojekte sei, so hätten doch alle einen gemeinsamen Nenner: Und zwar die Freude und das Herz für die Sache, die Kreativität und Motivation.

Beim anschließenden Rundgang erläuterte die Künstlerin jedes Objekt und dessen Schätze mit Stolz und lobte immer wieder die Gemeinschaftsleistung.

Unter dem Motto „...es war einmal“ gab es von Freitag bis Sonntag im Flötenhäusle zudem eine Diashow zu „90 Jahre SV Oberdischingen“. Außerdem wurde ein Teil der Ausstellung am Sonntagabend versteigert – der Erlös fließt in die Jugendarbeit des Sportvereins. Andere Objekte werden für ein weiteres Kunstprojekt verwendet. Der Musikverein steuerte zur Eröffnung der „Kunst im Park“ zudem feine Klänge bei.

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