Natur Bürgerinformationsveranstaltung in Algershofen

Bürgermeister Michael Lohner (stehend) sieht viel Potenzial in dem Munderkinger Teilort.
Bürgermeister Michael Lohner (stehend) sieht viel Potenzial in dem Munderkinger Teilort. © Foto: Bloching
Munderkingen / MARIA BLOCHING 22.09.2018

Algershofen hat mit seiner Natur viel zu bieten, findet Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner. „Potenzial“, das es auszuschöpfen gelte. Auch für Ortsvorsteherin Rosa Nisch ist klar: „Wir wollen die Idylle wieder herstellen.“ Wie das gehen soll, das wurde am Donnerstag auf einer Info-Veranstaltung mit einem Entwicklungs- und Pflegekonzept für die „Warmen Quellen“ und für den Algershofer Bach vorgestellt.

Bereits 2001 startete die AG Naturschutz unter großer Beteiligung der Bevölkerung mit Maßnahmen: „Daran wollen wir nun anknüpfen“, sagte Lohner. Mittlerweile sei alles verwildert, Schildkröten hätten sich in den „Warmen Quellen“ breitgemacht. Durch die Pläne wolle man den Bürgern Vorschläge an die Hand geben, um Algershofen in den nächsten zehn Jahren im Bereich Natur wieder herzurichten. „Wir haben in diesem Dorf schon viele Erfolge erzielt“, sagte Lohner und nannte das Beispiel den Dorfplatz.

Naturplanerin Regina Zeeb bemängelte die fehlende Durchgängigkeit des Algerhofer Baches, sprach sich für das Anlegen eines Gewässerrandstreifens aus und will standortfremde Vegetation ersetzen. Bei Gewässern müsse eine Zeit von zehn Jahren ins Auge gefasst werden. Krautverwachsungen sollen ausgemäht, Gehölze auf Stock gesetzt und Verklausungen gelöst werden. „Biotop und Freizeitnutzen müssen Hand in Hand gehen.“

Christian Schütz vom Landratsamt hat den Pflege- und Entwicklungsplan für Algershofen entworfen. Er hob den doppelten Schutzstatus der „Warmen Quellen“ als flächenhaftes Naturdenkmal sowie als geschütztes Biotop hervor. Ihm schwebt eine „Reaktivierung zur Badeanstalt“ vor, doch damit konnten sich die Algershofer Bürger nicht anfreunden. „Wir wollen keinen top Badesee, sondern einen Natursee. Dazu müssen wir zuerst die Schildkröten in Griff kriegen“, führte Rosa Nisch aus. Auch für Wolfgang Pilger die einzige Möglichkeit, die Wasser- und Badequalität zu erhöhen. „Das Wasser ist durch die Schildkröten so dreckig, da geht niemand rein.“

Sowohl Bürgermeister Lohner als auch Christian Schütz sagten zu, sich dieses Problem vorrangig anzugehen. Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der „Warmen Quellen“ sollen häufige fachgerechte Mahd der Wege und des Gewässerrandstreifens sein, Entwicklung einer Heckenstruktur, Pflege des Baumbestandes, Biberschutz und ein Rechen, um den Abfluss zu gewährleisten.

Siegfried Steiner vom AG Naturschutz bezeichnete die Diskussion um die Pflegemaßnahmen als „Harakiri“. Man habe versäumt, eine Bestandsaufnahme der Lebewesen im See zu machen. „Jetzt sollen Bagger her, obwohl es da drin Muscheln und Fischarten gibt. Man kann nicht bloß baggern, man muss mit System rangehen.“ Die Stadt müsse sich fragen, was sie wolle: „Ein Naherholungsgebiet? Sanfter Tourismus oder eine Badeanstalt?“

Im Oktober soll es mit den Pflegemaßnahmen losgehen. Lohner bat um Unterstützung: „Man muss erst mal anfangen, dann entsteht auch was.“ Das gelte auch für die Gemeindeverbindungsstraße, die im Frühjahr in zwei Abschnitten für 445 000 Euro saniert wird. Über drei Wochen soll abgefräst und asphaltiert werden. Baulastträger ist die Verwaltungsgemeinschaft.

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