Gemeinderat Bürgerbegehren zur Wasserversorgung in Lauterach abgelehnt

Rund 60 Zuhörer waren in Lauterach zur außerordentlichen Gemeinderatsitzung zum Thema Wasserversorgung gekommen.
Rund 60 Zuhörer waren in Lauterach zur außerordentlichen Gemeinderatsitzung zum Thema Wasserversorgung gekommen. © Foto: Maria Bloching
Lauterach / Maria Bloching 04.12.2018
In Lauterach wird es zunächst kein Bürgerbegehren zur Wasserversorgung geben. Das Gremium sagt aus formalen Gründen Nein.

In Lauterach haben 169 Unterzeichner einen Bürgerentscheid über die Zukunft der Wasserversorgung beantragt, die nach Ansicht der Bürgerinitiative weiter aus den gemeindeeigenen Quellen erfolgen soll. Allerdings haben die Initiatoren in ihrer Begründung angegeben, dass die Gemeindeverwaltung „dargelegt und angekündigt“ habe, dass vorgesehen sei, sich der Bussenwasserversorgungsgruppe (Buwag) anzuschließen und die eigene Wasserversorgung aufzugeben, obwohl die Lauteracher Quellen ausreichend gutes Wasser lieferten. Das sei aber falsch, sagte Bürgermeister Bernhard Ritzler jetzt bei der Behandlung im Gemeinderat, denn vorerst ging und geht es in Lauterach nur um einen Förderantrag, den man vorab für einen Beitritt zur Buwag stellen will, um verlässliche Zahlen für einen Kostenvergleich zu erhalten.

Emotionaler Schlagabtausch

„Es gibt jetzt schon einen Graben im Ort zwischen 169 solchen und 183 solchen“, bedauerte Ritzler und appellierte an die Bürger, zusammenzuhalten. „Es ist wichtig, dass wir dieses Projekt gemeinsam schultern.“ Rund 60 Zuhörer waren zur Gemeinderatssitzung gekommen, äußerten immer wieder ihren Unmut und verfolgten einen emotionalen Schlagabtausch zwischen dem Gremium sowie Horst Wimmer und Elmar Haußmann von der Bürgerinitiative. „Der Gemeinderat verwehrt sich nicht gegen einen Bürgerentscheid. Fakt ist aber, dass Behauptungen im Raum stehen, die nicht zutreffend sind“, meinte Ritzler. Lutz Mammel ging noch weiter. Er sprach von „Unehrlichkeit“ seitens der Bürgerinitiative, die mit „Unwahrheiten“ Unterschriften gesammelt habe. „Geht es wirklich um die Sache oder darum, dem Gemeinderat eins auszuwischen?“. Dem Gremium werde eine Entscheidung angedichtet, die noch nicht gefallen sei.

Bärbel Kiebler betonte ebenso wie Bürgermeister Ritzler mehrmals, man wolle nur das Beste für Lauterach, doch es müsse mit rechten Dingen zugehen. „Seit Jahren streiten wir um das Wasser. Wir haben uns ausgiebig informiert und viele Punkte angeschaut. Dieses Hintergrundwissen braucht man, um richtig abstimmen zu können“, meinte Kiebler.

Sachlage überprüfen

Ritzler sah die Gefahr, dass Bürger durch falsche Informationen in die falsche Richtung geleitet würden. 95 Prozent der Lauteracher würden gerne ihr eigenes Wasser behalten, doch man müsse zuerst die Fakten wissen, unter anderem, in welcher Höhe Zuschüsse fließen. Und man müsse die Kosten auf 40 Jahre betrachten. Für die Aufrechterhaltung der eigenen Wasserversorgung aus den Quellen Boschäcker und Wolfstal samt notwendiger Sanierung der beiden Hochbehälter oder Neubau eines Hochbehälters, des Pumpwerks und Einrichtung einer Ringleitung werden die Kosten auf 1,4 Millionen Euro geschätzt, sagte der Bürgermeister. Allerdings seien diese Maßnahmen nicht förderfähig. Trete die Gemeinde der Buwag bei, würden die gleichen Maßnahmen notwendig und die Kosten stiegen durch das „Brautgeld“ auf rund 1,6 Millionen Euro, aber dafür ist laut Ritzler mit Zuschüssen vom Land zu rechnen.

Außerdem gehe es nicht nur um Lauterach. Man dürfe nicht vergessen, dass die Gemeinde Rechtenstein als wichtiger Partner mit im Boot sitze und einen Anteil an den Kosten trage, sagte der Bürgermeister. Deshalb werde die Entscheidung auch mit Rechtenstein getroffen.

„Warum überlassen wir die Entscheidung darüber nicht den Bürgern?“, wollte Horst Wimmer wissen und plädierte, das Bürgerbegehren zuzulassen. Diesem Antrag gab der Gemeinderat aber nicht statt. Bei einer Enthaltung (Lutz Mammel) sagte er Nein und regte eine neuerliche Informationsveranstaltung an, die gleich zu Beginn des neuen Jahres mit Fachleuten stattfinden soll. „Wir werden Widerspruch einlegen“, kündigte Wimmer daraufhin an. „Das Landratsamt wird dies überprüfen und dann treffen wir uns hier wieder.“

Das könnte dich auch interessieren:

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel