Planung Bürger protestieren gegen neues Baugebiet in Schelklingen

Gegen eine Bebauung im Bernental: Einige der Teilnehmer des Treffens in der „Traube“.
Gegen eine Bebauung im Bernental: Einige der Teilnehmer des Treffens in der „Traube“. © Foto: Raidt
Schelklingen / Von Bernhard Raidt 31.07.2018
In Schelklingen machen Bürger gegen eine Bebauung im Oberen Bernental mobil. Naturschützer raten zum konstruktiven Dialog mit den Stadträten.

Die Pläne, ein Wohnbaugebiet im Oberen Bernental in Schelklingen auszuweisen, sorgen für Proteste. Am Montagabend haben sich 21 Bürger im Gasthaus „Traube“ getroffen, um Aktionen zu besprechen. Mit dabei: Angela Scheffold vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Bezirks-Geschäftsstellenleiterin des Naturschutzbundes (Nabu), Sabine Brandt.

Für die Bürger in der „Traube“ war klar: Das neue Baugebiet muss verhindert werden. Landschaftlich zu schön sei die Fläche, sie sei für Natur und Mensch enorm wichtig. Fotos wurden gezeigt, auf denen zu sehen ist, dass viele Kinder dort im Winter spielen. Das Bernental sei ein ganz wichtiges Naherholungsgebiet. Vogelschwärme und andere Tiere hielten sich dort auf. Befürchtet werden Lärm, Verkehr und Gefahren durch Wasser für die bereits bestehenden Häuser durch das Neubaugebiet. Die Bürger haben bereits eine Unterschriftenaktion gegen die Baupläne gestartet: Mehr als 200 Unterschriften kamen zusammen. Beachtlich, fanden die Teilnehmer des Treffens in der „Traube“. Man sammle ja erst seit einer Woche, da sei noch viel mehr möglich.

Abgeschwächte Hoffnungen

Ob denn das Baugebiet aus Naturschutzgründen verhindert werden könne, wollten die Bürger von den Naturschützerinnen wissen. Die sahen kaum Hoffnung: Tiere oder Pflanzen, die eine Bebauung verhinderten, seien auf der Fläche nicht vorhanden. Mit dem Ausgleich per Ökopunkten könnten die Kommunen heute auch die meiste Bebauung realisieren, sagte Angela Scheffold. Der Bebauungsplan sei vom Fachbüro zudem sehr gut ausgearbeitet, viele Einwände schon vorweggenommen. Sabine Brandt sah deshalb auch mehr Chancen darin, den Naherholungs-Charakter des Gebiets zu betonen.

„Sie müssen mit den Stadträten reden. Die entscheiden letztendlich“, riet Scheffold. Anstatt etwas nur abzulehnen, sollten die Bürger den Räten Vorschläge machen, wo alternativ gebaut werden könnte. Vielleicht sogar größer und besser als im Bernental. So könne ein konstruktiver Dialog in Gang kommen.

Der Vorschlag kam an: Mehrere Bürger hatten sich intensiv Gedanken gemacht, wo sonst noch in Schelklingen gebaut werden könnte. Sogar Satellitenaufnahmen von Google Maps wurden dazu gezeigt. Diese Gebiete seien sogar geeigneter für eine Bebauung als das Obere Bernental: Denn dort sei es zu kühl und zu schattig, Einkaufsmöglichkeiten und Kindergärten zu weit weg. Noch eine Anregung hatte Scheffold: Man müsse schauen, wo in Zukunft Häuser leer stehen, weil die Bewohner sehr alt seien. Dort zu planen, könne ein Neubaugebiet unter Umständen ersetzen.

Intensive Gespräche geplant

Jetzt wollen die Bürger intensiv  Gespräche mit den Stadträten suchen und über Alternativen für das Bernental reden. Erste Kontakte gibt es offenbar bereits. Gleichzeitig soll die Unterschriftenaktion ausgeweitet werden. Ein Flugblatt soll die Argumente gegen das Baugebiet auflisten. „Arg viel Zeit bleibt uns nicht“, war die Meinung der Bürger. Sie rechnen damit, dass bereits im September der nächste Schritt im Planverfahren erfolgt. Bereits gestern, am Dienstag, erfolgte deshalb das nächste Treffen in den Räumen der Urspringschule.

27

Bauplätze will Schelklingen im Bernental ausweisen. Die Aufstellung des Bebauungsplans beschloss der Gemeinderat am 18. Juli mit klarer Mehrheit, nur ein Rat enthielt sich.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel