Sind 20 Jahre viel oder wenig? Bei der Ehinger Lokalen Agenda lässt sich die Frage schlecht beantworten. Denn dieses Netzwerk, das sich die Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben hat und die unterschiedlichsten Bedürfnisse befriedigt, erneuert sich permanent von innen heraus. Es ist 20 Jahre alt, weil es der Gemeinderat 1999 auf den Weg brachte. Aber es ist jung, weil es sich an der Gegenwart und dem gesellschaftlichen Wandel orientiert.

Das zeigt auch die Fortbildungs- und Veranstaltungsbroschüre des Netzwerks Ehrenamt, die am Dienstag im Rathaus von Oberbürgermeister Alexander Baumann, Bürgermeister Sebastian Wolf und den Akteurinnen Gudrun Reuther von der Bruderhaus-Diakonie und Ursula von Helldorff als Moderatorin des Arbeitskreises Soziales in der Lokalen Agenda 21 vorgestellt wurde.

Markenzeichen der Stadt Ehingen

„Die Lokale Agenda mit ihrer breiten Bürgerbeteiligung ist ein Markenzeichen unserer Stadt“, resümierte Baumann. Das Fortbildungsheft besteht nun in seiner zehnten Auflage und zeige, „wie viele externe Partner hier eingebunden sind“, sagte das Stadtoberhaupt. Vereinsmitglieder, Lehrer, Ehrenamtliche, Eltern, Trauerbegleiter, Autoren, Multiplikatoren und Mediziner finden sich bei den Kursleitungen. „Der große Querschnitt durch alle Lebensbereiche gibt dem Netzwerk immer wieder neue Impulse“, sagte Gudrun Reuther.

Bewährte Einrichtungen wie der Ehinger Tafelladen sind aufgeführt als „alte“ und „neue“ Einrichtung, weil der Tafelladen mittlerweile seit zehn Jahren besteht, aber sich immer wieder neuen Themen wie Zuwanderungen oder Armut stellen muss. Der Geburtstag wird im November gefeiert. „Dinge, die gut funktionieren sollen, brauchen eine gute Vorbereitung“, erläuterte Ursula von Helldorff. Schnellschüsse oder über das Knie gebrochene Projekte brächten die Menschen nicht weiter. Vieles wie das Reparatur-Café (siehe Bericht links) entsteht aus dem Kreis der Ehrenamtlichen. Es gibt Projekte, die dauerhaft laufen, welche, die gestorben sind oder diejenigen, die wie der Sozialführerschein wieder aufgenommen werden.

Auch in Ehingen gibt es ein Wohnungsproblem

Die Quartiersentwicklung am Wenzelstein bezieht ein ganzes Wohngebiet mit ein und Kurse wie „Die späte Liebe zum geschriebenen Wort“ richten sich an kleine, überschaubare Gruppen. Bei dieser Autorenlesung mit Tim-Thilo Fellmer handelt es sich um ein Ermutigungs-Programm für Menschen, die sich mit dem Lesen und Schreiben  schwer tun. Aktuelle Themen werden in der Multiplikatoren-Schulung rund um ein Mietverhältnis angeboten, da auch in Ehingen das Wohnungsproblem unübersehbar ist.

48 Seiten umfasst das neue Heft, mehr als 40 Veranstaltungen sind darin aufgeführt. „Das Gute daran ist, dass dabei alles Hand in Hand geht und wir mit der Geschäftsstelle einen professionellen Hintergrund haben“, fasste Sebastian Wolf das Programm zusammen. Die Broschüre eignet sich für „Einsteiger“ ins Ehrenamt und für Leute, die sich für spezielle Themen interessieren. Dabei wird der ganze Lebenskreislauf des Menschen von der Geburt (Müttercafé und Elterntreff) bis zum Tod (Hilfe bei Vorsorgevollmacht und Trauerbegleitung) abgebildet.

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