"Lieder, die von Herzen kommen", sang der Öpfinger Liederkranz im Schlosshof. Von Herzen war zuvor wohl auch der Applaus für den neuen Bürgermeister gekommen, nachdem der Wahlausschussvorsitzende Karl Lüddecke das Wahlergebnis verlesen hatte: 1001 Stimmen oder 85,41 Prozent für den Kandidaten Andreas Braun, 1174 abgegebene Stimmen insgesamt.

Lauter Jubel und sehr lange anhaltender Beifall der vielen Anwesenden folgte. Konkurrent Andreas Merkle hatte 155 Stimmen oder 13,23 Prozent auf sich vereinigt, Hans-Jörg Nordmeyer von der Nein-Idee Baden-Württemberg 10 Stimmen (0,85 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 64,57 Prozent.

Er sei "sprachlos und überwältigt", sagte Andreas Braun auf der Rathaustreppe, er habe einen Vertrauensvorschuss bekommen, aus dem eine Verpflichtung erwachse. Er freue sich auf das Amt im "lebens- und liebenswerten Öpfingen". Er sei begeistert "nach einem sehr intensiven, aber schönen Wahlkampf" über die hohe Rückendeckung, die ihm die Wähler gegeben hätten, sagte er hinterher im Gespräch mit unserer Zeitung.

Riesengroß war die Schar der Gratulanten vor dem Unteren Schloss; sie wünschten nicht nur Glück zum Wahlsieg, sondern auch zum ersten Hochzeitstag, den Andreas und Justyna Braun am Sonntag gefeiert haben. Auch die Bundestagabgeordnete Ronja Schmitt (CDU), Landtagskandidat Manuel Hagel, Kreisrat Walter Haimerl, Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann sowie Brauns weitere künftige Amtskollegen in der Verwaltungsgemeinschaft, Fritz Nägele aus Oberdischingen und Oliver Klumpp aus Griesingen, waren erschienen.

Sie alle hatten, wie auch Amtsinhaber Karl Lüddecke, ein Ergebnis in dieser Höhe nicht erwartet. Einen zweiten Wahlgang indes hatte Lüddecke von vornherein ausgeschlossen und für diesen Termin in zwei Wochen schon mal eine Urlaubsreise gebucht. Gefreut hat sich auch die ganze Familie von Andreas Braun: So war Vater Johannes Braun sichtlich erleichtert ob des Wahlergebnisses für den "mittleren" seiner drei Söhne, wie er erklärte.

Konkurrent Andreas Merkle, noch amtierender Bürgermeister der Gemeinde Gutenzell-Hürbel, hatte den Ort des Geschehens derweil längst verlassen: Schon vor der offiziellen Verkündung des Ergebnisses, als sich dieses im Wahllokal deutlich abgezeichnet hatte, gratulierte er dem Sieger und verabschiedete sich vom Wahlleiter. "Wahl ist Wahl - schade", hatte er zuvor noch gegenüber der Presse erklärt.

Später setzte sich das Ehepaar Braun an die Spitze eines kleinen "Festzuges". Unter den Klängen des Musikvereins und begleitet vom Liederkranz marschierten Beteiligte und Gäste hinunter zum Sportgelände, wo die Sportgemeinschaft ihr Sommerfest feierte. Der Wahlsieger hatte zuvor eine Einladung für alle Gäste ausgesprochen. Der Marsch geriet zum Triumphzug.