Moosbeuren / DORIS MOSER  Uhr

„Ich halte sehr viel vom Reinheitsgebot und nach seinen Regeln wird bei unserer Adlerbrauerei seit 1536 das Bier gebraut“, betont Franz Josef Schökle. Da ist es für den Braumeister aus Moosbeuren keine Frage, dass er zum weltweit größten Bier-Gemeinschaftssud seinen Beitrag leisten wird, der zum 499. Jahrestag des Reinheitsgebotes in vielen Ländern der Erde zur selben Zeit angesetzt werden soll: Am Donnerstag, 23. April, um 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit gehen die Braumeister in aller Welt zu Werke. Brauereien aus Afrika, den USA, Südamerika, Portugal und vielen weiteren europäischen Ländern haben sich im Internet angemeldet, eine Woche vor der von der Firma Bestmalz aus Heidelberg organisierten Aktion waren es bereits 50 Brauereien, allein 17 aus Deutschland. Mit dabei ist auch die Brauerschule Ulm.

Franz Josef Schökle wird also am 23. April um 15 Uhr seinen Sud einmaischen, produzieren wird er für diese Aktion exakt 499 Liter Moosbeurer Adler-Bier, für jedes Jahr Reinheitsgebot einen Liter. Seit die Brauerei nach zehn Jahren Pause wiederbelebt ist, findet jeden ersten Montag im Monat eine Brauhockete statt, die eine gute Resonanz findet. Zum Weltrekordversuch am „Tag des deutschen Bieres“ gibt es eine Extra-Hockete. Die Gäste können den Sudvorgang live miterleben. Lediglich die Malzsubstanz wird vorgegeben, Hopfen und Hefe dürfen die Brauer nach eigener Philosophie und Rezeptur beimischen. Sechs Stunden dauert der Sud, dann wird er mit Hefe versetzt und gekühlt und dann etwa sechs Wochen gelagert. Ist das Bier fertig, wird es im „Adler“ ausgeschenkt. Kostproben werden an die Wettbewerbsjury gesandt, die besten zehn Biere werden prämiert. Mit der Aktion will die Brauergemeinschaft ins Guinessbuch der Rekorde.

Franz-Josef Schökle ist überzeugt, dass sehr unterschiedliche Biere aus den selben Zutaten entstehen werden, denn jeder Braumeister habe seine spezielle Rezeptur. „Ich hoffe auf viele Gäste bei unserer ganz besonderen Brauhockete, das deutsche Reinheitsgebot als ältestes Lebensmittelgesetz der Welt hätte es verdient“, sagt Schökle. Die Gäste werden bei der Hockete mit Spezialitäten des Gasthofs „Adler“ bewirtet, eventuell gibt es auch Musik zur Unterhaltung.