Einsatz Brand in alter Brauerei: Eine Million Euro Schaden

Ehingen / Von Ingeborg Burkhardt 23.07.2018

Eine große, dunkle Rauchwolke stand am Samstagabend über Berg. Hinter dem Gasthof Rose, in dem eine Hochzeit gefeiert wurde, stand das ehemalige Brauereigebäude in Brand. Nach einem lauten Knall hatte sich wenig später das Feuer im Inneren des fünfstöckigen Gebäudes ausgebreitet. Ein Bürger und auch zahlreiche Autofahrer, die auf der B 465 unterwegs waren, meldeten den Brand über Notruf.

Um 18.53 Uhr gab die Leitstelle Vollalarm für die Feuerwehren der Großen Kreisstadt Ehingen  und Munderkingen. Von Blaubeuren wurden die Drehleiter und ein Löschfahrzeug hinzugezogen sowie der Rettungsdienst des DRK Ulm und ein Notfallseelsorger. Bei Einbruch der Dunkelheit rückte das THW Ehingen mit dem großen Lichtmasten an und leuchtete die Einsatzstelle aus, die DRK-Bereitschaft Ehingen übernahm die Versorgung der Einsatzkräfte. Die Polizei war  mit mehreren Beamten im Einsatz um den Verkehr zu regeln. Insgesamt waren rund 200 Kräfte im Einsatz. Landrat Heiner Schäffold und Oberbürgermeister Alexander Baumann sowie Kreisbrandmeister Ralf Ziegler waren ebenfalls vor Ort.

„Als wir ankamen, waren alle Ziegel noch auf dem Dach, doch die Gefahr bestand, dass sich der dicke Rauch bei der Hitze entzündet, was auch der Fall war. Das war der laute Knall, der zu hören war“, führten zwei Stunden später der stellvertretende Kreisbrandmeister und Einsatzleiter Oliver Burget in einer Verschnaufpause aus. In rasantem Tempo seien die beiden oberen Geschosse des Gebäudes in Flammen gestanden. Weil sich eine Funkantenne und zwei Schornsteine auf dem Dach befanden, sei ein Löschangriff im Inneren nicht möglich gewesen.

Bereits beim Eintreffen sei ihm gemeldet worden, dass sich keine Person in dem Haus befinde, in dem zwei Jugendgruppen ihren Treffpunkt haben sowie ein Probenraum untergebracht ist, sagte Burget. Es gebe keine Meldung, dass jemand vermisst werde.

Die Hochzeitsgesellschaft, die im Saal des Gasthofs feierte, sei vorübergehend in Gasträume im vorderen Bereich umgesetzt worden, sagte Burget. Als nach einer Stunde der Brand unter Kontrolle war, konnte die Gesellschaft wieder in den Saal zurückkehren. „Die Hochzeit werden wohl alle nicht mehr vergessen“, meinten Burget und Ziegler.

Ursache ist bislang unklar

Obwohl aus dem Hydranten und der 800 Meter entfernten  Donau genügend Löschwasser vorhanden war, und die Feuerwehren aus drei Abschnitten und Drehleitern den Brand bekämpften, brannte der Dachstuhl nach und nach ab. Teile der Balken stürzten bis ins Erdgeschoss und so bestand die Gefahr, dass auch Teile der Wände nicht mehr sicher waren und sich dort Glutnester bildeten. Für den Fall eines weiteren erforderlichen Einsatzes standen Kräfte aus Rottenacker, Munderkingen und der Ehinger Feuerwehr in Bereitschaft.

Die Löscharbeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags an. Gestern Nachmittag rückten die letzten Einsatzkräfte ab. Zurück blieb eine kleine Gruppe als Brandwache und die Drehleiter der Ehinger Wehr. Die Polizei schätzt den Sachschaden an dem Brauhaus aus dem Jahr 1870 auf eine Million Euro. Warum das Feuer ausbrach, ist bislang unklar; ein Brandermittler der Polizei Ehingen und die Kriminalpolizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

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