Marianne Miller erwartet in ihrer Zucht wieder Nachwuchs der Rasse Bouvier des Flandres, sie teilt auf Facebook schon stolz erste Ultaschallbilder. Der Bouvier des Flandres ist ein belgischer Hund, der ursprünglich als Hirten- und Vorspannhund zum Karrenziehen eingesetzt wurde. Er hat eine stämmige Erscheinung, ist etwa 60 Zentimeter groß und verfügt über eine hohe Intelligenz, wie Miller sagt, deren Hündinnen Chanel, Anouk und Dascha heißen. Der Hüte- und Wachhund stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist eine Kreuzung mehrerer Rassen. Er gilt als ausgesprochen verspielt und mag den Umgang mit Menschen. Deshalb eignet er sich auch als Familienhund.

Wer zur Familie Miller nach Rechtenstein ins ehemalige Gasthaus „Zur Brücke“ kommt, kann sich von der Verspieltheit dieser großen und meist grauhaarigen Hunde ein Bild machen; die liegen schon mal auf dem Sofa in der Stube. Die flämischen Treibhunde haben auch den Ruf eines „idealen Hofhunds“, sagt Miller.

Sie hält drei Generationen des Bouvier des Flandres und ist die einzige Züchterin der Rasse in Baden-Württemberg, reist mit ihren Tieren zu nationalen und internationalen Wettbewerben und legt dort verschiedene Prüfungen ab: Mal geht es etwa um Begleitung, um Ausdauer und auch um Fährten finden. Außerdem stehen Teamtests auf dem Programm.

Züchterin Miller ist zweite Vorsitzende im deutschen „Bouvier-Club 1977 e.V.“ und hält bereits seit 20 Jahren Bouviers. Sie fährt mit ihren Hunden bis nach Holland zum Decken. Mit Dascha wurde sie Alpensiegerin in einem internationalen Wettbewerb von Deutschland, der Schweiz und Österreich. Bei der Welthundeausstellung in Salzburg vor fünf Jahren erreichte sie in der Jugendklasse mit Anouk den dritten Platz, mit deren Mutter Chanel bei den erwachsenen Hunden sogar den zweiten Platz.

Anouk soll Anfang September ihre Welpen kriegen. Erwartet werden etwa zehn Stück. „Wir haben schon sieben Interessenten bis aus England“, sagt Marianne Miller erfreut. In Deutschland gibt es 25 Bouvier-Züchter mit 150 bis 180 Welpen im Jahr.

Anfang Juli dieses Jahres lud das Ehepaar Marianne und Josef Miller zur Bouvier-Ausstellung nach Rechtenstein ein. Insgesamt nahmen zwölf Hunde teil, darunter drei aus den Niederlanden. Millers hatten schon Diplome eingeheimst in Dortmund, Klagenfurt, Kreuzlingen, Aarau, Leipzig, Paris und Amsterdam. Die Rechtensteiner Bouvier-Halter üben ihre Dressurnummern auf den Hundeplätzen in Emerkingen und Kirchen ein. Sie sind auch Mitglied der Hundesportabteilung des SSV Emerkingen.