Die Blutvorräte in den Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen gehen zusehends zur Neige. Wie der DRK-Blutspendedienst auf seiner Webseite meldet, ist der Blutbestand vor allem für die seltenen Blutgruppen A- und 0- derzeit „beunruhigend gering“: „Bitte kommen Sie direkt zur Blutspende und informieren Sie Ihr Umfeld“, heißt es hier. Auch bei den übrigen Blutgruppen ist die Versorgungssituation angespannt: „Der Blutbedarf ist kaum gedeckt. Ihre Blutspende wird in den nächsten Tagen benötigt“, ist hier zu lesen.

DRK-Ortsverein Schelklingen muss Aktion absagen

Trotzdem hat sich der DRK­-Ortsverein Schelklingen entschieden, seine für den 31. März geplante Blutspendeaktion in der Stadthalle abzusagen. „Nach umfangreicher Beratung und genauer Abwägung aller aktueller Fakten haben wir uns abgestimmt, dass per sofort alle Termine in unserem DRK-OV Schelklingen abgesagt werden“, schreibt Bereitschaftsleiter Horst Klingberg in einer E-Mail.

Helfer in Pflegeheimen und Rettungsdienst gebunden

Der Grund sei aber nicht etwa, dass bei Blutspendeaktionen eine erhöhte Infektionsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus bestehe, betonte Klingberg im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Gegenteil: „Blutspenden ist sicher.“ Sein Ortsverein habe lediglich ein personelles Problem: „Zehn unserer 15 Helfer arbeiten in Pflegeheimen und im Rettungsdienst“, sagt Klingberg. Sie seien dort derzeit unabkömmlich – und ohne sie sei ein Blutspendetermin nicht zu stemmen. Der Bereitschaftsleiter hofft nun, dass möglichst viele Spendenwillige aus der Region statt nach Schelklingen eben nach Ulm oder Ehingen kommen, wo diese Woche noch Blutspendeaktionen stattfinden (siehe Info­-Kasten).

DRK-Blutspendedienst: Blut wird dringend gebraucht

Auch Eberhard Weck, der Pressesprecher des DRK-Blutspendediensts Baden-Württemberg Hessen, wirbt für eine Blutspende in Zeiten des Coronavirus’. „Das Blut wird wirklich dringend gebraucht“, betont er. Es diene der Versorgung von schwerstverletzten und schwerkranken Menschen, die auf Blutspenden angewiesen seien, um zu überleben.

Abläufe bei der Blutspende zur Sicherheit angepasst

Um die größtmögliche Sicherheit von Helfern und Spendern zu gewährleisten, habe das Deutsche Rote Kreuz die Abläufe bei den Blutspendeterminen in den vergangenen Tagen angepasst, sagt Weck. Jeder muss sich beim Betreten des Gebäudes die Hände desinfizieren. Bereits bei der Anmeldung wird die Körpertemperatur mit Hilfe eines kontaktlosen Thermometers an der Stirn gemessen, durch eine Befragung werden Rückkehrer aus Risikogebieten und Menschen, die Kontakt zu einem Infizierten oder einem Verdachtsfall hatten, schon am Eingang identifiziert und nach Hause geschickt. Sie dürfen erst nach einer Wartezeit von vier Wochen wieder Blut spenden.

Ausnahmegenehmigung in Arbeit

Eberhard Weck geht davon aus, dass Blutspendeaktionen auch bei weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens weiter stattfinden können: „Wir sind dabei, eine dementsprechende Ausnahmegenehmigung zu beantragen.“

Blutspendeaktion am 20. März in Ehingen


Termin Die nächste Blutspendeaktion in der Region Ehingen findet am kommenden Freitag, 20. März, von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Ehinger Wenzelsteinhalle statt. Bereits am Donnerstag, 19. März, besteht von 15 bis 19 Uhr im Containerbau der DRK-Bildungseinrichtung Ulm in der Helmholtzstraße 10 auf dem Oberen Eselsberg die Möglichkeit zur Blutspende. Das DRK hofft auf viele Spender.