Dass es 2018 vor Dreikönig in der Brauereigaststätte in Berg wieder an zwei Abenden ein Wiedersehen geben kann, bekräftigte am Mittwoch und Donnerstag die Jazzband 47  mit den Zugaben „We’ll meet again“. Nach Weihnachten waren Manfred Walter, Peter Weber, Manfred Pfütze, Hermann Schacher, Karl Schlegel und Thomas Hergöth  „ganz von den Socken“ gewesen, dass ihre Zugabe vor Dreikönig binnen zweier Tage ausverkauft war. Obwohl diesmal mit dem auf den Saal zugeschnittenen Kontingent gesichert war, dass keiner weggeschickt werden musste, waren die Fans schon lange da bevor sie die  „Erkennungsmelodie“ der Band einlud zur „Bourbon Street“ und Paraden an anderen Orten.

In bequemen Ledersesseln gingen die Gäste nach den Abendessen an beiden Abenden mit dem vor dem grünen Kachelofen aufbereiteten musikalischen Menü mit auf die Reise an den Mississippi und nach New York. Stammgäste  erinnerten sich mit dem „Blues in the Air“ von Sidney Bechet gerne an die „Klarinettenschlacht“ des Sextett 2016 mit Manne Schütt. Der Zeitgeist aus der Ära Louis Armstrongs sei mit „Avery Blues“ und „I Can’t Give You Anything But Love“ gut beschrieben, sagte Walter an. Weil man im Schwabenland aber „net hudla soll“, füge die Band „für die Liebste“ noch „Too busy for my loving“ an, bevor die Musiker mit King Olivers „Martinique“ romantischere Töne anschlugen. Mit weiteren Klassikern wie der „Blues Original Dixieland One-Step“ beschlossen sie das erste Set.

Mit dem Gospel „Lonesome Road“ begrüßte das Sextett ihren „Special Guest“: Walter stellte John Service als „one of the famous trombone players, an waschechter Schotte direct from Switzerland“ vor. Vor zwei Jahren hatte man in Zürich schon mit dem Profimusiker gespielt: Die Chemie stimmt. 1987 sei der Schotte in die Schweiz gezogen und leite dort  seither die legendäre Piccadilly Six, deren Stärke swingender, fröhlicher Dixieland sei.  Service konnte auch noch seine rauchige Stimme bei Songs hervorragend einsetzen. Mit viel Beifall bewerteten die Fans die Soli und das Zusammenspiel mit dem Entertainer, der 2008/2009 mit Chris Barbers auf Tournee war und auch schottische Akzente ins Konzert brachte.

Statt einer Klarinettenschlacht gab es nun mit dem typischen Second-Line-Stück „Just a little While“ ein Posaunen-Battle, eine Art Wettstreit wie in der Blasmusiker-Parade, sowie King Ory’s Creole Trombone und den Song „Sweet Georgia Brown“ (Kenneth Casey). Ob Walters Wunsch nach einem Tuba-Stargast – damit er auch mal singen kann – ging noch nicht in Erfüllung, er spielte auch bei „Please don’t talk about me“ (1930) den Bass. Im dritten Teil legte die Band den „Wolverine Blues“ und „Carry me back to old Virginy“ aus dem 19. Jahrhundert auf, fügte ein Saxophonstück ein  und schloss traditionsgemäß mit „Buena Sierra“ und dem  Dank ans Publikum und das Brauereiwirtschafts-Team.