Bundesstraße Blaue Säule an der B 311

Hinter den vor wenigen Wochen neu installierten Leitplanken an der B 311 ist gestern in Fahrtrichtung Ehingen die blaue Kontrollsäule für die Lkw-Maut aufgebaut worden.
Hinter den vor wenigen Wochen neu installierten Leitplanken an der B 311 ist gestern in Fahrtrichtung Ehingen die blaue Kontrollsäule für die Lkw-Maut aufgebaut worden. © Foto: Andreas Hacker
swp 09.06.2018

Jetzt hat auch der Raum Ehingen seine blaue Säule: Gestern haben zwei Monteure an der B 311 zwischen der Landesstraße 273 (von Munderkingen nach Kirchen) und Deppenhausen in Fahrtrichtung Ehingen eine Kontrollsäule für die Lkw-Maut aufgebaut. Die vier Meter hohen blauen Kontrollsäulen sind Teil der technischen Vorbereitung des Mautsystems auf die Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli 2018. Rund 600 Kontrollsäulen werden auf den Bundesstraßen überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichten.

Die neuen stationären Kontrolleinrichtungen ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr auf den Bundesstraßen. Im Gegensatz zu den Autobahnen werden auf Bundesstraßen keine Kontrollbrücken aufgebaut. Die Kontrollsäulen basieren auf einem ähnlichen Funktionsprinzip wie die Kontrollbrücken auf den Autobahnen. Im Gegensatz zu den Brücken überspannen die Kontrollsäulen nicht alle Fahrstreifen, sondern fügen sich besser in das Bild der ländlicheren Bundesstraßen ein. Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild bleiben so auf ein Minimum beschränkt. Mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) stimmte Toll Collect die Standorte ab. Anschließend wurde geprüft, ob Strom- und Telekommunikationsanbindungen verfügbar sind; für jede einzelne Säule wurden die Standortplanungen zur Zustimmung bei den Verwaltungen eingereicht.

Ist die notwendige Hardware installiert, werden die Säulen an die zentralen Rechensysteme angeschlossen. Beim Vorbeifahren eines Fahrzeuges kontrollieren die Säulen, ob dieses mautpflichtig ist. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die durch den Fahrer eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Unternehmen und der Fahrer verantwortlich. Hat der Fahrer die Achszahl richtig eingestellt und überprüft, ob die On-Board Unit funktionsbereit ist, werden die Bilddaten verworfen. Für die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule hat der Gesetzgeber mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz die gleichen strengen Vorgaben erlassen wie für die Kontrollbrücken. Wie schon jetzt werden ausschließlich Daten von mautpflichtigen Kraftfahrzeugen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, bei denen der Verdacht auf einen Mautverstoß besteht, an ein Kontrollzentrum weitergeleitet und nach Abschluss des Verfahrens gelöscht. Hat der Kunde die Maut ordnungsgemäß bezahlt, werden die Daten noch in der Kontrollsäule gelöscht.

Die Kontrollsäulen überprüfen ausschließlich, ob mautpflichtige Kraftfahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlen. Geschwindigkeitskontrollen gibt es nicht. Verkehrsteilnehmer können die Kontrollsäulen von „Blitzersäulen“  dadurch unterscheiden, dass sie nicht nur blau lackiert, sondern auch fast vier Meter hoch sind. Mautpflicht besteht derzeit in Deutschland auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Weitere Informationen unter: www.toll-collect.de

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