Kirchbierlingen / Renate Emmenlauer Mit 164 Aktiven ist der MV Kirchbierlingen musikalisch gut aufgestellt. Das Kreismusikfest im Juli steht schon im Detail.

Der Musikverein Kirchbierlingen gilt längst als das Aushängeschild in der Pfarrei. Der Verein mit 326 Fördermitgliedern, überdies 90 Instrumentalisten im Blasorchester, 53 in der Bläserjugend, 18 Musikanten in der Heft-13-Kapelle und sechs Mitgliedern in der Fahnenabordnung ist mit seinen 164 Aktiven einer der größten Musikvereine in der Region. Zudem weist er eine gute Altersstruktur auf.

Die Berichte bei der Jahreshauptversammlung am Samstag im vollbesetzten Musikerheim gaben Einblick in das umfangreiche Aufgabenpensum, in die gut strukturierte und effiziente Organisation sowie in das stimmige Miteinander und ehrenamtliche Engagement im Verein, konform zum Motto „Blasmusik verbindet“. Laut Reinhold Schick ruht die Mitgliederwerbung derzeit wegen vieler Aufgaben etwas. Unter anderem nannte der Musikerchef die Ausarbeitung der Satzung mit der neuen Datenschutzgrundverordnung der EU. Für Neumitglieder wolle man im kommenden Jahr mit einigen Aktionen werben.

Kauf neuer Uniformen

Umfangreich informierte Schick zum finanziellen Großprojekt, dem Kauf der neuen Uniformen mit Kosten von 103 000 Euro. Zum ersten Mal präsentiert werden diese beim Festakt zum 110-jährigen Bestehen des MV Kirchbierlingen am 29. Juni. Auch die Bläserjugend erhalte zum runden Geburtstag des Vereins ein neues Outfit. Kurz riss der Vorsitzende die gelungene Renovierung der Bühne und die neue Bestuhlung in der Turn- und Festhalle an, so dass die Wertungsspiele zum Kreismusikfest ohne Probleme durchgeführt werden könnten.

Als einzigen Wermutstropfen in der Halle und nicht akzeptabel erachtete er die immer noch sehr laut knackende Heizung, wodurch auch das letzte Martinskonzert gestört wurde. Dem musikalischen Betrieb schrieb Schick eine kontinuierliche Qualitätssteigerung zu, was auf eine sehr gute Dirigentenarbeit von Frank Auchter und Marek Scheliga weise, ebenso von Tobias Huber in der Jugendgruppe und Josef Huber bei den Heft-13-Musikanten. Lob gab es vom Vorsitzenden für das Bewirtungsteam im Musikerheim unter Leitung von Gerda Huber, das allein 2018 an 90 Tagen geöffnet war.

Das Ergebnis des Kassenberichtes markierte der Vorsitzende als solide, was aus Erträgen der PV-Anlage auf dem Musikerheim, Spenden, Beiträgen und Veranstaltungen resultiere. Zum Kreismusikfest, das der Musikverein Kirchbierlingen vom 12. bis 15. Juli ausrichtet, merkte Schick an, nach Recherchen habe der Verein schon 1951 ein Kreismusikfest ausgerichtet, weshalb heuer bereits die sechste Auflage stattfindet.

Schick ging noch auf den Ablauf beim Festakt am 29. Juni ein, ebenso auf das Programm für das Kreismusikfest. Derzeit haben sich zum Festumzug schon 35 Musikkapellen angemeldet, 60 Gruppen werden erwartet, wie Dirigent Frank Auchter mitteilte. Mit etwa 20 Anmeldungen zu den Wertungsspielen rechnet der Verein – alle drei Kategorien werden besetzt. Ausgetragen werden die Wertungsspiele in den Turnhallen Kirchbierlingen und Rottenacker.

Auchter ließ das Musikerjahr 2018 Revue passieren. Ein Höhepunkt waren der Workshop mit Franco Hänle als Dirigent des Kreisverbandsjugendorchesters und die Teilnahme am Blutritt in Weingarten. Beim Wertungsspiel in Kirchen habe das aktive Orchester die Auszeichnung „sehr gut“ eingefahren, die Serenadentournee und das Martinskonzert waren wieder ein Erfolg. 2018 wurden 46 Gesamtproben abgehalten mit einem Probenbesuch von 76 Prozent, zudem kamen 27 Auftritte dazu.

Jugenddirigent Marek Scheliga lobte die Jugendkapelle für die 84 Prozent Probenteilnahme. Das Wertungsspiel in Oberstadion 2018 mit „sehr gut“ will er bei den zwei Teilnahmen heuer noch toppen. Laut Jugendleiterin Johanna Zimmermann gehören der Bläserjugend die Jugendkapelle (37), die Jugendgruppe (15) und die Blockflötenkinder (10) an, die von 15 Ausbildern betreut werden. Gut angekommen sei die Musik­aktion der Bläserjugend an der Grundschule Berg, ebenso das Adventskonzert, aus dem gut 1300 Euro für das künftige Hospiz gespendet werden konnten.

Ein riesiges Pensum

Anton Hummel berichtete von den Heft-13-Musikanten 13 Proben, sieben Auftritte und vier Arbeitseinsätze. Schriftführerin Susanne Ölmaier gab Einblick ins riesige Pensum an Auftritten, Proben, Sitzungen und mehr. Ortsvorsteherin Bärbel Kräutle schwärmte im Grußwort: „Ihr seid immer präsent und ein Aushängeschild der Pfarrei.“ Sie versicherte, dass die Neubestuhlung der Bühne rechtzeitig zum Kreismusikfest abgeschlossen sei:

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Reinhold Schick bleibt noch ein Jahr im Amt

Wahlen Reinhold Schick bleibt für ein weiteres Jahr Vorsitzender, wird sein Amt aber 2020 endgültig abgeben, sagte er. „Nach 25 Jahren Ehrenamt möchte ich einfach mal kürzer treten.“ Auf Johanna Zimmermann folgt Alisa Schick als Jugendleiterin, Stellvertreter wird Jonas Ried. Bernd Seifert und Johanna Schirmer bleiben Beisitzer.

Geschenke für langjährige Mitglieder

Verabschiedungen Präsente zum Abschied erhielten in der Hauptversammlung des Musikvereins Kirchbierlingen Theo Hagel (Posaune), der 41 Jahre aktiver Musiker war, sowie Jürgen Scheffold (Tenorhorn) für 33 aktive Musikerjahre. Elisabeth Gütler betreute insgesamt 25 Jahre die Mitgliederverwaltung, auf sie folgt nun Peter Seitz. Christa und Norbert Strehl haben dem Bewirtungsteam seit dem Bau des Musikerheims angehört. Wobei Norbert Strehl dem Musikverein noch als unverzichtbarer Hausmeister erhalten bleibt, hieß es. Johanna Zimmermann war drei Jahre lang Jugendleiterin und zudem insgesamt zehn Jahre im Jugendausschuss vertreten.