Getränke Bier macht nicht dick

Zum Wohl! Beate Zimmermann und Gertrud Hauler (von rechts) reichten beim Frauenfrühstück Bierproben.
Zum Wohl! Beate Zimmermann und Gertrud Hauler (von rechts) reichten beim Frauenfrühstück Bierproben. © Foto: Rainer Schäffold
Rainer Schäffold 10.01.2018
Beim Frauenfrühstück ging es am Dienstag ums Bier und die Rolle der Frauen in der Geschichte des Getränks.

Ist Bier nur was für Männer? Mitnichten, sagten  Beate Zimmermann und Gertrud Hauler von der Berg-Brauerei gestern beim VHS-Frauenfrühstück im Franziskanerkloster. Dem wollte auch Organisatorin Renate Müller-Buck eingangs nur zustimmen: „Bei Magenbeschwerden hilft mir ein Glas Bier viel mehr als ein Kamillentee“, sagte sie.

Schon seit jeher haben Frauen Bier gebraut, berichtete Beate Zimmermann und belegte dies mit den Beispielen Hildegard von Bingen und Katharina von Bora. Die Ehefrau von Martin Luther habe ihrem Mann gar das Bier flaschenweise auf seinen Reisen nachgeschickt. Im Mittelalter sei ein Braukessel fester Bestandteil in der Küche gewesen. Bei einem Bierkränzchen hätten die Frauen die Qualität des Bieres getestet, erst später seien daraus die Kaffeekränzchen entstanden.

„Bier macht schlank, den Bierbauch gibt’s nicht“, sagte Schwester Doris Engelhard in einem Einspielfilm. Sie braut seit mehr als 50 Jahren im Franziskanerkloster im bayerischen Mallersdorf Bier. „Wäre Christus Bayer gewesen, hätte er sicher Bier getrunken statt Wein“, hörten die Frauen die Geistliche sagen.

Drei Frauen hätten auch die Berg-Brauerei geprägt, berichtete Beate Zimmermann: Anna Maria Weber, die die erste Brauereiwirtschaft geerbt und 1757 Cyriakus Zimmermann geheiratet hat – der Beginn der Ära Zimmermann in Berg. Ursula Zimmermann, geborene Bausenhart, hat die Brauerei von 1893 bis 1913 geleitet, weil ihr Mann früh an Lungenentzündung gestorben war. Sie hat die Wirtschaft an der Durchgangsstraße gebaut, wo sie heute noch steht; zuvor war sie weiter oben auf dem Berg gewesen. Außerdem hat sie 1911 das erste Ulrichsfest veranstaltet.

Schließlich Maria Anna Zimmermann, Großmutter des heutigen Inhabers Ulrich Zimmermann. Sie hatte ebenfalls früh ihren Mann verloren und musste Brauerei und Gasthaus durch die Wirren des Dritten Reiches führen, bis sie ihr inzwischen erwachsener Sohn Ulrich 1952 übernommen hat.

Frühstück als Frühschoppen

Diesmal sei das Frauenfrühstück eher ein Frauenfrühschoppen, sagte Biersommelière Gertrud Hauler. Nachdem sie einiges über den Entstehungsprozess des Bieres in der Berg-Brauerei, übers Gären, Trocknen und Lagern, erzählt hatte, nannte sie einige Vorzüge des Getränks. „Bier ist appetitanregend, beugt Herzinfarkt vor, ist beruhigend durch den Hopfen und ein starkes isotonisches Getränk.“  Sportler schätzten daher die gute Verdaulichkeit der alkoholfreien Variante.

Frauen könnten täglich 0,6 Liter Bier, Männer gar 1,1 Liter trinken, ohne dass es der Gesundheit schade. So viel dürfte freilich kaum eine der Besucherinnen bei der anschließenden Verkostung genossen haben . . .