Kunst Besondere Ausstellung

Andreas Hacker 17.11.2015
Am Sonntag eröffnet in der städtischen Galerie Ehingen eine besondere Ausstellung: „Plus/Minus“ bietet einen seltenen Einblick in die Kunstsammlung der OEW, eine der bestbestückten im Südwesten.

Die OEW tritt auf dem Kunstmarkt als Käufer auf, damit „verlorene Söhne und Töchter aus Oberschwaben (…) aus dem Kunsthandel heimgeholt werden (…) ins oberschwäbische Himmelreich“ – so hat der frühere Ravensburger Landrat Dr. Guntram Blaser Ende der 90er Jahre in einem Vorwort die Kunstankäufe der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke erklärt, die dann als Dauerleihgaben Museen und Amtsgebäude in den neun OEW-Landkreisen bereichern. Die Sammlungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten der spätgotischen Skulptur, der Malerei der Klassischen Moderne, der Kunst der 1950er und 1960er Jahre sowie der Gegenwartskunst.

Seit 1952 hat die OEW mit diesem Mäzenatentum der Landschaft Oberschwaben kulturell Profil gegeben. Dazu gehören auch die in größeren zeitlichen Abständen organisierten Ausstellungen, in denen die OEW ihre Neuerwerbungen der Öffentlichkeit vorstellt – so wie jetzt von Sonntag an in der städtischen Galerie in Ehingen. „Plus/Minus“ heißt die Ausstellung, die auf eine Initiative von Oberbürgermeister Alexander Baumann zurückgeht und nach langer Vobereitungszeit dank der Arbeit der drei ehrenamtlichen Kuratoren Oliver Braig, Anne Linder und Volker Sonntag von den Kunstfreunden Ehingen jetzt Wirklichkeit wird. Die drei haben in Zusammenarbeit mit der OEW aus deren Bestandskatalogen und der Liste der Neuerwerbungen eine Konzeption erarbeitet, nach der die Ausstellung in der Galerie im Speth’schen Hof seit Mitte Oktober entsteht: So sollen übergreifende Themen, Motive und Formen in der südwestdeutschen Kunst deutlich und Werke verschiedener Künstler, Stilrichtungen und Epochen zu einander in Beziehung gesetzt werden. Die thematische Einordnung zeigt sich auch in den Räumen; die haben ihre Schwerpunkte bei Krieg, Not, Träume vom Glück, Lebensintensität, Spiritualität oder Naturerleben.

Neben Kunstwerken aus den Altbeständen werden in Ehingen Neuerwerbungen aus dem Zeitraum von 2010 bis 2015 präsentiert. Vertreten sind Künstler wie Max Ackermann, Willi Baumeister, Max Bill, Julius Bissier, Karl Caspar, Otto Dix, HAP Grieshaber, Erich Heckel, Adolf Hölzel, Markus Lüpertz, Oskar Schlemmer, Emil Schumacher, Walter Stöhrer, K.R.H. Sonderborg, Ben Willikens und andere.

Die Ausstellung übernimmt mit Plus/Minus den Arbeitstitel, den der renommierte Bildhauer Stephan Balkenhol dem Skulpturenpaar gegeben hat, das er im Jahr 2013 für den Zweckverband geschaffen hat. Das Begriffspaar „Plus/Minus“ steht, passend für die OEW, für elektrische Spannung. In Balkenhols Skulpturenpaar ist diese physikalische Größe übertragen auf die menschliche Sphäre; es geht um die Polarität von Mann und Frau. Und spannung verbindet auch die beiden Felder, auf denen der Zweckverband aktiv ist: Energiewirtschaft und Kulturförderung.

Erstmals geöffnet ist die Ausstellung am Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Sie bleibt bis 6. März in Ehingen und kann mittwochs, donnerstags und samstags von 14 bis 17 Uhr, freitags von 14 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist frei; zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit ausführlichen Informationen zu den einzelnen Werken.