Für Fußgängerüberwege gibt es klare Richtlinien“, sagte Ordnungsamtsleiter Ludwig Griener bei einer Verkehrsschau in Nasgenstadt. Diese Richtlinien bezüglich des Verkehrsaufkommens und der Frequentierung durch die Fußgänger wurden in den vergangenen Jahren nicht erfüllt. Nun wurde das Vorhaben erneut aufgegriffen, weil die Zahl der Fahrzeuge auf der Straße Gollenäcker nach oben ging und sich auch die Richtlinien für Zebrastreifen-Anlegung nach einem neuen Leitfaden des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg änderten.

Bei einer Verkehrsschau nahmen Vertreter von Polizei, Verkehrswacht, Dekra, Ortsverwaltung, Bauhof, Straßenverkehrsbehörde und Stadtbauamt die Kreuzung nochmals in Augenschein und gingen erneut auf die erforderlichen Fakten ein, die an der Stelle einen Fußgängerüberweg erlauben. Demnach müssen in Spitzenstunden mindestens 200 Fahrzeuge an der geplanten Stelle vorbeikommen.

Waren es in den vergangenen Jahren noch etwa 100 Autos am Gollenäcker gewesen, so sind es jetzt 200. Die Zahl der Fußgänger, die die Straße überqueren wollen, liegt mit rund 20 Personen jedoch unter dem erforderlichen Maß. „Wenn hier ein Fußgängerüberweg wäre, würden sich auch mehr Leute an dieser Stelle über die Straße trauen“, argumentierte Ortsvorsteherin Heike Heinrich. „Die Leute haben schlicht Angst“, sagte sie. Viele wollten jedoch gerne zu Fuß zum Einkaufen oder zu Möbel Borst zum Mittagessen. Nach den neuen Richtlinien aus dem Verkehrsministerium sind Fußgängerüberwege auch bei einer Unterschreitung der Personenzahl möglich, wenn es sich um besonders schutzwürdige Fußgänger handelt. Dazu gehören Senioren und behinderte Menschen.

Viele ältere Menschen

Die Menschen im Wohngebiet südlich des Gollenäcker seien überwiegend ältere Menschen, gab Heike Heinrich zu verstehen. Die weiteren Richtlinien zum Bau eines Fußgängerüberwegs wie die Sichtweiten oder die Erkennbarkeit des Fußgängerüberwegs sind an der Kreuzung ebenfalls gegeben. Deshalb wurde dem Bau eines Fußgängerüberwegs am Gollenäcker zur Einmündung Karpfenweg einvernehmlich zugestimmt. Man müsse aber als Fußgänger trotzdem den Verkehr im Auge behalten, warnte Dietmar Moll vom Polizeipräsidium. Zudem dürfe ein Zebrastreifen nicht von Fahrradfahrern missbraucht werden, meinte Karl-Josef Enz von der Verkehrswacht.

Baudezernent Andreas Erwerle schätzte die Baukosten einschließlich Beschilderung und der Lampen auf rund 20 000 Euro. Man werde den Fußgängerüberweg 2019 planen und 2020 bauen, prognostizierte er.