Ehingen Bemerkenswerte Biografien

Die Autoren und Co-Autoren mit Johannes Lang.
Die Autoren und Co-Autoren mit Johannes Lang. © Foto: Julia-Maria Bammes
Ehingen / JULIA-MARIA BAMMES 27.11.2014
Mit ihrem neuen Buch über bemerkenswerte Ehinger hat die Museumsgesellschaft eine weitere Lücke in der Dokumentation der Stadtgeschichte geschlossen. Die Autoren haben viele Details recherchiert.

Ärzte, Künstler, Ausnahmetalente: Sie alle sind in "Bemerkenswerte Ehinger - Weggezogen, zugezogen, geblieben" versammelt. Am Dienstagabend stellte die Museumsgesellschaft als Herausgeberin den Band im Saal des Hotels Adler vor. Fast 80 Zuhörer waren gekommen. Zielrichtung des Buches sei gewesen: Wir porträtieren keine lebenden Zeitgenossen, sagte Johannes Lang, der Leiter des Autorenteams.

Es ist ein sehr weites Feld, mit dem die Autoren sich befasst haben, was sich auch im Untertitel des Buches "Ins Licht gerückt: 35 Lebensbilder aus zehn Jahrzehnten" widerspiegelt. Ulrich Köpf schreibt über Anno von Köln, einen Heiligen, geboren als Anno von Steußlingen, also in Altsteußlingen. "Es war sehr schwierig, über den Mann etwas herauszukriegen", sagte Köpf.

Sein zweiter Beitrag befasst sich mit dem Landsknechtsführer Konrad von Bemelberg, sein dritter mit der Apothekerin Magdalena Neff. Diese sei im letzten Buch der Museumsgesellschaft zwar auch vorgekommen, doch dabei sei es nur um die Löwen-Apotheke gegangen und nicht um die Frau, die die erste Apothekerin Deutschlands war.

Anton Huber legt dar, dass drei Ehinger einst als Pröbste beziehungsweise Äbte in Marchtal wirkten. Rosi Schaupp - sie und ihr Mann konnten am Dienstag nicht da sein - schreibt über die Familie Sallwürck, die Edlen vom Wenzelstein. Weiter beleuchtet sie die Biografie Rudolf Rahns, der als Jugendlicher in der Stadt lebte und zur Zeit der Nationalsozialisten als Diplomat Karriere machte, sowie das Leben Josef Schnitzers, Werklehrer und der "Vater" der Kinderfeste.

Veit Feger hat über sechs Personen recherchiert: Er schreibt über Kaspar Ruef, einen katholischen Aufklärer, über Dr. Benedikt von Wagemann, einen dichtenden Arzt, und über die Brüder Ferdinand und Josef Probst, beides Theologen, wobei Letzterer vor allem wegen seiner wissenschaftlichen Arbeiten interessant ist. Probst sei "ungewöhnlich modern in seinen Forschungen" gewesen, sagte Feger. Biberach ernannte Probst bereits vor mehr als 100 Jahren zum Ehrenbürger. Weiter schreibt Feger über den Offizier Eugen Krenzler, über den Gerbersohn Hans Mantz aus Ehingen, der Bürgermeister in Ravensburg wurde, und über Rudolf Schrodi, der im Sommer 2013 gestorben ist. "Ich bezeichne ihn als Erinnerer von Ehingen", sagte Feger. Schrodi habe die Fähigkeit gehabt, mit seinen Erzählungen die Menschen für Ehingen zu begeistern.

Stadtarchivar Dr. Ludwig Ohngemach hat sich mit dem Ehinger Zeichnungsmeister Anton Boog befasst. Im kommenden Jahr soll es eine Ausstellung mit Arbeiten Boogs geben, berichtete Ohngemach. Hadmute Bechler ist in die Geschichte ihrer Familie eingetaucht und hat Interessantes über die Künstler Theobald, Julius und Gustav Bechler herausgefunden, ebenso über Franz Joseph Bechler, der der Stadt ein kreatives Zeugnis aus seiner Kindheit hinterließ. Johannes Lang hat zwölf Lebensläufe herausgearbeitet: Er berichtet von der Ordensgründerin Maria Anna Bloching, vom Kirchenmaler Franz Xaver Kolb, vom Stadtschultheiß Franz Josef Müller, von Rektor Dr. Joseph Hehle und von der Kunstmalerin Maria Freudenreich. Außerdem stellt Lang den Rektor Dr. Bernhard Krieg vor, den Maler Karl Purrmann, die Architekten Paul und Karl Bottenschein, den Möbelfabrikanten Heinrich Decker - jahrzehntelang einer der größten Arbeitgeber in der Stadt - sowie den Bildhauer Gustav Kretz-Lermann.

Weiter geht Lang auf die Biografien des Bildhauers Eduard Hermanutz ein, der nach dem Zweiten Weltkrieg in und um Ehingen etliche Denkmale und ähnliches gestaltet hat, und auf Dr. Franz Michael Weber, Pfarrer und Verfasser von "Ehingen - Geschichte einer oberschwäbischen Donaustadt".

Walter A. Schaupp berichtet von drei Bonzanos, die, in Ehingen geboren, in den USA erfolgreich wurden, und von der Arztfamilie Straub. Walter Bopp beleuchtet das Leben des Lehrers und Politikers Franz von Bagnato, außerdem das des Bundesratsdirektors Albert Pfitzer, der eine Schlüsselposition in der Bonner Republik inne hatte. Wolf Brzoska berichtet über Dr. Julius Brzoska. Besonders interessant ist der Beitrag Gerold Brauns über Karl Rapp, der den Grundstein für die Bayerischen Motorenwerke München, also für BMW, legte. Und Berthold Rathgeb erinnert an den Rißtissener Schlossgärtner Schwarz, der ein Schatzgräber der besonderen Art war. Alles in allem eine unglaubliche Bandbreite. Dabeisein dürfte also in dem Band für jeden Leser etwas.

1800 Exemplare

Kaufen Das Buch "Bemerkenswerte

Ehinger - Weggezogen, zugezogen, geblieben" gibt es im Ehinger Buchladen, im Schreibwarenladen Flohr am Wenzelstein sowie im Museum. Preis: 15 Euro.

Spende Gedruckt wurden 1800 Exemplare, berichtet Johannes Lang. Das Papier stellte die Firma Sappi zur Verfügung. jb

SWP

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