Musik Beifall will keine Ende finden

Allmendingen / Jürgen Emmenlauer 03.04.2018

Das hat es beim Osterkonzert des Musikvereins „Harmonia“ Allmendingen noch nie gegeben: Nahezu 900 Besucher füllten die Mehrzweckhalle. Der Konzertabend am Ostersonntag hat sich zu einem richtigen Magneten entwickelt. Kein Stuhl blieb unbesetzt. Seit Monaten war für den musikalischen Höhepunkt des Jahres intensiv geprobt worden. Die Mühen haben sich gelohnt. Sicherlich hatte auch die Mitwirkung der Ehinger „Donau Pipe Band“ ihren Anteil an der riesigen Publikumsresonanz.

Schon das gemeinsame Vororchester des Allmendinger und Bergemer Musikvereins unter Leitung von Andrea Mang sorgte für stürmischen Applaus – mit „Young Fanfare“ und „Cloud Dancing“, ein Tanz über den Wolken, samt dem Wertungsspielstück als Zugabe. Das Jugendgemeinschaftsorchester und Jugenddirigent Steffen Lepple begeisterten mit dem ausschweifenden Tongemälde „Alpine Inspirations“ über die Schönheit der Alpenlandschaft und der „Free World Fantasy“. Minutenlanger Applaus schloss sich der fröhlichen Zugabe „Hurra, Hurra, der Pumuckl ist da“ an; die Jugendlichen hatten dazu Pumuckl-Figuren auf Pappkarton präsentiert.

Musikalische Genüsse auf höchstem Niveau lieferte im dritten Part das aktive Blasorchester mit seinen etwa 65 Musikern. Feinfühlig, melodiös und dramatisch, durchsetzt mit extravaganten Klangfarben, packenden Tempowechseln und fesselnden Soli durchwanderten sie das Arrangement. Instrumentalisten und Dirigent Reiner Mäder strahlten Homogenität aus, auch Ruhe und andererseits kraftvolle Vitalität. Mäder,  hervorragend ausgebildet und viele Jahre Berufsmusiker beim Heeresmusikkorps Ulm, entlockte dem Orchester eine brillante Intonation.

Ansagerin Nadja Knoll nannte die temperamentvolle Ouvertüre „Viva Musica“ (Es lebe die Musik) prägend fürs Osterkonzert. Mit einer rasanten Seilbahnfahrt beim italienischen Volks- und Liebeslied, dem Evergreen „Funiculi-Funicula“, was soviel bedeutet wie „Seilbahn rauf, Seilbahn runter“, setzte sich das Konzert fort. Bei „The legend of Maracaibo“ beschrieb das Orchester die Dramatik einer Seeschlacht und eine verwobene Liebesgeschichte mit Klangeffekten so authentisch, dass sich mancher mitten drin in dem Kampf auf dem Meer fühlte. Gänsehaut inklusive!

Solo löst Jubel aus

Ein mitreißendes Solo von Nico Mäder und Tobias Rogg am Xylophon und Schlagzeug, bei der beide eine unglaubliche Fingerfertigkeit zeigten, krönte die Orchester-Suite „Safri’s Bravour“. Jubel brandete auf.

Umrahmt von Jungmusikern mit brennenden Fackeln, beaufsichtigt durch eine Abordnung der Feuerwehr, marschierte dann die Ehinger „Donau Pipe Band“ in die abgedunkelte Halle vor die Bühne. Die Dudelsackspieler waren allein schon durch ihre stattliche Erscheinung eine Augenweide. Als sie dann noch das pulsierende Volkslied „Auld Lang Syne“ aus der berühmten Musikshow „Basel Tattoo“ und deren Hymne „Celtic Crest“ mit Begleitung des Blasorchesters zum Besten gaben, war das Publikum außer Rand und Band. Nach dem dritten Stück „Highland Cathedral“ übers schottische Hochland mit seinen traumhaften Schlössern und Kathedralen bedankten sich die Zuhörer mit minutenlangem Beifall für dieses Glanzlicht beim brillanten Osterkonzert.

Mit dem Werk „Last Call“ (Letzter Aufruf) sowie den Zugaben „The Typewriter“, bei dem das rasante Tippen auf einer Schreibmaschine eingeflochten war, und dem Nachtstück „Abendmond“ endete das meisterliche Osterkonzert. Und der Beifall wollte erneut keine Ende finden.