Tradition Bauunternehmen Hanna in Stetten wird 50 - Jetzt in dritter Generation

DORIS MOSER 21.06.2014
Als Einzelkämpfer gründete Ludwig Hanna vor 50 Jahren ein Baugeschäft, es wird heute in der dritten Generation geführt und das mit Erfolg. Mit 17 Mitarbeitern wird Ende Juni der Geburtstag gefeiert.

Die Firma Hanna aus Stetten ist für ihre praxisnahen Lösungen und eine professionelle Umsetzung bekannt und hat sich damit einen guten Namen in der Region gemacht. Das Metier des Unternehmens sind Tiefbauarbeiten jeglicher Art, wie Kanal- Straßenbau- und Asphaltarbeiten. Ende Juni feiert der Familienbetrieb, der mittlerweile in der dritten Generation geführt wird, seinen 50. Geburtstag und blickt dabei auf eine bewegte Geschichte zurück. "Der Erfolg war keine Einbahnstraße, wir hatten auch Tiefen zu überstehen", resümiert Werner Hanna, der den elterlichen Betrieb in der Zeit von 1979 bis 2013 führte.

Begonnen hatte alles ganz klein und keineswegs einfach. Ludwig Hanna, der vor wenigen Monaten seinen 90. Geburtstag feierte, hatte den Betrieb 1964 mit einer Laderaupe gegründet. Damals war der gelernte Maschinenschlosser noch in der Laufenmühle bei Lauterach beschäftigt, doch er hatte bereits eine eigene Existenz im Blick. Wenig später kam ein Lastwagen dazu und die kleine Firma war damals vor allem bei den Flurbereinigungen in der Region beschäftigt. Ludwig Hanna war praktisch veranlagt und ein umtriebiger Mann, der geborene Unternehmer. Zunächst wurde ein Mitarbeiter beschäftigt, der Betrieb wuchs und war gut positioniert, wenngleich es nicht einfach war, im Kreis der damals zahlreichen Bauunternehmer Fuß zu fassen. Kontinuierlich entwickelte sich die Firma, mit dem sich Ludwig Hanna im Jahr 1972 auf dem Gelände eines stillgelegten Bauernhofes in Stetten niederließ. "Sehr viel arbeiten, auch am Wochenende, wie auch Mut zum Risiko gehörte dazu", sagt der Senior im Rückblick. Heute beobachtet der immer noch agile Senior von seiner Wohnung aus, was sich gegenüber auf dem Firmenareal abspielt und er hat Freude daran.

Auch sein Sohn Werner, der zunächst den Beruf des Maschinenbautechnikers erlernte und die väterliche Firma nicht als erste Berufswahl betrachtete, blickt nicht nur auf einfache Zeiten zurück. Mehrere Krisen beutelten das Baugewerbe und während deutlich größere und renommierte Unternehmen in der Region über die Jahre hinweg die Segel streichen mussten, kaufte die Firma Hanna bereits 1994 eine Asphaltfräse und hielt sich mit Flickarbeiten an kaputten Straßen über Wasser, bis die Zeiten besser wurden. Letztlich profitierte Hanna von den Krisen, denn die Konkurrenz wurde dadurch überschaubarer. Eine stetige Expansion markiert den weiteren Weg der Firma Hanna, die aktuell 17 Mitarbeiter beschäftigt und in der Ortsmitte von Stetten ein beachtliches Firmenareal mit mehreren Gebäuden und einer neuen Werkstatt mit großzügiger Lagerhalle besitzt. Diese neue Halle wurde nun rechtzeitig zum Jubiläum fertig und sie bietet auch genügend Platz für das Geburtstagsfest.

Dass mittlerweile Falko Hanna den Familienbetrieb in der dritten Generation führt, erfüllt die Seniorchefs Ludwig und Werner mit Genugtuung und auch Stolz. Für den Junior war von klein auf klar, dass er die Firma weiterführen wird. Mit einer Lehre zum Straßenbauer sowie dem Studium "Bauingenieur und Projektmanagement" hat er die Basis gelegt, um die Firma in eine gute Zukunft zu führen. Auch Vater Werner, ein findiger Praktiker, ist mit seinen 63 Jahren noch voll im Betrieb aktiv und seine Schwester Brigitte Juchems ist im Büro nicht nur eine Fachfrau, sondern auch die gute Seele und wie sie sagt "das Mädchen für alles". So fühlt sich die Firma Hanna als solide aufgestellter Familienbetrieb fit für die Herausforderungen der Zukunft.

Der Aktionsradius reicht bis nach Münsingen und Laupheim, gelegentlich auch bis nach Ulm. "Hauptsächlich sind wir aber in der näheren Umgebung tätig", erklärt Falko Hanna. Er könnte sich nichts Besseres vorstellen, als im Familienbetrieb zu arbeiten. "Wir sind ein gutes Team und es macht Spaß", sind sich alle einig. Jeder hat seine Zuständigkeiten. Was fehlt, sind gute Nachwuchskräfte. Trotz aller Bemühungen lasse sich niemand finden, der einen Beruf aus dem Bauhandwerk lernen möchte. "So schlecht ist das doch gar nicht", findet Werner Hanna und belegt das mit den vielen langjährigen Mitarbeitern bei der Firma. So wird zum Beispiel beim Jubiläumsfest am Samstag, 28. Juni, Karl Münch geehrt, der seit vier Jahrzehnten bei der Firma Hanna als Kraftfahrer arbeitet. Er ist einer des insgesamt perfekt eingespielten Teams mit qualifizierten Fachleuten, das von den Chefs ein dickes Lob bekommt. Sie heben zudem das gute und familiäre Betriebsklima hervor. Etliche weitere Mitarbeiter sind seit mehr als 20 Jahren im Betrieb beschäftigt. Dass auch die Auftragsbücher gut bestückt sind, ist ein weiteres Plus.