Fahrbahnerneuerungen, Leitungen verlegen und Kanäle sanieren: In Ehingen und im Umkreis gibt es momentan einige Baustellen. Gefühlt immer im Sommer häufen sich die Bauarbeiten. Ganz so ist das nicht, sagt Hartmut Geiger vom Regierungspräsidium (RP) Tübingen mit Außenstelle in Ehingen: „Es sind nicht alle unsere Baustellen im Sommer. Gut zwei Fünftel werden im Frühjahr oder im Herbst verwirklicht.“

Deshalb ist der Sommer eine beliebte Jahreszeit für Straßenarbeiten

Allerdings gebe es einige Baumaßnahmen, zum Beispiel Brückensanierungen, die wetterbedingt im Sommer erledigt werden müssen. Einige Baustoffe brauchen gewisse Temperaturen, um verarbeitet zu werden (siehe Infokasten). Im Winter sei es dann schlicht zu kalt. Im Herbst sei der oftmals starke Nebel ein Hindernis. „Die Gefährdung der Verkehrsteilnehmer und Bauarbeiter ist bei Nebel deutlich höher“, sagt Geiger. Und: „Bei Schnee und Frost geht sowieso nichts.“
Bauarbeiten im Sommer durchzuziehen habe auch den Vorteil, dass in den Ferien kein Schulbus fahre. Bei Umleitungen wegen Straßensperren habe der nämlich Probleme, die Fahrpläne einzuhalten. In den folgenden Wochen gibt es einige Baustellen in Ehingen, im Teilort Erbstetten und auf Bundes- und Landesstraßen.

Winckelhoferstraße in Ehingen

Schon seit Mai wird die Straße oberhalb des Johann-Vanotti­-Gymnasiums saniert und ist nicht befahrbar. Wie Stadtsprecherin Bettina Gihr mitteilt, werden dort alle Versorgungsleitungen erneuert und die Straße ausgebaut. Die Kosten würden sich auf rund 1,2 Millionen Euro belaufen. Bis September dieses Jahres sollen die Arbeiten noch andauern.

Adolffstraße in Ehingen

Seit Mai wird in der Adolffstraße beim Getränkemarkt Finkbeiner die Brücke saniert, die über die Schmiech führt. Die Lager der Brücke waren marode. Diese verbinden den Über- mit dem Unterbau einer Brücke und sollen Schwingungen ausgleichen – etwa, wenn die Brücke befahren wird. Im September sollen die Arbeiten fertig sein. Kosten: 450 000 Euro.

Ehingen nach Weisel

Auf der B465 zwischen Ehingen und Weisel wurde die Fahrbahndecke erneuert. Seit dem 7. Juli ist ist die 3,7 Kilometer lange Strecke gesperrt. Wie das RP mitteilt, sind die Arbeiten noch vor den Sommerferien beendet. Die Kosten belaufen sich auf rund 930 000 Euro.

Ortsdurchfahrt Erbstetten

Seit September 2018 werden die Backhausstraße und die Anhausener Straße im Ehinger Teilort quasi grunderneuert. Wie die Stadt mitteilt, werden dort alle Versorgungsleitungen erneuert, Breitband und Straßen ausgebaut. Seit knapp zwei Jahren wird überörtlich durch Lauterach und Mundingen umgeleitet. Am 6. August sollen die Bauarbeiten beendet sein; Kosten: 2,3 Millionen Euro.

Ehingen nach Nasgenstadt an Borst-Kreuzung

An der Kreuzung bei Möbel Borst ist die Landesstraße 259 in Richtung Nasgenstadt, Griesingen und Rißtissen vom 3. August an halbseitig gesperrt – Anfang Juli war dort schon eine Woche zu. Wie Markus Huber von der Straßenmeisterei Ehingen berichtet, dauern die Arbeiten voraussichtlich 14 Tage. Eine neue Gasleitung wird ans Gasnetz angebunden, berichtet Gerold Braig, Technischer Leiter der Netze Südwest, Service­-Region Oberschwaben. „Die Leitung ist schon angeschlossen, aber noch nicht in Betrieb.“
Braig hofft, dass es nicht regnen wird, aber auch nicht auf 36 Grad: „Die Baugrube ist 2,5 Meter tief. Wenn es in Strömen regnet, wird es schwer.“ Zudem tragen die Arbeiter Sicherheitskleidung, falls Gas ausströmt. Bei Hitze könne er gar nicht genug Wasser zum Trinken bringen. An den Leitungen hängen laut Braig die Städte Ehingen und Schelklingen sowie die Gemeinde Allmendingen samt großer Firmen – die Arbeiten seien also sensibel.

Budgetverteilung nach Straßenzustand

Meist kosten Bauarbeiten viel Geld. Wie dieses verteilt wird, erklärt Fachmann Geiger: Im Frühjahr werde den Baureferaten, das sind die zuständigen Abteilungen einer Behörde, ein Budget zugewiesen. Dieses gelte für Baumaßnahmen auf Bundes- und Landesstraßen. Der Zustand der Straßen im Bezirk wird vorab erhoben. Auf dieser Basis ergebe sich dann das Budget.

Temperaturen bei Beton, Asphalt und Kunststoffen


Verarbeitung Wie Hartmut Geiger sagt, sind einige Baustoffen im Straßenbau kälte- oder hitzeempfindlich. Beton etwa soll nur bei Temperaturen zwischen 5 und 30 Grad verarbeitet werden. Asphalt dürfe zwar in Ausnahmefällen bei bis zu minus 5 Grad eingebaut werden. Allerdings leide dann die Qualität, weil der Asphalt zu schnell abkühlt und dadurch nicht gut verdichtet werden kann. Auch Kunststoffe wie Beschichtungen oder Dichtungen vertragen keine Kälte unter 5 Grad. Auch die Luftfeuchtigkeit spiele dabei eine Rolle.