OB-Wahl Baumann: Kein Mangel an Aufgaben und Ideen

Ehingen / Stefan Bentele 13.09.2018
70 Gäste kommen zur Kandidatenvorstellung der Stadt für die Wahl des künftigen Oberbürgermeisters. Fragen gibt es wenige.

Man wolle eine „neutrale Plattform“ schaffen, sagte am Mittwochabend Manuel Hagel in seiner Funktion als Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses der Stadt Ehingen. Hagel hatte um 19 Uhr die Kandidatenvorstellung zur Wahl des neuen Oberbürgermeisters eröffnet, zu der gut 70 Besucher kamen, darunter auch Stadträte und Ortsvorsteher. „Es ist schön und wichtig, dass so viele gekommen sind.“ Es sei schon beinahe eine Tradition, dass es in Ehingen zur Wahl des Oberbürgermeisters nur einen Kandidaten gebe, sagte Hagel und erteilte Alexander Baumann, amtierender OB und einziger Kandidat für die bevorstehende Wahl am Sonntag, 23. September, das Wort.

98 Prozent der Besucher kenne er persönlich, das sei ein schönes Gefühl, sagte Baumann zu Beginn seiner 20-minütigen Redezeit, die der Gemeindewahlausschuss per Beschluss zuletzt eingeräumt hatte. Zunächst blickte er auf die vergangenen acht Jahre zurück, „unheimlich intensive Jahre“, aus denen sich eine „überaus positive Entwicklung“ ablesen lasse über das, was man gemeinsam erreicht habe.

So stieg die Bevölkerungszahl Baumann zufolge um mehr als 1000 Einwohner, was vor acht Jahren noch mit Blick auf die demografische Entwicklung für kein realistisches Szenario gehalten wurde. „Ich selbst hab’ nie daran geglaubt“, sagte er mit Blick auf die damaligen Prognosen. Man habe dafür auch Wohnraum geschaffen.

Schlecker-Pleite als Herausforderung

Der OB-Kandidat verwies auch auf die Entwicklung in der Kinderbetreuung: Vor sieben Jahren habe man 77 Fachkräfte und 24 Gruppen gehabt, heute seien es 133 Fachkräfte und 36 Gruppen. Baumann bezeichnete die Entscheidung, einen Bürgermeister für Kultur, Bildung und Soziales einzusetzen als richtig, und Sebastian Wolf, ebenfalls anwesend, mache einen „guten Job“.

Die Misere der Schlecker-Pleite hat laut Baumann gezeigt, dass man auch „ungeahnte Herausforderungen meistert“. Am Business Park Ehingen gebe es heute eine Belegung von 90 Prozent und 600 Arbeitsplätze, mit „lokaler Wertschöpfung“. Die Stadt ist mit 51 Prozent am BED beteiligt. Mit Blick auf die Finanzen verwies er darauf, dass vor fünf Jahren Ehingen noch nicht schuldenfrei gewesen sei.

Betreuung und Glasfaser

Künftig wolle er eine „gute Mischung“ aus Leben, Einkaufen und Erholen schaffen, nannte als Ziel das Stadtentwicklungskonzept. Dazu zählt Stärkung des Handels in der Innenstadt, Entwicklung der Unteren Stadt und Verschönerung des Schiffbergs, etwa mit einem Ideenwettbewerb. „Da reicht die Reparatur von Geh- und Radweg nicht aus.“

Das Projekt Volksbank-Höfe am Marktplatz sieht er als „deutlichen Gewinn für die Kernstadt“. Am Wenzelstein solle die soziale Arbeit weiter in den Mittelpunkt rücken und am Jugendhaus will er sich nun auch dafür einsetzen, dass die Umgestaltung des Hofs mit einem Zugang zum Groggensee versehen wird. Eine „flächendeckende Betreuung“ werde verfolgt, das sei ein Standortfaktor, ebenso der Ausbau mit Glasfaser.

Am schuldenfreien Haushalt will Baumann festhalten, mit der Einschränkung: So es die Wirtschaftslage zulasse. Für die Regio-S-Bahn werde er kämpfen, „auch wenn es dicke Bretter zu bohren gibt“. Kultur und Vereine sollen auch in den kommenden Jahren gefördert werden, bei der Vereinsförderung stellte er erneut eine Anpassung der Zuschüsse in Aussicht.

Die Feuerwehr habe in den vergangenen Wochen gezeigt, „wie großartig sie in Einsätze gehen kann“. Der Feuerwehrbedarfsplan werde in den kommenden sechs Jahren umgesetzt, um die „Schlagkraft“ zu erhöhen.

Abschließend bat er die anwesenden um ihre Stimme am Wahlsonntag. „Es mangelt uns nicht an Aufgaben und Ideen.“

Verkehr bewegt Gemüter

Als Hagel schließlich Besucher bat, Fragen zu stellen, fand sich zunächst kein Fragesteller. Erst als Hagel ansetzte, die Veranstaltung nach 30 Minuten zu beenden, meldete sich Stadtrat Wolf Brzoska (Freie Wähler). Er mahnte an, ältere Häuser in der Unteren Stadt nicht verfallen zu lassen. Auch nehme die Verkehrsdichte in Ehingen zu, besonders Menschen in der Südstadt am Schiffberg seien belastet. Er fragte, ob das Tempo auf 50 reduziert werden könne?

Baumann verwies darauf, dass nicht alle Gebäude in der Unteren Stadt der Stadt gehörten. Privateigentum sei eben ein „hohes Gut“. Eine Temporeduzierung sei auf der B 465 rechtlich nicht zulässig. Er setze sich aber für eine Aufnahme der Westumfahrung Ehingens in den Bundesverkehrswegeplan ein, das sei aber „Zukunftsmusik“. Franz Borst fragte, wann die Kreuzung an der B 311/L 259 entschärft werde? Baumann verweis darauf, dass die Stadt nicht zuständig sei, die Planung bei den zuständigen Behörden aber vorankomme.

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