OB-Wahl Baumann stellt sich Fragen des BUND Ehingen

Alexander Baumann (vorne links) antwortet auf Fragen des BUND und der Besucher.
Alexander Baumann (vorne links) antwortet auf Fragen des BUND und der Besucher. © Foto: Stefan Bentele
Ehingen / Stefan Bentele 05.09.2018
Der BUND Ehingen und Besucher stellen zwei Stunden lang Fragen an Kandidat Alexander Baumann.

Windkraft in Ehingen,  Flächenverbrauch und weitere ökologische Themen, dazu hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Ehingen am Dienstagabend OB-Kandidat Alexander Baumann zwei Stunden lang befragt. Gut 30 Besucher waren zu „Nachhaltiges Ehingen – mehr als nur ein Schlagwort?“ in den Kleinen Saal der Lindenhalle gekommen, moderiert von Angela Scheffold und Jürgen Kübler vom Vorstand des BUND.

Kübler, zugleich Vorstand der Bürgerenergiegenossenschaft Alb-Donau, schlug vor, ein Solarkataster zu erstellen, um Potenzial für Photovoltaik-Anlagen zu erfassen. „Damit kann man dann auf die Bürger zugehen.“ Scheffold leitete anschließend mit dem Thema Windkraft und dem „vorläufigen Aus am Standort Deppenhausen“ auf den Fragenkatalog über, der zuvor an Alexander Baumann geschickt worden war.

„Reihe von Hindernissen“

Der OB verwies darauf, dass die Stadt sich zunächst für Deppenhausen als Windkraftstandort ausgesprochen hatte. Als der Energie-Konzern ENBW im Zuge der Standortprüfung eine „Nichtwirtschaftlichkeit“ festgestellt habe, sei man davon abgerückt. Doch falls ein anderer Interessent komme, werde man sich nicht verschließen. Am Osterholz habe es eine „Reihe von Hindernissen gegeben“, darunter den Natur- und Vogelschutz, ein Gutachten zu Orchideen ebenso. Der Gemeinderat rückte von dem Standort ab. „Da steh’ ich auch dazu.“

Als Scheffold das Gutachten zu den Orchideen ansprach und um Herausgabe bat, sagte Baumann: „Wir halten mit nichts hinterm Berg, was wir veröffentlichen können.“ Zur Frage von Gemeinderat Hubert Dangelmaier (Grüne), ob man das Osterholz nicht neu bewerten könne, schließlich habe sich der Regionalverband bei der Ausweisung der Windkraft-Vorranggebiete alles angeschaut, verwies Baumann auf das Initiativrecht von Gemeinderäten. Und der Verband habe zwar Standorte ausgewählt, aber nicht detailliert untersucht.

Nach den Ergebnissen, die die Klimaschutzbeauftragte der Stadt, Josefina Schlinke, vorweisen könne, wurde ebenfalls gefragt. Baumann nannte mehrere Maßnahmen, darunter die Förderung des ÖPNV und ein Energie-Controlling, mit denen sich die 31-Jährige seit einem Jahr befasse. Er verwies zudem darauf, dass unter allen Kreisen im Land der Alb-Donau-Kreis bei der Erzeugung erneuerbarer Energien auf Platz 1 stehe. „Ich sage Ihnen, da ist die Stadt Ehingen ein aktiver Teil.“ 19 PV-Anlagen erbringen demnach 700.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr, wovon Zweidrittel ins Netz eingespeist werden.

Für ein Solarkataster, wie von Kübler angesprochen, sieht Baumann keine Notwendigkeit. Die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) biete im Internet eine Datenbank für Jedermann, auf der das Potenzial für weitere PV-Anlagen aufgelistet sei. „Da müssen wir also kein Geld ausgeben.“ Man müsse die Menschen mit Argumenten überzeugen, in erneuerbare Energien zu investieren, könne aber niemanden zwingen.

Auch Innenentwicklung

„Wachstum braucht Fläche“, sagte Baumann auf die Frage nach Möglichkeiten zu geringerem Flächenverbrauch. Er stimmte aber zu, den Verbrauch so gering als möglich zu halten, etwa mit Innenentwicklung beim Wohnungsbau. Besucher Lutz Deckwitz stellte mit Blick auf die Wohnsituation die Frage, ob eine städtische Wohnungsbaugesellschaft sinnvoll sei. Baumann beurteilt den Markt zwar als angespannt, die GWO, in deren Aufsichtsrat er sitzt, kümmere sich jedoch darum, zuletzt auf dem Zeppelingelände. Die Stadt selbst könne das nicht alleine anpacken, dafür fehle das „Know-How“.

Baumann erwähnte das Ausbringungsverbot chemischer Substanzen auf öffentliche Flächen – seit 2012 in Kraft, als das Gespräch auf Glyphosat kam. In neue Pachtverträge zwischen Stadt und Bewirtschaftern fließe das ein, Altverträge genössen Bestand­schutz.

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