Zwei Dutzend Teilnehmerinnen waren gestern Vormittag zum Frauenfrühstück der VHS ins Franziskanerkloster gekommen. Zwar keine riesige Resonanz auf das Thema „Was passiert mit unserem Müll“, wie Organisatorin Renate Müller-Buck bilanzierte. „Aber mir war einfach wichtig, nicht nur leichte Kost zu präsentieren. Und gerade zum Jahresanfang sollte man sich vornehmen, mehr für die Umwelt zu tun. Da gehört weniger Müll grundlegend dazu“, betonte sie.

Margarethe Kienle, seit 1992 Abfallberaterin für das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises, hatte in Sachen Müll einiges zu berichten. „Die Menschen produzieren riesige Müllberge rund um den Globus. Aber wir Deutschen zählen im Pro-Kopf-Müll fast schon zu den Müllweltmeistern“, sagte die Expertin. „Wobei unsere Babys mit zu den größten Müllverursachern gehören.“ Ein Kind in den westlichen Ländern produziere in den ersten sechs Monaten so viel Müll wie ein Mensch aus den Dritte-Welt-Ländern im ganzen Leben.

Dann stellte Margarethe Kienle die Frage: „Was ist eigentlich Müll?“. Die Antworten kamen prompt: „Alles, was man nicht mehr verwerten kann. Dinge, die keiner mehr braucht. Einfach etwas, das in den Mülleimer gehört.“ Das Abfallgesetz definiere Müll als bewegliche Dinge, derer sich der Besitzer entledigen will, erklärte Kienle.

„In unserer Wohlstands- und Konsumgesellschaft sind dies oft auch Dinge, die man noch gut brauchen könnte. Was unbrauchbar ist, bestimmt zunehmend der Trend und nicht der Zustand der Ware.“ Allein in Deutschland kämen jährlich 400 Millionen Tonnen Müll zusammen, Tendenz steigend. Besorgniserregend sei weltweit der Plastikmüll. „Bald haben wir mehr Plastik als Fische im Meer“, befand Kienle. Allein in der Europäischen Union kämen 26 Millionen Tonnen Plastik zusammen. Das Schlimme am Kunststoff sei, dass es 400 Jahre dauere, bis sich dieser zersetzt. Mikroplastik in Mensch und Tier seien keine Ausnahme mehr.

Anhand von Bildern zeigte Kienle den „Plastikstrudel“ im Pazifik, einer von sechs dieser Müllstrudel, der nun schon so groß sei wie ganz Europa. Die Expertin befragte die Zuhörerinnen nach der Pro-Kopf-Müllmenge im Jahr in Deutschland. Dies wusste keine der Frauen. „Jeder produziert allein 53 Kilogramm an Haushaltsmüll“, sagte Kienle.

Tipps für weniger Müll

Müll ist ein Problem, „weil vieles nicht verrottet und unsere Umwelt nachhaltig schädigt. Auch durch den großen Rohstoffverbrauch.“ Zum Abschluss des interessanten Vortrags gab Margarethe Kienle wertvolle Tipps zur Müllreduzierung und appellierte, noch gebrauchsfähige Dinge lange zu verwenden, wenn nötig, auch zu reparieren.