Gastronomie Bagger arbeiten für die neue Weinstube

Schmiechen / Bernhard Raidt 12.07.2018
In Schmiechen baut Harry Reichert ein Lokal für seine Pfälzer Spezialitäten.

Der Name steht schon fest: „Pälzer Woistubb“ oder „Harrys Woistubb“ wird das neue Lokal in Schmiechen heißen, das im nächsten Jahr eröffnet. Seit Ende Juni sind die Bagger am Werk, um am Sommerberg Platz für den Neubau zu schaffen. „Woistubb“ ist Pfälzer („Pälzer“) Dialekt und heißt „Weinstube“ – der Name ist Programm. Harry Reichert, der mit seinen Spezialitäten aus der Pfalz viel auf Märkten und Veranstaltungen in der Region präsent ist, schafft sich hier einen festen Ort, um Weine, aber auch viele andere Spezialitäten aus seiner Heimat, der Pfalz, besser präsentieren zu können. In einem Gastraum mit 20 Sitzplätzen, einem Seminarraum mit zwölf und auf einer Terrasse mit weiteren 20 Plätzen können Gäste bald neben Winzergewächsen auch Saumagen, Bratwürste mit Sauerkraut, Spargel, Zwiebel-. Lauch- und Flammkuchen oder Pälzer Bier verkosten.

Gemüse vom Hof des Bruders

Zudem schafft sich Reichert mit dem Anbau an sein Wohnhaus dringend benötigte Lagerfläche – etwa für die Salate oder das Gemüse wie die Kartoffeln, die er  frisch aus der Pfalz holt. Sein Bruder bewirtschaftet dort den elterlichen Gemüsebauernhof.

Doch das ist noch nicht alles: In weiteren Bauabschnitten errichtet Reichert noch zwei Ferienwohnungen mit einem separaten Zugang im Dachgeschoss. Und er baut einen Verkaufsraum, in dem seine Produkte zu bekommen sind. Die Lage für Weinstube mit Terrasse und die  Ferienwohnungen ist günstig. Vom Sommerberg herab schweift der Blick weit über den Ort und den Albrand, nicht weit entfernt glitzert der Schmiechener See. Reichert setzt dann auch darauf, dass Touristen auf Erkundungstour im Schmiechtal einen Besuch seiner Weinstube mit ins Programm aufnehmen. Aber auch für Einheimische soll die Weinstube ein Treff werden, er habe schon Anfragen für Geburtstagsfeiern, berichtet Reichert. Im Seminarraum sollen etwa Weinseminare stattfinden, in denen Pfälzer Winzer ihre Produkte vorstellen.

Bis jetzt der Bau begonnen hat, war aber eine lange Zeit der Planung notwendig – und etliche Hürden zu überwinden. So stand dem Neubau länger ein Haftungsverzicht im Weg, den Reichert nicht unterzeichnen wollte, weil die Versicherung für die Weinstube sonst zu hoch geworden wäre. Denn sollte aus der Heide hinter dem Haus einmal ein Wald werden, darf Reichert die Stadt nicht verklagen, wenn ein Ast oder ein Baum den Neubau beschädigt.

Wegen der langwierigen Verhandlungen kam zunächst auch ein eingeplanter Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) nicht zustande. Doch das mit dem Haftungsverzicht ist nun so geklärt, dass Reichert damit leben kann, auch der Zuschuss ist genehmigt.

Umleitung entlang der Baustelle

Bleibt jetzt die schwierige Bauphase. Nicht nur die Hanglage ist komplex, auch die Umstände sind es: Am 20. August startet die große Sanierung der Ortsdurchfahrt in Schmiechen. Eine der Umleitungsstrecken – nur für Einheimische – führt direkt an Reicherts Haus und damit der Baustelle entlang. „Wir werden  irgendwie zurecht kommen müssen“, sagt Reichert, der deswegen viel mit Ortsvorsteherin Kestin Scheible und Bauamtsleiter Markus Schmid gesprochen hat. Doch all die Mühe soll sich lohnen: Die Schmiechener und Gäste aus Nah und Fern können sich nach der Eröffnung im nächsten Frühsommer ein eigenes Bild von der neuen „Woistubb“ machen – mit einem Glas Pälzer Wein in der Hand.

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