Ehingen Ausstellung über Malerin Maria Freudenreich für 2014 geplant

Ein Selbst- porträt der Malerin Maria Freudenreich. Foto: Johannes Lang
Ein Selbst- porträt der Malerin Maria Freudenreich. Foto: Johannes Lang
Ehingen / SWP 12.03.2013
Johannes Lang von der Museumsgesellschaft Ehingen hat sich erneut einer vergessenen Künstlerin gewidmet. Maria Freudenreich, deren Wurzeln in Ehingen zu finden sind, war Porträt- und Kirchenmalerin.

Maria Freudenreich kann als oberschwäbische Malerin bezeichnet werden, deren Lebensmittelpunkt in Ochsenhausen war, schreibt Johannes Lang. Er hat über die Künstlerin Freudenreich recherchiert, das Ergebnis seiner Arbeit stellte er am Freitag bei der Jahresversammlung der Museumsgesellschaft vor.

Geboren wurde Maria Freudenreich im Jahr 1860 in Erbach, ihre Vorfahren väterlicher- und mütterlicherseits stammten aus Ehingen. Marias Vater war Lehrer und Kunstmaler. Von ihm hatte sie wohl das Talent geerbt, weswegen sie bereits im jungen Alter von 16 Jahren an die Münchner Kunstgewerbeschule kam und dort unter anderem beim Tiermaler Anton Braith lernte.

Marias Großvater war Gymnasialprofessor in Ellwangen und dessen Vorfahren waren wiederum Pfarrmeßmer in Ehingen. Marias Mutter Genovefa entstammte der Ehinger Kaufmannsfamilie Bechler und Marias Tante Ernestine begründete die Ehinger Linie der Häfnerfamilie Freudenreich an der Lindenstraße - nachzulesen in "Ehingen - von einstigen Handwerkern und Händlern".

Das künstlerische Können von Marias Vater kann heute noch am Federsee in Tiefenbach und Brasenberg sowie im Raum Ochsenhausen betrachtet werden. Sogar für die Grafen von Erbach-Erbach im Odenwald malte er Porträts. Porträtmalerin war auch Maria Freudenreich, so für die Urgroßeltern von Klara Baum in Ehingen, für ein Bäckerehepaar aus Ochsenhausen, aber auch für Adelsvertreter und Geistliche in Oberschwaben. Mit 22 Jahren porträtierte sie beispielsweise ihren Onkel, den Kaufmann Franz Josef Bechler in Ehingen. 1907 beschenkte sie ihren Cousin Wilhelm Bechler mit einem Bild des heiligen Wilhelm. Viele Familienporträts befinden sich bei den Nachfahren von Marias Bruders in Biberach.

Außerdem arbeitete Maria als Restauratorin von Altarblättern und Deckengemälden in Ochsenhausen und oberschwäbischen Klöstern bis Rottenmünster (Rottweil). Sie malte Kreuzwegbilder und Deckenbilder in Kapellen um Ochsenhausen.

1914 starb Maria Freudenreich in Ochsenhausen. Aus Anlass des 100. Todesjahrs planen Kunstfreunde dort für kommendes Jahr mit dem Museum Biberach eine Ausstellung, an der sich auch die Museumsgesellschaft Ehingen beteiligen wird. Diese Ausstellung soll von März bis Mai in Ochsenhausen und von Mai bis Juli in Ehingen zu sehen sein.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel