Vernissage Ausstellung „Kraft der Stille“ in Berg

Volker Sonntag (Mitte) sprach bei der Ausstellungseröffnung die einführenden Worte.
Volker Sonntag (Mitte) sprach bei der Ausstellungseröffnung die einführenden Worte. © Foto: Hagenmeyer
Berg / ANNE HAGENMEYER-HOBEN 08.10.2018

Von Einkehr und Stille ist am Sonntagmorgen im „Bäumle“ in Berg nicht viel zu spüren gewesen. Dafür waren zu viele Besucher zur Ausstellung „Kraft der Stille“ gekommen. Sie wollten alle die Werke von Uli Schmid, Anne Linder und Volker Sonntag sehen.

Die einführenden Worte von Volker Sonntag zu den Kunstwerken ruhten auf zwei Zitaten: Das eine ist eine zen-buddhistische Weisheit und sagt: Nur ein leeres Gefäß kann Wasser aufnehmen. Das andere  Zitat stammt von Joseph Beuys, der das Ohr als wichtigstes Organ des Künstlers sah. Und beide Zitate sind miteinander verwandt: Der leere Raum, aus dem Schöpferisches entsteht und das Hören nach innen, nach der Stille in uns, ist ein und dasselbe.

Volker Sonntag beschreibt den Weg in die Stille und Leere mit der Meditation, die er heute in einer Welt der ständigen Reizüberflutung, als eine Übung für Wahrnehmung und Achtsamkeit sieht. Zu Bild brachte er diese Erfahrungen mit meditierenden Mönchen, mit einem Dialog in der Begegnung Mensch und Tier. Und, was ihm besonders am Herzen liegt, in den Porträts von Kindern aus Zaire. „Das Foto nehmen wir auf Reisen wie eine Beute mit. Beim Porträtieren entsteht ein respektvoller Dialog ohne Worte“, sagte er. Auch die Steinskulpturen von Uli Schmid erfordern für den Künstler ein Zwiegespräch mit dem Wortschatz „Dichte, Risse, Einschlüsse, Werkspuren“. Im besten Fall, sagte Sonntag, scheine dieser Prozess durch das Resultat hindurch.

Natur ist sich nie identisch

Bei den Werken seiner Frau, Anne Linder, sieht Sonntag das Gefäß im Mittelpunkt stehen. Diesmal hat die Keramikerin Kugeln aufgerissen. „Aus dem geometrischen Ideal der Kugel entstehen durch die Öffnungen Verletzungen und somit eine große Diversität, wie auch in der Natur eine Idealform variiert wird und niemals identisch mit der nächsten ist.“ Für die Reflexion dieser Impulse möchte Volker Sonntag seine Gäste am liebsten hinaus in die Natur schicken, wo der Weg nach Innen und in die Stille am besten zu erfahren sei.

Info Die Ausstellung „Kraft der Stille“ ist noch an zwei Sonntagen, am 14. und am 21. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

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