Ehingen / Christina Kirsch  Uhr
Die Ehinger Firma Tries stellt ihre neue Ausbildungsabteilung vor, in der an modernen Maschinen gelernt wird.

„Wir nehmen alle“, sagte Geschäftsführer Andreas Guter über die Auszubildenden, die bei der Firma Tries ihre Ausbildung beendet haben. „Unser Problem ist eigentlich nur, dass die fertig Ausgebildeten sich weiterbilden wollen und beispielsweise Techniker werden“, erklärte der Geschäftsführer bei einem Rundgang durch die neue Ausbildungsabteilung auf dem Werksgelände. „Aber die kommen dann im Normalfall wieder.“

Etwa 60 Prozent der Mitarbeiter in der renommierten Firma sind im Haus ausgebildete Mitarbeiter. „Wir müssen in die Zukunft investieren“, sagte Juniorchef Matthias Tries und verwies auf die Schnelllebigkeit in Handel und Fertigung. „In einer Sekunde gehen die Informationen um die Welt.“ Die Fertigung sei heutzutage keine schwere körperliche Arbeit mehr, aber sie erfordere Teamarbeit und Fitness im Bereich der Digitalisierung.

Damit die Auszubildenden bei Tries zur Spitze gehören, investierte die Firma in einen großzügigen Ausbildungsbereich. Bisher waren die Auszubildenden im Werk 1 untergebracht, aber aus Platzmangel und weil neue Produktionsmaschinen angeschafft wurden, zog man in das gegenüberliegende Werk 2 um. Dort stehen den angehenden Industriemechanikern, Konstruktionsmechanikern und Mechatronikern auf 800 Quadratmetern moderne Bohr-, Dreh- und Fräsmaschinen zur Verfügung.

Auch ein Roboter kann bedient werden. Am Kunststoff-3D-Drucker drucken die Auszubildenden und die Facharbeiter diverse Hilfswerkzeuge. Die Auszubildenden teilen sich die Halle mit den Facharbeitern im Prototypenbau. Vor etwa drei Jahren konnte Tries die Halle erwerben und nach und nach ausbauen. Seit mehreren Monaten wird die Ausbildungswerkstatt eingerichtet und seit etwa vier Wochen läuft der reguläre Betrieb. „Wir haben in allen drei Jahrgangsstufen zwischen 13 und 17 Auszubildende“, erklärte Geschäftsführer Roland Stirmlinger. Als Ausbildungsmeister haben Karl-Heinz Walter, Dieter Künzelmann und Georg Wiest ein Auge auf die Auszubildenden. Wer ausgelernt hat und übernommen wird, arbeitet bei Tries im Zweischichtbetrieb. „Vielleicht bewerben sich auch deshalb nicht so viele Mädchen für die technischen Berufe bei uns“, sagte Roland Stirmlinger. Der Betrieb bildet jedoch auch Industriekauffrauen und Industriekaufmänner aus.

Hydraulik für Drehleitern

In der Ausbildungswerkstatt wie auch in der Produktionshalle stehen große Pflanzkübel mit Birkenfeigen und anderen hohen Bäumen, die den Mitarbeitern als Sensoren für die Luftqualität, aber auch als grüne Lunge dienen. Das Blattwerk gibt den technischen Maschinen eine wohnliche Anmutung. Tries liefert weltweit Hydrauliksysteme, die beispielsweise den Rettungskorb einer Drehleiter auch in großer Höhe noch waagerecht halten oder in Kletterschalungen auf Baustellen zum Einsatz kommen.

Info Am Samstag, 6. Juli, findet
unter anderem bei Tries von 9 bis 12 Uhr der Tag der Ausbildung statt. Dabei ist auch die Ausbildungswerkstatt für Besucher geöffnet.