Ehingen Brauhaus abgebrannt: Drei Bands verlieren alles

Berg / CHRISTINA KIRSCH 27.07.2018
Mit dem Brand in dem einstigen Brauereigebäude der Rose in Berg haben drei Bands ihre Probenräume verloren.

„Wir hatten hier seit 17 Jahren unseren Proberaum“, berichtet Jürgen Resch von der Band „firefly“. Die Räume sind nach dem Brand eines Braushauses in Ehingen-Berg unbenutzbar geworden. Verschmorte Kabel hängen von der Decke und verkohlte Balken ragen in den Himmel. Über den Monitoren, dem Mischpult und den Instrumenten liegt eine schmierige Rußschicht. Die Farbe des einstigen Bodenbelags ist in dem Moment zu erkennen, als jemand einen Mikrophonständer hochhebt und unter dem Fuß ein Stückchen unversehrter Teppichboden erscheint. „Alles ziemlich surreal“, sagt einer der Helfer auf dem Anwesen.

Proberaum für drei Bands

Andreas Vetter inspiziert die Geräte, die mit dem Hubwagen aus dem Fenster hinausbefördert werden, weil das Treppenhaus nicht mehr existiert. Vielleicht lässt sich noch ein Verstärker retten. „Seltsamerweise haben die Hüllen der Monitorboxen und ein Rucksack fast nichts abgekriegt“, wundert sich der Gitarrist. „Aber meine Gitarre ist total kaputt“.

Im alten Brauereigebäude hatten mit „firefly“, „sbro“ und „darkest reign“ drei Bands ideale Probenräume. „Wir sind auch schon zehn Jahre hier drin gewesen“, sagt der Bassist von „sbro“. Alle Musiker machen sich Gedanken, wo sie nun unterkommen können. „Das wird schwierig“, sind sie sich einig und hoffen doch, dass sich irgendwo ein Probenraum-Türchen auftut.

Vieles nicht mehr zu gebrauchen

Momentan sichten alle Musiker noch ihren verbleibenden Bestand und verabschieden sich von Dingen, die bis zur Unkenntlichkeit verschmort sind. „Das war mal eine rote Plastikwanne“, sagt einer zu einem roten Überzug auf einem Biertisch. Geschmolzene Trommeln, Mikrophone, Rasseln, Kabel, Stecker und anderes Equipment haben die Musiker weitgehend im Haus gelassen. „Damit ist nichts mehr anzufangen“, ergänzt Andreas Vetter.

„Man blendet das irgendwann aus“, sagt Frederic Zimmermann, der Sohn von Norbert und Florence Zimmermann. Der Schüler ist Mitglied der Feuerwehr Berg und hat wie sein Bruder Patrick beim Löschen des alten Brauereihauses auf dem Gelände seiner Familie geholfen. „Es lief alles gut und schnell“, sagt der gelernte Koch, der mit seinem Vater gerade in der Küche stand, als der Brand entdeckt wurde.

Ein paar Tage später ist fast schon wieder Alltag in der Gaststätte eingekehrt. Die Gäste genießen die lauen Sommerabende auf der Terrasse und im Biergarten, das Geschäft läuft. Die ersten Sachverständigen waren bereits vor Ort und weitere sollen noch kommen, erklärt Florence Zimmermann. Die Inhaberin hat sich von ihrer Schwägerin erzählen lassen, dass es in der Rose schon zweimal nach einem Neubau gebrannt hat. „1966 und 1984 wurde neu gebaut, und danach hat es gebrannt“, ergänzt Florence Zimmermann. Denn dieses Jahr haben Zimmermanns ihre neue Küche und den Anbau fertiggestellt. Und somit beinahe eine Serie erfüllt.

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