„Es ging nur um das eine Thema, Arbeit“, sagt Daniel Kaimer. Der Obermarchtaler Verwaltungsmitarbeiter koordiniert Aktionen und die Kommunikation des Helferkreises für Flüchtlinge, die in der Gemeinde untergebracht sind. In der jüngsten Versammlung von Helfern und den insgesamt 33 Asylbewerbern aus dem Kosovo, aus Mazedonien und Syrien sollte eigentlich auch geklärt werden, wofür eine 100-Euro-Spende eingesetzt werden soll. Angedacht waren eine feste Grillstelle oder Gartenmöbel.

Doch den 14 Männern aus dem Kosovo, die bereits seit 26. März da sind, und weiteren, die am 6. Mai im ehemaligen Gasthaus „Mohren“ hinzukamen, brannte das Thema Arbeit auf den Nägeln. „Die Unzufriedenheit wächst“, berichtet Kaimer. Die Männer hätten ihr Land verlassen, in dem 50 Prozent der Menschen arbeitslos sind, um ihren Familien von Deutschland aus zu helfen, sehen aber hier nun einer Abschiebung entgegen und dürfen nicht arbeiten.

Ob und wie sie hier doch einer Beschäftigung nachgehen können und wie sie dies rechtlich regeln müssen, darüber soll in der nächsten Versammlung im „Mohren“, am 24. August, Anna Wüstefeld von der Agentur für Arbeit klären. Denn es gibt die Möglichkeit, Anträge etwa auf einen Praktikumsplatz beim Landratsamt zu stellen. Offenbar waren die Kosovaren davon ausgegangen, dass sich der Helferkreis darum kümmern werde. Kaimer: „Sie müssen aber schon selber tätig werden, uns fehlen da auch die Infos.“

Zwar hat der Helferkreis den Männern bisher keine große Hoffnung auf einen längeren Aufenthalt oder Arbeit gemacht. Doch „die finanzielle Not im Heimatland ist schon groß, und dann gibt es bei ihnen eben Vorstellungen durch Hörensagen, Träume und Wünsche, auf die versteift man sich dann und greift nach jedem Strohhalm“, wie Kaimer die missliche Situation beschreibt.

„Dem Helferkreis geht es darum, zu helfen dass die Zeit, die sie hier sind, bestmöglichst genutzt wird.“ So könnten die Asylbewerber sich über Praktika hierzulande weiter qualifizieren, um im eigenen Land hinterher besser dazustehen. Für die Jungen komme auch eine Ausbildung infrage.

„Wir haben ihnen klargemacht, dass die Sprache der Schlüssel ist, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben“, berichtet Kaimer. Den Deutschkurs, der auch dazu dient, auf eine nötige Sprachprüfung vorzubereiten, besuchten aber zuletzt immer weniger der Männer. Wie berichtet sind am 17. Juli weitere acht Männer aus Mazedonien im „Mohren“ einquartiert worden. Sie sprechen eine andere Sprache, jedoch können mehrere der Kosovaren sich mit ihnen verständigen. Der syrischen Familie – einer Mutter mit drei Kindern – gehe es gut, sie kam nach zehn Monaten in Langenau kürzlich zur Anschlussunterbringung in einer Wohnung in Obermarchtal unter. Ob eines der Kinder, das nun eingeschult werden muss, nach Munderkingen zur Förderschule oder in eine reguläre Grundschule kommt, wisse er nicht. Alle neuen Asylbewerber wurden bereits von den Ehrenamtlichen durch den Ort geführt, und für die Kinder wurden bereits Fahrräder gespendet.