Schule Astrid-Lindgren-Schule in Ulm plant Kindergarten-Außengruppe in Ehingen

Ehingen / CORINNA JIRMANN 12.02.2015
Die Ulmer Astrid-Lindgren-Schule für sprachbehinderte Kinder möchte in Ehingen eine Außengruppe ihres Kindergartens einrichten.

Die Pläne sind weit gediehen, in den kommenden Wochen befassen sich die zuständigen Ausschüsse von Kreistag und Ulmer Gemeinderat mit dem Thema. Falls von ihnen grünes Licht kommt, wird die Astrid-Lindgren-Schule für Sprachbehinderte in Ulm zum kommenden Schuljahr in den Räumen des katholischen Kindergartens St. Franziskus in Ehingen eine Außengruppe ihres Schulkindergartens einrichten. Das bestätigten auf Nachfrage unserer Zeitung die Fachgebietsleiterin Schulen der Stadt Ulm, Susanne Knäuer, sowie Johannes Müller, Fachdienstleiter Schulen vom Landratsamt.

Im Raum Ehingen besucht nach Müllers Angaben zurzeit ein Großteil der sprachbehinderten Kinder einen Regelkindergarten und keine sprachpädagogische Einrichtung. "Für sie wollten wir ein spezielles Angebot schaffen", erklärt Müller den Hintergrund. Als der Kindergarten St. Franziskus davon erfuhr, dass die Lindgren-Schule Räume für eine Außengruppe sucht, sei man in Kontakt getreten, schildert Kirchenpfleger Peter Hecht, wie der Stein ins Rollen kam. "Schließlich haben wir Platz." Ein Mehrzweckraum stünde zur Verfügung.

Um dem Inklusionsgedanken gerecht zu werden, soll es Müller zufolge eine enge Kooperation zwischen Regelkindergarten und Sprachbehindertengruppe geben. Der Regelkindergarten könne zudem die Betreuung der behinderten Kinder in den Randzeiten sowie in den Schulferien übernehmen, in denen der Schulkindergarten geschlossen hat, sagt Hecht. Denn die vielen Ferien in den Schulkindergärten seien für manche Eltern ein Grund, ihr Kind nicht dort anzumelden.

"Die Außengruppe wäre eine Chance für den Raum Ehingen", findet Hecht, der zuversichtlich ist, dass genug Bedarf vorhanden ist. Auch Kornelia Welsch, Leiterin des Schmiechtalkindergartens, meint: "Für Ehingen und die Region ist das eine Bereicherung." Zwar habe auch ihr Kindergarten eine eigene Gruppe rein für Sprachbehinderte angeboten, doch die Nachfrage sei gering gewesen. Über die Gründe könne man nur spekulieren, meint Müller. Den Schmiechtalkindergarten besuchen Kinder mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung oder besonderem Förderbedarf. Möglicherweise hielten ihn deshalb Eltern eines rein sprachbehinderten Kindes nicht für den geeigneten Ort, vermutet Müller.

Welsch hat damit kein Problem. Das geplante neue Angebot der Lindgren-Schule biete zwei Vorteile: "Die sprachbehinderten Kinder hätten dort die Regelkinder als Sprachvorbilder ständig um sich. Und gleichzeitig würden sie täglich ganz gezielt gefördert." Denn dort seien in Sprachheilkunde ausgebildete Sonderpädagogen vor Ort.

Doch zuerst sind die Gremien am Zug: Das Thema steht am Montag, 23. Februar, im Ausschuss für Bildung, Gesundheit, Kultur und Soziales des Kreistags und am Mittwoch, 11. März, im Ausschuss für Bildung und Soziales des Gemeinderats Ulm auf der Tagesordnung.