Motorsport Hunderte Teilnehmer beim Bergemer Stoppelcross

Region / Renate Emmenlauer 26.08.2018

Wer am Sonntag und Samstag von der Bundesstraße 492 aus in Richtung Lutherische Berge fuhr und kein Insider war, der staunte angesichts des pulsierenden Trubels neben der Kreisstraße in Höhe der Katzensteige. Der siebte Bergemer Stoppelcross war voll im Gange.

Nicht wenige Autofahrer hielten am Straßenrand an, um sich den Trubel aus der Nähe anzuschauen. Andere waren schon seit dem früheren Vormittag vor Ort, um die Rennatmosphäre zu genießen. Dutzende Motocrossler, teils mit Beiwagen oder auch Quads, bretterten auf dem riesigen Gelände die mehr als ein Kilometer lange Strecke entlang. Die Mutigen gönnten sich beim Flug über die Schanze einen prickelnden Nervenkitzel dazu.

Weil das durch die Hitze der vergangenen Wochen ausgetrocknete Areal am Freitag und zum Auftakt am Samstag mit leichtem Regen verwöhnt wurde, war diesmal kein Staubschlucken angesagt. Wegen des wenigen Nass von oben gab es zur Freude vieler Fahrer ausnahmsweise auch keine „Schlammschlacht“. In den vergangenen Jahren waren manche Teilnehmer mit ihren Enduro-Maschinen fast schon im Schlamm stecken geblieben.

Die kleinen Cracks konnten auf einer 200 Meter langen Kinderstrecke ihre Runden drehen. Auf dieser reizte auch Raphael Wald (5) aus Ehestetten seine Fahrkünste aus. Wie der Dreikäsehoch stolz erzählte, habe er schon mit drei Jahren angefangen, Motorrad zu fahren. Aber warum kein Quad? „Quad ist Quatsch. Das macht keinen Spaß“, befand er. Übrigens putzt Raphael sein Motorrad nach jedem Crosslauf selbst. „Das ist ja klar“, meint er.

Nach den Worten von Florian Schwarz, der den Bergemer Stoppelcross schon seit der Premiere federführend mitorganisiert, gebe es keine Altersbegrenzung nach unten, wenn ein junger, aber routinierter Motocrossler auf der großen Strecke fahren wolle. „Bei uns geht es sehr familiär zu. Und die Sicherheit steht an erster Stelle. Die erfahrenen Fahrer nehmen immer Rücksicht auf die jüngeren Teilnehmer.“

Sichtlich relaxt vom Sicherheitszaun aus verfolgte Jo Erhard (49) aus Achstetten auf einer Enduro im Kleinformat das Geschehen auf dem Gelände. „Das ist mein Klofahrzeug“, witzelte er. Mit der kleinen Crossmaschine pendle er zwischen Zuschauerplatz, Bewirtungszelt, Toiletten und Fahrerlager, in dem er wie viele andere übers Wochenende in seinem Wohnwagen campierte. Der Feuerwehrkommandant aus Achstetten ist Mitglied des MSC Donau-Riss, der selbst jährlich einen Stoppelcross ausrichtet. Vergangenes Jahr hat Jo Erhard erstmals beim Bergemer Stoppelcross teilgenommen. Neidlos gab er zu: „So viele Teilnehmer und Zuschauer haben wir nie.“ Die Organisatoren des Bergemer Stoppelcross, der erneut „Just for fun“ lief, also ohne Wertungen, waren rundum zufrieden mit der Resonanz. Allein am Samstag wurden 160 Teilnehmer gezählt, gestern waren es weit mehr. Auch die „Ölkannen-Party“ am Samstagabend im Zelt erwies sich als Renner.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel