Industrie Ares-Anlage bringt mehr Lastwagen als erwartet

Viele Fragen der Bürger: Ares-Geschäftsführer Dr. Peter Hupfer (Mitte) bei einer Info-Veranstaltung vor zwei Jahren in der Schelklinger Stadthalle.
Viele Fragen der Bürger: Ares-Geschäftsführer Dr. Peter Hupfer (Mitte) bei einer Info-Veranstaltung vor zwei Jahren in der Schelklinger Stadthalle. © Foto: Raidt
Bernhard Raidt 21.06.2018

Nur kurz dauerte gestern Abend im Schelklinger Gemeinderat die Beratung zu den Plänen der Firma Ares („Alternative Ressourcen Schelklingen“). Wie berichtet, will das Gemeinschaftsunternehmen von Heidelberg Cement und der Entsorgungsfirma Kaspar auf dem Zementwerksgelände Abfälle zur Verbrennung im Zementofen vorbereiten. Bürgermeister Ulrich Ruckh trug wichtige Punkte aus dem Ares-Bericht zur immissonsschutzrechtlichen Genehmigung der Anlage vor.

Maximal 110 000 Tonnen

Dem Bericht sind einige interessante Zahlen zu entnehmen. So ist die neue Ofenanlage des Zementwerks auf bis zu hundert Prozent Sekundärbrennstoffe ausgelegt. Solche Brennstoffe werden aus Abfällen hergestellt, sie ersetzen Primärbrennstoffe wie Kohle oder Erdgas. Die jährliche Eingangsmenge an Abfall-Rohmaterial bei Ares in Schelklingen soll maximal 120 000 Tonnen betragen. Daraus können – ebenfalls maximal – 110 000 Tonnen an Brennstoffen hergestellt werden. Zum Vergleich: Das Müllheizkraftwerk im Ulmer Donautal hat im vergangenen Jahr rund 165 000 Tonnen Abfälle verbrannt und damit seine Kapazitätsgrenze erreicht. Die tägliche Durchsatzleistung gibt Ares mit 720 Tonnen Abfällen an. Eingesetzt werden sollen ausschließlich nicht gefährliche Abfälle laut Abfallverzeichnisordnung. Dazu zählen Kunststoffe, Papier, Pappe, Textilien, Holz und Verbundstücke aus diesen Materialien. Durch Zerkleinerungen, Siebtechniken und sonstige Abscheideverfahren soll das Material auf die Korngröße gebracht werden, die Heidelberg Cement zur Verbrennung im Zementofen braucht. Außerdem entfernt Ares Fremd- und Störstoffe aus dem Material.

Betrieb in drei Schichten

Da das Zementwerk in drei Schichten betrieben wird, soll auch die Ares-Anlage an Werktagen im Drei-Schicht-Betrieb laufen. Für die Anlieferung des Materials rechnet Ares mit bis zu 40 Lastwagen pro Werktag. Die Anlieferzeiten sollen auf 6 bis 22 Uhr werktags begrenzt werden. Zusätzlich geht Ares von bis zu 8 Lastwagen pro Tag für die Abholung von Wert- und Reststoffen aus. Bürgermeister Ruckh staunte gestern angesichts dieser Zahlen: Denn im Genehmigungsantrag der neuen Ofenanlage war nur von maximal zusätzlichen 27 Lastwagen pro Tag zur Anlieferung von aufbereitetem Abfall die Rede. Durch das Ares-Vorhaben sollen jetzt 21 Lastwagen mehr als geplant fahren. Ruckh betonte aber, dass auf dem Zementwerksgelände nur Brennstoff für das Schelklinger Werk produziert werde. Stadtrat Thomas Tolksdorf (SPD) wunderte sich, dass der Brennstoff auf dem Zementwerksgelände ebenfalls per Lastwagen von der Anlage zur Halle transportiert werden soll.

Nicht zehn, sondern gleich 15 Mitarbeiter (fünf je Schicht) will Ares einstellen, heißt es in den Unterlagen. Die Stadträte nahmen den Bericht zur Kenntnis. Im März 2020 soll die 9 Millionen Euro teure Ares-Anlage in Betrieb gehen.

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