Rottenacker Arbeiten am Wasserkraftwerk Rottenacker beendet

Der Fischpass hilft den Fischen, die Strecke zu überwinden. Foto: Doris Moser
Der Fischpass hilft den Fischen, die Strecke zu überwinden. Foto: Doris Moser
Rottenacker / DORIS MOSER 08.01.2014
Noch im alten Jahr ist die dritte Turbine am Wasserkraftwerk "Walkermühle" in Rottenacker in Betrieb gegangen. Sie erzeugt weitere 1,4 Millionen Kilowattstunden regenerativen Strom im Jahr.

Die Baustelle für eine dritte Turbine des Wasserkraftwerks "Walkermühle" in Rottenacker findet viel Beachtung in der Bevölkerung. Jeden Tag schauen Bürger über die Donaubrücke hinunter und verfolgen die Baufortschritte. Sie sind nun so weit gediehen, dass die neue Turbine zwar etwas verspätet, aber dennoch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel in Betrieb gehen konnte. "Die Turbine läuft, wenn auch noch nicht mit voller Kraft", ist von Elisabeth Meyer von der Firma Meyer in Memmingen zu erfahren. Auch der neue Fischpass vom Unterlauf der Donau hinauf zum Flussbett ist nahezu fertig und mit schweren Flussbausteinen befestigt. Damit wurde eine Auflage der Umweltbehörde und des Landesfischereiverbandes erfüllt. Die Fische können nun durch das Gerinne den Höhenunterschied problemlos überwinden.

1,4 Millionen Kilowattstunden Strom und damit die Menge für rund 400 Haushalte erzeugt die dritte Turbine mit Wasserkraft, zusammen mit den beiden Turbinen im Kraftwerk am östlichen Ende des Donauwehrs summiert sich die Stromernte auf rund fünf Millionen Kilowattstunden im Jahr. Mit Strom aus Wasserkraft lasse sich die Grundlast bei der Stromversorgung sichern, denn Wasser fließe 24 Stunden am Tag im Gegensatz zu Sonne und Wind, die nicht laufend verfügbar seien, gibt Elisabeth Meyer zu bedenken. Mit ihrem Mann Günther führt sie das Familienunternehmen, das auf die Nutzung der Wasserkraft spezialisiert ist.

Die Firma Meyer aus Memmingen hatte das Wasserkraftwerk in Rottenacker in einem ziemlich desolaten Zustand im Zuge eines Insolvenzverfahrens erworben und die Turbinen wie auch die markanten Backstein-Gebäude und die Wehranlage saniert. Bald begannen die Planungen für den Bau einer dritten Turbine am westlichen Ende des Wehrs. Im Herbst 2011 war Baubeginn, doch dann tauchten Probleme mit dem Untergrund auf, der deutlich härter war als angenommen (wir berichteten). Dies erforderte ein neues Konzept und einen anderen Aufbau. Rund 1500 Kubikmeter bereits eingebrachter Schotter mussten wieder ausgebaggert werden, ebenso rund 2000 Kubikmeter Aushub. Das dadurch entstandene, neun Meter tiefe Loch wurde mit Spundwänden und Mauern gefüllt. Weitere Verzögerungen verursachte das Hochwasser, das zweimal die Baustelle überflutete.

Seit Mitte 2013 nahm das Kraftwerk jedoch deutliche Konturen an. Der Wasserzu- und der Auslauf wurden betoniert, die Rechenanlage montiert und als markanter Bauteil entstand das Turbinengebäude. Gleichzeitig wurde am neuen Fischpass gearbeitet, der sich unter der Donaubrücke hindurchschlängelt. Mittlerweile sind 4000 Kubikmeter Beton und 2500 Tonnen Stahl verbaut worden. Insgesamt wird das Kraftwerk in Rottenacker für die Firma Meyer, die mehrere kleinere bis mittlere Kraftwerke betreibt und damit im Metier Wasserkraft reichlich Erfahrung hat, ziemlich kostspielig. Die geplanten zwei Millionen Euro Investitionen ließen sich bei weitem nicht einhalten, auch wegen der Zusatzarbeiten und Verzögerungen. Keineswegs üppig fallen im Gegenzug die Erlöse aus, sagt Elisabeth Meyer. Die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) decke die Kosten nur zu einem geringen Teil, so dass sich die Anlage wohl erst nach Jahrzehnten amortisiert hat. 20 Jahre ist die Einspeisevergütung garantiert, 30 Jahre läuft die Genehmigung fürs Kraftwerk. Auch deswegen sei es geboten gewesen, die dritte Turbine noch 2013 ans Netz zu bringen.

Für Rottenackers Bürgermeister Karl Hauler ist das Wasserkraftwerk ein Meilenstein in der voll regenerativen Energieversorgung der Gemeinde. Dank ihm und der vielen Photovoltaikanlagen werden nun die örtlichen Haushalte komplett mit Strom aus der Kraft von Wasser und Sonne versorgt.

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