Natur Apfelsorten für jeden Geschmack

Mitglieder des BUND Ehingen haben im Mustergarten bei Volkersheim Äpfel geerntet.
Mitglieder des BUND Ehingen haben im Mustergarten bei Volkersheim Äpfel geerntet. © Foto: Emmenlauer
Volkersheim / RENATE EMMENLAUER 27.08.2018

Mancher Baum kann dem Gewicht der vielen prallen Äpfel kaum standhalten, andere sind etwas weniger bestückt und die Äpfel fallen etwas kleiner aus als sonst. Aber alles in allem fällt die Apfelernte im Mustergarten der BUND Ortsgruppe Ehingen in diesem Jahr reichlich aus. Einzig sind die Äpfel schon drei Wochen früher reif. Am Freitagnachmittag haben einige Helfer schon mal einen Anhänger voll vom Boden gesammelt und von den Bäumen gepflückt.

Die Trockenheit und die Dauerhitze in den vergangenen Wochen haben auf dem Areal nahe Volkersheim kaum Schäden angerichtet. „Die große Hecke bringt Schatten, die 50 Bäume haben den Boden vor dem Austrocknen geschützt. Auch die Nähe zum Wald war vorteilhaft. Zudem hat es hier auch hin und wieder mal ein bißchen geregnet“, erläutert BUND-Chefin Angela Scheffold.

Alte Apfelsorten sind robust

Als weiteres Plus nennt sie die späte Mahd – die sorgt für Feuchtigkeit. „Die Ökologie auf unserer Streuobstwiese tut den Bäumen gut. Außerdem sind die Bäume mit den mehrheitlich alten Apfelsorten auch robust“, ergänzt sie. Wie die leidenschaftliche Naturschützerin mitteilt, handelt es sich bei den 50 Bäumen außer dem einen Kirschbaum allesamt um Apfelbäume. Dabei gibt es auch ein Novum: Jeder Baum, davon 30 Hochstämme, trägt eine andere Sorte. Letztere ist jeweils auf einem Täfelchen ersichtlich, samt Beschaffenheit und idealer Nutzung. Angela Scheffold zählt mit zufriedener Miene einige der Sorten auf: „Jakob-Fischer“, „Roter Eiser“, „Brettacher“ oder „Lakob-Lebel“, die es früher in jedem Baumgarten gab und die ideal für den Apfelkuchen sind. Als Kleinod bezeichnet Angela Scheffold  den „Roten Trierer Weinapfel“, der ein ganz spezielles herbes Aroma liefere.

Weil die Bäume alle biozertifiziert sind, bringen die Äpfel Mitgliedern des BUND für ihren Fleiß und die Sorgfalt für die Natur immerhin einen guten Preis in den Mostereien ein. „Wir bekommen für 100 Kilogramm locker zehn Euro mehr als die Apfelbauern mit konventionellem Anbau“, teilt sie stolz mit. Bei dem nicht ganz einen Hektar großen Grundstück handelt es sich um eine Pachtfläche der Stadt Ehingen.

Stattliche Hecke gepflanzt

Bereits vor 31 Jahren, zur Gründung der Stiftung Europäisches Naturerbe im Europäischen Umweltjahr 1987, mitinitiiert vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), hat sich die BUND Ortsgruppe dem Areal angenommen. In diesem Jahr hatten die Mitglieder auch die stattliche Hecke gepflanzt. „Für uns ist der Mustergarten ein Leuchtturmprojekt für den Naturschutz. So können wir beispielhaft aufzeigen, wie viele fast vergessene Apfelsorten es gibt und wie gut naturbelassene, sprich ungespritzte Äpfel gedeihen.“

Weil die Ernte in diesem Jahr so früh ausfällt, und es noch zu warm ist, um die Äpfel lange lagern zu können, wird der BUND Ehingen am verkaufsoffenen Sonntag im Oktober voraussichtlich auf seine Apfelaktion verzichten müssen. „Vielleicht verwöhnen wir die Einkaufsbummler dafür mit Kaiserschmarren und Apfelmus.“

Ein halbes Dutzend Areale pflegt die Ortsgruppe in und rund um Ehingen. „Wer Lust auf Naturschutz in einem super Team hat, ist bei uns immer herzlich willkommen“, lädt BUND-Chefin Angela Scheffold ein. „Möchten Sie dabei helfen, dass unsere Heimat weiter lebenswert bleibt, gleichzeitig etwas über die Hintergründe und Zusammenhänge lernen und sich in netter Gesellschaft im Freien betätigen? Dann sind Sie bei uns genau richtig. Wir freuen uns über jede helfende Hand“, wirbt sie.

Info Aktuell gehören der BUND Ortsgruppe Ehingen rund 200 Mitglieder an, allerdings mehrheitlich passive Mitglieder. Wer sich gerne engagieren möchte, kann sich bei Angela Scheffold unter Telefon (07391) 4659 melden.

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