Die Autos, mit denen vor allem Zuschauer einmal zur erweiterten Sporthalle an der Winckelhoferstraße kommen werden, machen den Anwohnern am meisten Sorgen. Dies ist in der Informationsveranstaltung der Stadt am Mittwoch in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums deutlich geworden, zu der gut 40 Bürger erschienen waren – für 280 war gestuhlt worden. Schon jetzt sei der Parkraum knapp; an der Stelle des früheren Landwirtschaftsamts dränge sich Fahrzeug an Fahrzeug, sagte ein Bürger. Mehrere Redner äußerten ihre Befürchtung, dass viele fremde Parker ihre Autos an den Straßen um die Halle abstellten. Mittel- bis langfristig werde die Stadt wohl dem Landkreis das Gelände abkaufen, kündigte Stadtbaumeister Heinz Fiesel auf eine Frage hin an.

Der Aussage des Stadtbaumeisters, es stünden im Umkreis von 300 bis 400 Metern um die Halle 1100, mit denen an der Lindenhalle gar 1450 Parkplätze zur Verfügung, beruhigte nicht alle Bürger. „Das ist Theorie“, meinte ein Anwesender, „die Leute fahren nicht bis zum Volksfestplatz, sondern parken im Wohngebiet“. Für normale Veranstaltungen reichten die vorgesehenen Parkplätze aus, entgegnete Fiesel. Und bei Großveranstaltungen wie etwa dem Handball-Sparkassen-Cup werde dem jeweiligen Veranstalter eine Parkordnung auferlegt, er habe dann über Beschilderungen auf Parkmöglichkeiten hinzuweisen und sei verpflichtet, Personen als Parkordner zu stellen.

Bedenken hatte ein Redner für die Fälle, wenn 400 bis 500 Besucher kommen – die Ehinger Basketballer kommen laut Information des Verbandes auf einen Schnitt von 720 Besuchern – und keine Parkordnung besteht, dass dann die Autos nahe an der Halle überhand nehmen könnten. Die Zahl der Fahrzeuge sei ja dann nicht gleich Zahl der Menschen, entgegnete Fiesel, die Parkplätze reichten dafür aus. An Abenden und an Wochenenden seien zudem jene Parkplätze frei, die wochentags frequentiert sind.

Den zu befürchtenden Lärm von spätabends abfahrenden Autos betraf eine andere Wortmeldung. Spätestens um 22 Uhr sei der Sportbetrieb beendet, sagte Fiesel. Dem Vorschlag des Anwohners, dessen Grundstück am nächsten zur Halle liegt, eine Schranke anzubringen und diese um 22 Uhr zu schließen, räumte Fiesel wenige Chancen ein. Der Nachbar meldete sich mehrmals zu Wort. Sieben Meter beträgt der Abstand zu seiner Grundstücksgrenze – „Sie werden Einschränkungen haben“, räumte Fiesel ein.

Ein weiteres Thema war die geplante Lärmschutzwand. Sie soll drei Meter hoch sein und sich direkt an die Parkplätze anschließen, hinter ihr ist ein drei Meter breiter Grünstreifen vorgesehen. Die Bürger sollten bei der Materialgestaltung mitreden dürfen, regte eine Anwohnerin an, dies sei „als kleines Entgegenkommen zu erwarten“. Der Stadtbaumeister sagte dies zu und kündigte an, er könne sich Wände aus Holz vorstellen, die mit Pflanzen verschönert würden.

Wäre die Stadt früher auf die Menschen zugekommen, fühlten sich diese eher ernstgenommen, warf eine Besucherin ein. Sie sei enttäuscht über zu wenig Transparenz seitens der Stadt. Die Bürgerbeteiligung, antwortete Fiesel, finde zum einen ja im Planungsverfahren statt, zum anderen habe nun mal, wie es in einer Demokratie üblich sei, der Gemeinderat über die Sache zu entscheiden. „Sagt der Gemeinderat nein, brauchen wir die Bürger gar nicht mehr zu informieren.“

Eingangs hatte Fiesel, assistiert von seinen Bauamt-Mitarbeitern Ronny Budach und Alexander Deusch, den Werdegang der Planung erklärt und den Bedarf der neuen Halle betont. „Die Erweiterung ist notwendig, weil wir sie für die Schule brauchen.“ Selbstverständlich werde sie nach 18 Uhr für den Vereinssport zur Verfügung stehen. Es seien maximal fünf Veranstaltungen, zu denen mehr als 500 bis 600 Zuschauer kommen. Einschränkungen gebe das Bundesemissionsschutzgesetz vor, etwa, dass zwischen Großveranstaltungen mindestens ein Wochenende Pause liegen muss. Fiesel erinnerte daran, dass die bestehende Halle mit IZZB-Mitteln des Bundes gebaut worden und eine Erweiterung von Anfang an geplant gewesen ist.

Der Neubau soll zügig vonstatten gehen, kündigte Heinz Fiesel an: Im Mai beginne laut Plan der Abbruch des früheren Gesundheitsamts, im Verlauf des Sommers soll das Baugesuch eingereicht werden. Zu Beginn des Schuljahres 2016/17 soll die neue Halle fertig sein.