Die Mehrheit der Delegierten auf dem Juso-Landesausschuss in Nordbaden am Sonntag hat den Antrag, den eigenen Landesvorstand zum Rücktritt zu bewegen, abgelehnt. Das bestätigen Jenny Maier, Sprecherin des Kreisverbands, und die Juso-Landesvorsitzende und Ehingerin Stephanie Bernickel auf Nachfrage. Hintergrund des Antrags war der Vorwurf gegen Bernickel und Teile des Vorstands, in den Juso-Datenskandal verwickelt zu sein.

Wie Jenny Maier, Sprecherin des Ulmer Kreisverbands am Montag sagte, habe es eine etwa dreistündige Debatte zu den Vorfällen im vergangenen Jahr gegeben. Dabei habe Bernickel die Vorwürfe gegen ihre Person zwar eingeräumt, zugleich aber betont, niemanden unter Druck gesetzt zu haben. Einen Rücktritt lehnte Bernickel demnach weiterhin ab. Über den Antrag selbst wurde laut Maier schließlich offen abgestimmt, weil ein Geschäftsordnungsantrag zuvor zur Abstimmung gekommen war und an einem Patt scheiterte. „Aus unserer Sicht ist eine Zusammenarbeit mit diesem Landesvorstand nicht mehr möglich“, sagt Maier. Am Dienstagabend hält der Juso-Kreisverband eine Mitgliederversammlung ab und berät mögliche weitere Schritte.

„Ich habe nicht eingeräumt, dass es Kaderakten gibt, aber dass wir ein Stimmungsbild bei den Kreisverbänden abgefragt haben“, sagt Bernickel. Sie habe als Konsequenz angekündigt, offenzulegen, dass lediglich Stimmungsbilder abgefragt worden seien. Man müsse jetzt darüber sprechen und schauen, was man besser machen könne. Auf die Frage, ob sie zurücktritt, antwortete Bernickel: „Nein, aber ich werde Dinge anders machen.“

Kandidatur für Kreistag?

Am Freitag nominiert die Ehinger SPD in der Gaststätte Wolfert (19 Uhr) ihre Gemeinderats- und Kreistagskandidaten. Informationen der SÜDWEST PRESSE zufolge will sich Stephanie Bernickel dabei für den Kreistag aufstellen lassen. Eine weitere Stellungnahme Bernickels zu diesem Thema und zur Frage, ob sie auch für den Gemeinderat Ehingen kandidiert, stand zu Redaktionsschluss noch aus.

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