Ehingen Eisenbahnstrecke nach Ulm: Ausstellung zum Jubiläum

Ehingen / Julia Deresko 06.12.2018
Das Ehinger Museum zeigt anlässlich von 150 Jahren Eisenbahngeschichte in Ehingen eine Ausstellung.

Eine Eisenbahnlandschaft harrt auf dem Boden des Ehinger Museums noch in Versatzstücken der Dinge. Währenddessen ziehen in die leeren Vitrinen lauter winzige Lokomotiven, Güter- und Personenzüge ein. Mit seiner neuen Ausstellung taucht das Museum Ehingen in „150 Jahre Eisenbahngeschichte“ ein. 2019 jährt sich nämlich zum 150. Mal die Eröffnung der Eisenbahnverbindung von Ulm nach Ehingen. Ein Datum, das sich die Mitglieder der Museumsgesellschaft Ehingen nicht entgehen lassen wollten, wie Vorsitzender Franz Romer sagt. In Zusammenarbeit mit den Eisenbahnfreunden Ehingen ist die Sonderausstellung entstanden.

Strecke 1869 eröffnet

In England wurde 1825 die erste Eisenbahnlinie von Stockton nach Darlington eröffnet. Und auch in Deutschland fand die Idee eines Eisenbahnnetzes ihre Befürworter. In der Ausstellung erfahren die Besucher, dass in Deutschland erstmals 1835 zwischen Nürnberg und Fürth eine Eisenbahn fuhr. Im Königreich Württemberg war es 1836 soweit: Die Eisenbahnstrecke zwischen Stuttgart und Cannstatt wurde eröffnet. Einige Jahre hatte es noch gedauert, doch 1869 konnte auch Ehingen an das Streckennetz angeschlossen werden, erzählt Ulrich Holtz von der Museumsgesellschaft, der derzeit an einem Buch zur Geschichte der Eisenbahn in Ehingen arbeitet, das als Jahrbuch der Museumsgesellschaft im kommenden Jahr erscheinen soll. Am 13. Juni 1869 wurde die Strecke von Blaubeuren nach Ehingen eröffnet. Damit war Ehingen an die Lebensader angeschlossen. Etappenweise wurde die Donautalbahn bis in den Sommer 1873 hinein über Riedlingen, Mengen und Scheer bis Donaueschingen ausgebaut – entscheidend auch in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht.

Neben der Eisenbahnlandschaft gibt es in der Schau noch eine Besonderheit: Die Ehinger Eisenbahnfreunde bauen den historischen Bahnhof Ehingen von 1869 samt Güterschuppen auf einer Länge von drei Metern nach.

Alte Land- und Postkarten

Auf reges Interesse dürften auch die unterschiedlichen Lokomotiven- und Eisenbahnwagen-Modelle stoßen, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch die Geschichte der Eisenbahn in der Region plastisch und greifbar machen. Sie wurden von Ulrich Holtz und Manfred Hagen zur Verfügung gestellt. So wird etwa der so genannte Schülerzug – ein Schienenbus, der 1971 zwischen Herbertingen und Ulm fuhr –, gezeigt, mit dem viele Schüler etwa ins Gymnasium nach Ehingen fuhren, erzählt Ulrich Holtz. Auch der Eilzug, der in den 60ern von Ulm nach Freiburg fuhr, ist en Miniatur zu bestaunen.

Weitere Ausstellungsstücke steuert ein Privatsammler bei, der nicht namentlich genannt werden möchte, sagt Franz Romer. Einige Exponate stammen aus der Sammlung Emil Kienle des Museums, darunter eine Uhrwerk-Eisenbahn aus dem Jahr 1950, die über eine Feder aufgezogen werden kann, und eine elektrische Volksbahn der Spielwarenfabrik BUB von 1930.

Landkarten zeigen darüber hinaus wie sich Ehingen durch die Eisenbahnlinie gewandelt hat. Dabei werden Landkarten von 1821 und 1887 gegenübergestellt, erzählt Franz Romer.  Historische Bahnanlagen sind außerdem auf alten Postkarten zu sehen.

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Eröffnung am Sonntag mit Musik

Ausstellung Die Ausstellung wird am Sonntag, 9. Dezember, um 14 Uhr im Museum Ehingen eröffnet. Die Eisenbahnfreunde Ehingen führen ihre Anlage vor, Josef Mantz spielt auf der Drehorgel. Die Ausstellung ist bis zum 3. Februar zu sehen, mittwochs 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr. jad

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